Hans-Jürgen Kommert

Das Bücherei-Team und der Eine-Welt-Kreis hatten zur Buchausstellung und zum Verkauf fair gehandelter Waren ins Pfarrzentrum in Schonach eingeladen. Reges Kommen und Gehen herrschte die gesamte Zeit über – besonders gern wurde auch das übliche Zusatzangebot angenommen, im Foyer Kaffee und Kuchen zu genießen. Dazu gab es auch Wiedersehensfreuden mit Menschen, die man ansonsten nicht immer trifft.

Spannender Vortrag

Fair gehandelte Waren aus Afrika, Lateinamerika und Asien lockten ebenso wie zahlreiche Buch-Neuerscheinungen für alle Altersgruppen – vor allem Kinder freuten sich darüber. Dazu gab es wieder einmal einen spannenden Vortrag.

Bereits seit einigen Jahren unterstützt der Eine-Welt-Kreis Effata ein Projekt im afrikanischen Land Malawi, unter anderem geht der Erlös aus dem Verkauf des Schonacher Kräutertees zu 100 Prozent in die Unterstützung des Projekts.

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Damals war der Medizinstudent Philipp Müller aus Furtwangen anlässlich des Misereor-Sonntags zu Gast. Er stellte seinerzeit mit Malawi ein Land vor, das zu den allerärmsten der Welt gehört.

Zunächst, so erzählte er, habe er über ein medizinisches Hilfsprogramm nachgedacht, am Ende aber habe er bemerkt, dass es sogar dringlichere Dinge gibt – Bildung vor allem.

Die staatlichen Schulen böten katastrophale Zustände. In Klassen mit bis zu 100 Schülern gebe es weder Stühle noch Tische, zumeist fehle es auch an Schreibmaterial.

Jahreseinkommen nur 360 Dollar

Wer am Ende der achtjährigen Grundschule die Prüfung nicht besteht, gehe als Gelegenheitsarbeiter auf die Straße. Das durchschnittliche Jahreseinkommen liege daher bei rund 360 US-Dollar.

So berichtete Müller, nachdem er coronabedingt zwei Einladungen nicht folgen konnte, nun erneut über das Projekt seines Vereins „Duwa Lofunga“, der in den Anfängen zwei Grundschüler unterstützte – zunächst tat Müller das aus der Privatschatulle.

Immer mehr Schüler werden unterstützt

Inzwischen, nach der Gründung des Vereins, seien es sieben Grundschüler. Dazu kommen 13 Schüler, die mittlerweile die weiterführende Schule besuchen. Drei der Schützlinge haben inzwischen ein Studium begonnen, zwei weitere lassen sich zu Lehrkräften ausbilden, so Philipp Müller in seinem Bericht.

Die Schulen seien dann gut, wenn es Privatschulen seien. Diese vermittelten ausreichend Bildung, und die Kinder erhalten zusätzlich ein Mittagessen. Die Kosten für die Schule lägen zwischen 120  000 und 600  000 Malawi-Kwacha, das sind 140 bis 700 Euro; 1,4 Millionen Kwacha kostet ein Studierender – jeweils pro Jahr.