Als die Stadt das Gewerbegebiet auf dem Lienberg erschloss, musste dafür ein Ausgleich her. Entstanden ist 2009 die Ökoausgleichsfläche Weihermoos. Damit waren eigentlich alle zufrieden, Spaziergänger, Stadtverwaltung, Naturschützer. Nur bei der Pflege hapert es.

Siegfried Harr und Udo Schäfer kümmern sich um die Biotopflege. Harr ist Naturschutzbeauftragter des Schwäbischer Albverein im Neckar-Heuberg-Baar-Gau, Schäfer kennt sich im Weihermoos bestens aus. "Das Sulgener Weihermoos mit dem Weiherbach ist das größte Feuchtgebiet im gesamten Einzugsbereich der Eschach", erläutert Harr. Mehr als 100 seltene Pflanzen hat er hier schon entdeckt. Außerdem habe sich dieses Feuchtgebiet in wenigen Jahren zu einem wertvollen Lebensraum für Vögel, Kleinsäuger und Insekten entwickelt.

"Eigentlich ist das hier großartig angelegt", lobt Harr. Eigentlich, denn immer wieder passieren bei der Pflege gravierende Fehler. "Schauen Sie, diese Wiese dürfte frühestens am 1. Juli gemäht werden und die war schon Anfang Juni abrasiert", ärgert sich Schäfer. Das Problem: Die Pflanzen konnten noch keine Samen bilden und werden deshalb weniger.

Doch auch in Teichnähe war die Mähmaschine schon zu Gange. "Feuchtwiesen wachsen langsamer, die sollten frühestens Anfang August gemäht werden", fordert Harr. Er hat eine weitere Kritik: Das Gras sollte nicht so tief abgeschnitten werden.

Die Stadtverwaltung hat mit dem Mähen einen Landwirt beauftragt. In einem Vertrag sei "klar geregelt, welche Flächen wann und wie zu mähen sind", versichert Fachbereichsleiter Rudolf Mager. Doch dieser Vertrag wurde nicht eingehalten. Seitens der Verwaltung werde der Vorgang sehr bedauert.