Er scheint ein Händchen für gute Azubis zu haben: der Schonacher Bezirksschornsteinfegermeister Christof Schwer. Nachdem sein erster Auszubildender überhaupt, Thomas Schilli, vor drei Jahren Kammersieger wurde, konnte er nun mit dem zweiten Azubi, Samuel Kienzler, dieselbe Ehre einfahren.

Spontan beworben

„Ich habe einen wirklich guten Meister gehabt“, erzählt Kienzler. Bevor er Schornsteinfeger wurde, habe er ein Praktikum in einem Zimmereibetrieb gemacht, dann auch eines bei Christof Schwer. Er habe sich spontan beworben, der vielseitige Beruf habe ihm einfach Spaß gemacht. Zudem kannte er seinen Lehrherrn bereits von der Feuerwehr her. Handwerk im Allgemeinen sollte es sowieso sein, der Beruf des Schornsteinfegers hatte es ihm dann angetan.

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Sehr vielfältiger Beruf

„Es ist ein sehr vielfältiger Beruf, der mir viel Spaß macht. Ich habe mit Menschen zu tun, berate sie auch in Sachen Umwelt und Energie. Das Kehren von Schornsteinen gehört dabei genauso dazu wie die Abgasmessungen.“ Zudem könne man sich relativ früh selbstständig machen.

Stipendium möglich

Nach seinem Erfolg als Kammersieger bestehe nun die Möglichkeit, ein Stipendium zu erhalten – und jeder sage ihm, er solle es beantragen. Ob er es letztlich bekommt, steht allerdings nicht fest, es gibt ein Auswahlverfahren. Sollte er infrage kommen, muss Kienzler in den nächsten drei Jahren die Meisterschule absolvieren. Allerdings wolle er zunächst etwas Berufserfahrung bei seinem jetzigen Meister sammeln. Auf Vermittlung von Christof Schwer ist er derzeit bei Bezirksschornsteinfegermeister Harald Reiser in Niedereschach tätig.

Landesentscheid im Blick

Bevor er aber die Meisterschule in Ulm besuchen will, wo er auch den
Blockunterricht für den schulischen Teil seiner Ausbildung absolvierte, kann er sich noch einmal beweisen: Der Landesentscheid steht an, bei dem allerdings starke Konkurrenz auf ihn warte. Sein Mitbewerber sei aufgrund der Tatsache, dass er seit dem Frühjahr bereits die Meisterschule besucht, richtig gut in Form. Er werde aber auf jeden Fall sein Bestes geben.

Schulisch einiges gefordert

Er sei recht erstaunt gewesen, dass sich immerhin 60 Mitschüler für den Beruf interessiert hätten, darunter seien auch Mädchen gewesen. „Eine Mitschülerin hatte dieselben Noten wie ich, allerdings ist sie mit 24 Jahren zu alt, um noch als Kammersiegerin gekürt zu werden“, weiß er. „Wer den Beruf näher kennengelernt hat, findet ihn gut, weil er einfach viele Berufsfelder vereinigt.“ Allerdings werde schulisch einiges gefordert: Mathe, Physik und Chemie gehörten mit intensiven Anteilen dazu – und sie seien nicht ganz leicht, räumt Kienzler ein.

Chef unterstützte ihn vorbildlich

In der praktischen Prüfung ging es ans Eingemachte: Kundenberatung, verschiedene Messungen und Abgas- sowie Abgaswegeuntersuchungen und manches mehr wurden verlangt. „Ich war sehr gut vorbereitet, weil ich in den letzten Monaten recht selbstständig arbeiten durfte. Was aber nur deshalb möglich war, weil mich mein Chef in jeder Hinsicht vorbildlich unterstützt hat“, erzählt Kienzler strahlend. Er macht jedem Mut, diesen Beruf zumindest einmal kennenzulernen.

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