Um die Kindergartengebühren ging es in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Das Kindergartenkuratorium hatte Mitte Juli getagt und dem Gemeinderat vorgeschlagen, die Kindergartengebühren anzupassen. Der Rat stimmte den neuen Gebühren einstimmig zu.

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  • Ü3-Bereich: Bei Kinder im Alter von über drei Jahren machte das Kuratorium den Vorschlag, die Gebühren bei einem Kind pro Familie von 160 auf 163 Euro zu erhöhen. Die Verbände empfehlen eine Erhöhung auf 162,50 Euro. Bei zwei Kindern pro Familie werde eine Erhöhung von 123 auf 125 Euro pro Kind erhoben (Empfehlung: 125 Euro), bei drei Kindern wird von 81 Euro pro Kind auf 83 Euro aufgeschlagen (Empfehlung: 83,75 Euro) und bei vier Kindern von 27 auf 28 Euro pro Kind (Empfehlung 27,50 Euro). Das entspricht einer Erhöhung von 1,9 Prozent.
  • U3-Bereich: Die Preise sollen ebenfalls um 1,9 Prozent steigen. Das wären dann bei einem Kind statt 433 künftig 441 Euro (Empfehlung 480 Euro), bei zwei Kindern pro Familie würde der Preis von 319 auf 325 Euro steigen (Empfehlung 356,25 Euro), bei drei Kindern erhöht sich der Betrag von 215 auf 219 Euro (Empfehlung 241,25 Euro) und bei vier Kindern von 87 auf 89 Euro pro Kind (Empfehlung 95 Euro).
  • Regelungen: Die Gebühren werden jeweils für elf Monate berechnet, der August bleibt beitragsfrei. Für U3 wie auch Ü3 gilt die verlängerte Öffnungszeit, als 32,5 Stunden pro Woche beziehungsweise 6,5 Stunden pro Tag. Für die Platz-Sharing-Angebote im U3 Bereich werden außerdem auch weiterhin keine Aufschläge erhoben.
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  • Einschätzung: Zwar verlangt die Gemeinde im U3-Bereich mittlerweile die höchsten Gebühren in der Umgebung, dennoch, so betonte Hauptamtsleiterin Sarah Binkhus, läge man noch unter den Empfehlungen. Vor allem im U3-Bereich sei das viel Geld, stellte Bürgermeister Jörg Frey fest. Erklärte aber auch, dass die Gebühreneinnahmen kaum 20 Prozent der Gesamtkosten decken würden. Insgesamt aber, so versicherte der Bürgermeister, seien das die Kinder wert, die ja schließlich die Zukunft der Gemeinde darstellen würden. Herbert Fehrenbach (CDU) fügte an, dass man für das Geld aber auch einen guten Gegenwert bekäme, sei doch so die Kinderbetreuung gesichert und ermögliche es so, vor allem den Müttern arbeiten zu gehen.
  • Corona-Gebühren: Hauptamtsleiterin Sarah Brinkhus hat dem Gemeinderat die Gebührenberechnung für die Kinderbetreuung während der Corona-Schließung des Kindergartens erläutert. Am 17. März wurde St. Raphael geschlossen. Die Gebühren für den März wurden noch komplett eingezogen. Im April und Mai wurden lediglich die Gebühren der notbetreuten Kinder fällig, alle anderen bekamen keine Rechnung. Im Juni wurde wieder ein eingeschränkter Regelbetrieb angeboten, je nach Betreuungsdauer wurden die Gebühren erhoben. Seit 29. Juni ist der Kindergarten wieder im Regelbetrieb, die zwei Betreuungstage im Juni wurden nicht berechnet. Ab Juli werden die Gebühren dann wieder wie gewohnt erhoben. Bürgermeister Frey merkte an, dass die Defizite somit im laufenden Jahr sicherlich wesentlich höher sein werden. Das Land habe einen Teil der ausgefallenen Gebühren erstattet – pro Kind. Dementsprechend sei dem Kindergarten Gipfelstürmer die Differenz zu den Regelbeiträgen erstattet worden.
  • Gipfelstürmer: Katrin Kimmig (OGL) wollte wissen, wie die Gebührenordnung im Kindergarten „Gipfelstürmer“ aussehe und ob es denn dort auch, wie im katholischen Kindergarten St. Raphael, einen Geschwister-Bonus gäbe beziehungsweise angedacht sei. Frey erläuterte, der freie Träger kalkuliere seine Gebühren selbst. Die Gemeinde habe darauf keinen Einfluss. Seines Wissens nach werden die Gebühren aber nicht erhöht, allerdings soll eine Essensgebühr eingeführt werden. „Ich möchte aber betonen, dass der Gipfelstürmer ganz andere Leistungen anbietet, die Zahlen sind daher mit St. Raphael nicht vergleichbar“. Bernd Kaltenbach (CDU) bemängelte, dass seitens des Kindergartens „Gipfelstürmer“ die Transparenz fehlen würde. Er fand es auch schade, dass dessen Geschäftsführung nicht an der Kuratoriumssitzung teilnahm. Insgesamt habe er das Gefühl, das die beiden Kindergärten in der Öffentlichkeit eher als Konkurrenz denn als Ergänzung angesehen werden. Frey betonte, dass der Geschäftsführer eingeladen war, aber kurzfristig abgesagt hatte. Er sagte aber zu, dieses Thema aufzugreifen.
  • St. Raphael: Elvira Gaus, Geschäftsführerin für Kindertageseinrichtungen der Diözese Freiburg, und Simon Wiesenbach, Leiter des Kindergartens St. Raphael, haben im Gemeinderat das pädagogische Konzept vorgestellt. Der Kindergarten, so Wiesental, sei aktuell voll belegt, auch im kommenden Kindergartenjahr seien keine Plätze mehr frei. Katrin Kimmig wollte wissen, wie es um die Aufnahme von Kindern mit Handicap stünde. Dafür gäbe ein Inklusions-Konzept. „Allerdings gibt es dafür aktuell keinen Bedarf.“, sagte Wiesenbach.