Die Tennenbronner Festhalle ist in die Jahre gekommen und braucht einen Ersatz. Darin sind sich alle einig. Die Frage ist nur, wo eine neue Halle gebaut werden soll. Der Ortschaftsrat hat lange einen Standort beim Dorfweiher favorisiert. Doch der wird zusehends fraglich. Der Starkregen und die anschließende Überflutung am 7. August haben den Skeptikern weitere Argumente geliefert.

Schon beim Stadtspaziergang für die Landesgartenschau hatte Fachbereichsleiter Rudolf Mager darauf hingewiesen, dass der Bereich beim Dorfweiher besser offen gehalten werden sollte, um eine große Wasserrückhaltefläche schaffen zu können. Damit ließe sich Schiltach abwärts für mehr Sicherheit sorgen.

"Wir haben im Zusammenhang mit der Landesgartenschaubewerbung eine hydrologische Voruntersuchung in Auftrag gegeben", so Mager. Darin würden auch Abflussszenarien für den Eichbach bewertet. Der Starkregen vom 7. August sei insofern für die Stadtverwaltung keine grundsätzliche Überraschung gewesen. Bei allen Plänen für Kanäle und Durchflüsse müsse man diese auf fünfjährige, in Einzelfällen zehnjährige Ereignisse ausrichten. "Mehr geht nicht", so auch Tiefbaufachmann Georg Schrempp. Mehr sei bautechnisch und finanziell nicht zu leisten. Überflutungen seien deshalb nicht grundsätzlich auszuschließen, die Folgen aber ließen sich verringern. Dafür müssten die Gewässerrandstreifen unbedingt freigehalten werden. Außerorts müssen zehn Meter, innerorts fünf Meter frei bleiben.

Beim jüngsten Hochwasser im Eichbachtal sind offenbar auch Heuhaufen, Holzstämme und andere Dinge, die am Bach lagerten, weggespült worden und haben Durchlässe versperrt. Bei der Planung denke man heute gleich an Flutkorridore: "Wo fließt das Wasser, wenn eine Verdohlung verstopft ist oder der Kanal voll", so Mager. "Sicher besser auf der Straße als durch die Keller der Häuser." Damit das Wasser nicht in die Häuser laufen kann, sollten Gummilippen an den Haustüren angebracht werden, die Lichtschächte ein paar Zentimeter über dem Straßenniveau sein, rät Tiefbauamtsleiter Klaus Dezember. Kleinigkeiten, um größere Schäden zu vermeiden. Aber eines ist klar: "Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht", so Mager. Das hänge auch damit zusammen, dass stundenlange Landregen seltener, Starkregenereignisse wie Anfang August häufiger würden. "Was früher über Stunden an Wasser runterkam, das fällt heute in einer halben Stunde vom Himmel."

Für die Hallenpläne bedeutet das Umdenken. Für Oberbürgermeister Thomas Herzog hat das Starkregenereignis "gezeigt, dass es wichtig ist, sich nochmals vertieft mit einem möglichen Hallenstandort am Dorfweiher zu befassen." Kanalbauer Schrempp sagt: "Was bei so einem Starkregen passieren kann, hat man gesehen." Grundsätzlich sei der Standort machbar, ergänzt Dezember. Man könnte die Halle auf Stützen stellen, oberhalb Retentionsflächen anlegen oder eine wasserdichte Wanne bauen. "Es ginge schon, aber mit welchem Aufwand?"

Möglicherweise erübrigen sich die Diskussionen aber, denn der Grundstücksstreit scheint ausgestanden. Wie Ortsvorsteher Lutz Strobel beim jüngsten Bürgerstammtisch erzählte, hat die Erbengemeinschaft, der das entscheidende Grundstück für den Hallenbau bei Dorfweiher gehört, den Kaufvertrag mit der Stadt nicht unterschrieben.