In der vorigen Gemeinderatssitzung hatte das Gremium beschlossen, sich intensiv mit dem Klimaschutz zu befassen. Dazu wollte man sich professionelle Beratung holen. In der jüngsten Sitzung war nun Tobias Bacher von der Energieagentur Tuttlingen in Schonach zu Gast.

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Klimaschutz gehe jeden an, sagte Bacher. Die Temperaturen erhöhen sich merklich, was vornehmlich an den CO2-Emissionen läge. Zwar gab es schon immer Schwankungen was den CO2-Gehalt in der Atmosphäre anbelange, dieser sei aber vor allem in den vergangenen 50 Jahren immens gewesen. „Wir als Agentur zeigen Ihnen, was Sie als Kommune tun können“, erklärte er. Denn gerade die Kommunen sollten als Vorbild auftreten, den Bürgern zeigen, was möglich ist und diese so zur Nachahmung animieren.

Alle Bereiche betroffen

Eine Senkung des Energiebedarfes sei in allen Sparten unbedingt nötig: Mobilität, Bauen und Wohnen, Konsum und Wirtschaft. Gehe die Kommune hier voraus, könnten sich daraus auch etliche Vorteile ergeben: Image-Gewinn, lokale Wertschöpfung, ja auch Kosteneinsparungen. Die Agentur könne hier ihre Hilfe anbieten durch Coaching, Fokusberatungen aber auch Öffentlichkeitsarbeit und Marketing. Schonach, so beteuerte Bacher, habe ja schon einiges getan, könne aber noch besser werden. Etwa durch kommunales Energiemanagement – das wohl ab dem Jahr 2021 sowieso zur Pflicht werden wird.

Kosten zu großen Teilen absetzbar

Bacher bot der Gemeinde auch eine Fokusberatung und Beratung zum Kommunalen Energiemanagement an. Diese beinhalte 20 Beratertage, in denen der Ist-Zustand aufgenommen wird und Projekte für die Zukunft geplant werden. Die Kosten seien, so Bacher, zu 65 Prozent zuschussfähig. Bürgermeister Frey dankte Bacher und bezeichnete die Energieagentur, deren Mitgesellschafter auch der Schwarzwald-Baar-Kreis ist, als kompetenten Partner. Er schlug dem Gremium vor, zuerst einmal die Beratungen in Sachen kommunales Energiemanagement für fünf Tage in Anspruch zu nehmen und das möglichst noch 2020. Die Fokus-Beratungen sollten dann im kommenden Jahr stattfinden. An Kosten würden 16.700 Euro anfallen, 65 Prozent etwa 11.000 Euro könnten als Förderung fließen.

So verlief die Debatte:

  • Silke Burger (CDU) stellte fest, dass sich das alles attraktiv anhöre. Sie plädierte aber dafür, dass zuerst das Energiemanagement zu buchen und dann weiterzusehen. „Wir sollten hier Schritt für Schritt gehen.“
  • Petra Hettich (FWV) war ebenfalls dafür, die Startberatung auf jeden Fall in Anspruch zu nehmen.
  • Gerhard Kienzler (OGL) war ebenfalls der Meinung, dass die ersten fünf Tage bald gebucht werden sollten, dann aber auch zeitnah die Fokusberatung. Die Kosten, so zeigte er sich sicher, würden sich auf jeden Fall amortisieren. Der Ort solle sich Ziele setzen, an denen er sich messen lassen müsste. Das Thema Klimaschutz sollte sich künftig in allen Entscheidungen wiederfinden. „Ich plädiere dafür, dass wir strukturiert vorgehen, zeitnah arbeiten und Ziele setzen, dann erreichen wir auch was.“
  • Bürgeremeister Jörg Frey merkte an, dass schon ohne große Beratungen an den Klimaschutz gedacht worden sei und führte vor allem den Bau des Rathauses mit seiner Erdwärmeheizung an.
  • Gerhard Kienzler entgegnete, dass er das sicherlich nicht in Frage stelle, er sehe die nun anstehende Entscheidung eher für die Zukunft.
  • Herbert Rombach (CDU) war überzeugt, es bräuchte überhaupt keine Beratungen. „Das wird uns meiner Meinung nach nicht viel bringen.“
  • Tobias Bacher merkte an, dass ab 2050 die Gebäude der Kommunen klimaneutral sein müssten. „Sie müssen das jetzt schon anfangen zu planen.“ Die Fokusberatung würde den Bogen weiterspannen als nur zu aktuellen Projekten.
  • Jörg Frey schlug vor, die Beratungen Kommunales Energiemanagement sofort in Angriff zu nehmen. Die Fokusberatungen sollen in die Haushaltsberatungen 2021 einfließen, dort könne der Gemeinderat entscheiden.
  • Der Gemeinderat stimmte bei einer Gegenstimme von Herbert Rombach zu.