Lange und hart hatte der Schonacher Gemeinderat im vergangenen Jahr um einen genehmigungsfähigen Haushalt gerungen. In der Sitzung am Dienstagabend beschloss das Gremium die Haushaltssatzung mit Haushaltsplan 2021 jetzt einstimmig.

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Durch zahlreiche Kürzungen bei Investitionen und Einsparungen bei den Ausgaben sowie die Erhöhung der Grundsteuer-Hebesätze A und B um 30 auf nunmehr 430 von Hundert kann allerdings immer noch kein Haushaltsausgleich erreicht werden. Dazu würden immer noch 623.500 Euro fehlen. Jedoch kann das Minimalziel erreicht werden, die Darlehenstilgung in Höhe von 89.000 Euro aus dem laufenden Haushalt zu erwirtschaften.

  • Finanzhaushalt: Der neue Schonacher Haushalt sieht für den Finanzhaushalt Investitionen in Höhe von 1.644.700 Euro vor, 575.000 Euro davon sind als Zuschüsse gesichert, 910.000 Euro müssen von der Gemeinde als Darlehen aufgenommen werden.
  • Wasserwerk: Das Wasserwerk soll 2021 einen Überschuss von 91.000 Euro erwirtschaften. Hier sind Investitionen in Höhe von 247.000 Euro geplant, die neben Beiträgen und Überschuss aus dem Erfolgsplan auch mit einem Darlehen über 50.000 Euro gedeckt werden sollen.
  • Kurbetrieb: Der Kurbetrieb weist erneut eine Zunahme des Jahresverlustes aus, diese sei aber größtenteils den coronabedingten Mindereinnahmen am Skilift und im Haus des Gastes zuzuschreiben. Der Erfolgsplan soll demnach einen Verlust von 948.000 Euro ausweisen, 47.900 Euro mehr als im vergangenen Jahr. An Investitionen sollen lediglich 20.000 Euro fließen, diese dienen rein zur Angliederung an die Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG), müssen allerdings durch ein Darlehen finanziert werden.
  • Darlehen: Insgesamt will die Gemeinde also 1.911.700 Euro investieren und dazu Darlehen in Höhe von 980.000 Euro aufnehmen.
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  • Kämmerer: Steffen Dold bezeichnete den vorliegenden Planentwurf als Basishaushalt, der nur das beinhaltet, was tatsächlich nötig sei. Er betonte nochmals, dass es insgesamt ein strukturelles Problem gebe. Das bestehe nicht auf der Einnahmenseite sondern auf der Kostenseite und zwar speziell im Kurbetrieb. Umso glücklicher zeigte er sich, dass der Gemeinderat dies erkannt habe und wohl im Frühjahr 2021 das Thema angehen wolle. Dold verkündete, dass sich der Verlust wohl noch etwas verringern würde, da man etliche Abschreibungen eingerechnet habe, die rechtlich nicht sein müssten. „Hier kann es Verbesserungen im sechsstelligen Bereich geben.“ Er hoffe auf Verbesserungen im laufenden Haushaltsjahr, vor allem durch Erhöhung der sehr konservativ gerechneten Gewerbesteuer. Sollte dies der Fall sein, würde sich das Ergebnis weiter verbessern, dann könnte man auch darüber sprechen, Streichungen eventuell über einen Nachtragshaushalt wieder aufzunehmen. Im Bereich des Wasserwerks wies Dold darauf hin, dass man wohl das Jahr 2020 mit einem satten Gewinn abschließen würde. Zusammen mit dem in 2021 zu erwartenden Überschuss wäre der Verlustvortrag der vergangenen Jahre abgetragen. „Wir können uns dann über sinkende Wassergebühren unterhalten“, so Dold.
  • Bürgermeister: Jörg Frey dankte Dold für seine Ausführungen. Er bezeichnete den Haushalt als „ziemlich ausgemergelt“ und sah den kommenden Grundsatzdebatten über die strukturelle Situation der Gemeindefinanzen gespannt entgegen. Frey wies aber auch darauf hin, dass man im Schnitt der vergangenen zehn Jahre Gewerbesteuereinnahmen von jährlich 1,8 Millionen Euro hatte. „Hätten wir das so in den Haushalt eingeplant, hätten wir kein Defizit!“ Die Gewerbesteuer-Einnahmen im Haushalt 2021 allerdings habe man sehr vorsichtig mit 1,2 Millionen Euro einkalkuliert.
  • Gemeinderäte: Silke Burger (CDU) schickte ihren Dank im Namen des gesamten Gemeinderats an Kämmerer Steffen Dold. Er habe sich sehr viel Arbeit gemacht und wie immer vor Defiziten gewarnt. „Dieses Jahr haben wir Sie gehört und wollen uns um strukturelle Änderungen in den Finanzen bemühen“, sagte Silke Burger.