Einen Namen haben sie schon, jetzt sind sie auf der Suche nach einer Vereinsstruktur: Eine Gruppe von Leuten um Landwirt Bernhard Lamprecht aus Hardt. Sie wollen ihre Gemüseversorgung selbst in die Hand nehmen und solidarische Landwirtschaft betreiben.

"Es ist wie ein Virus", erzählt Lamprecht. Sein Vorbild ist die solidarische Landwirtschaft Baarfood auf der Baar. Deren Konzept hat ihn überzeugt. Dort bekommen an die 50 Familien einmal wöchentlich eine Gemüsekiste von ihrem Acker. Und das funktioniert so: Ein Acker, eine Gärtnerin und eine Gruppe Leute, die einerseits ab und zu auf dem Acker und bei der Vereinsorganisation mithelfen, andererseits wöchentlich Gemüsekisten abnimmt. Und das zu einem Preis wie im Supermarkt. Lamprecht hat seinen Acker fürs Gemeinschaftsgärtnern den Baaremern angeboten, aber der Weg nach Hardt war ihnen zu weit. Stattdessen empfahlen die Leute von der Baar: "Mach' doch eine eigene Solawi auf."

Bei einen Infoabend im November trafen sich mehr als 70 Interessierte aus Hardt, aber auch aus Lauterbach, Schramberg, Tennenbronn und Sulgen. Inzwischen hat sich eine Kerngruppe gebildet, die das Projekt "solidarische Landwirtschaft für Hardt und Umgebung" vorantreibt. Mit dabei sind mehrere Hardter Landwirte, aber auch branchenfremde Interessierte, die sich nicht nur auf Gemüse vom eigenen Acker, sondern auch auf die neu entstehende Gemeinschaft freuen.

Statt auf Massenproduktion mit Chemie setze man auf alte Sorten und eine gut ausgetüftelte Fruchtfolge, so Lamprecht. Wichtig sei auch, dass das unternehmerische Risiko vom Landwirt auf den Verbraucher übergehe. "Wir müssen den Kreislauf, immer mehr und immer günstiger produzieren, auf Teufel komm raus, durchbrechen. Der Landwirt bekommt seine Pacht, die Gärtner ihren Lohn, egal ob es eine gute oder schlechte Ernte gibt."

Auch auf einen Namen haben sich die Aktiven schon geeinigt: "Ackernative solidarische Landwirtschaft" soll der Verein heißen. "Wir stehen noch ganz am Anfang", betont Lamprecht. "Wir haben den Acker, wir haben ein paar engagierte Leute, aber es fehlt noch viel. Vor allem eine Gemüsegärtnerin oder ein Gemüsegärtner."
 

Gründungsversammlung

Die Gründungsversammlung der Ackernative ist am 24. Januar 2018 um 20 Uhr im Gasthof "Grüner Baum", Schramberger Straße 71, 78739 Hardt. Alle Bürger seien zur Vereinsgründung herzlich willkommen.