Für nächstes Jahr werde sehr schwierig werden, sagte Frey. Zum ersten Mal sei der Entwurf nicht ausgeglichen, mahnte er. Schuld daran sei vor allem Corona. Die Krise sei nicht nur das maßgebliche Thema 2020, die Pandemie werde auch Nachwirkungen in den folgenden Jahren haben.

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Vorauszusehen oder gar zu erwarten sei das nicht gewesen, sagte Frey. Zu den immensen Einschränkungen des öffentlichen Lebens kommen für die öffentlichen Haushalte auch massive Steuerverluste hinzu. „Das wird uns nicht nur 2021, sondern auch die folgenden Jahre beschäftigen.“

  • Rückblick: Seit 2010 hat die Gemeinde laut Bürgermeister Frey 21 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert – in Schule, Rathaus, Straßen, Bau- und Gewerbegebiete, Breitbandausbau, Wasserversorgung oder den Kurpark. Im gleichen Zeitraum stieg die Verschuldung lediglich um 900.000 Euro an. „Darauf können wir wahrlich stolz sein.“
  • Kassensturz: Die Mittel der Gemeinde seien aber nun aufgebraucht, so Frey. Außerdem sorge die Pandemie für einen radikalen Schnitt, die Steuereinnahmen werden wegbrechen. „Hatten wir im Jahr 2018 2,7 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen, rechnen wir für 2020 noch mit 1,7 Millionen Euro. Für 2021 haben wir mit nur noch 1,1 Millionen Euro geplant“, führte der Bürgermeister aus. Insgesamt würden also 1,6 Millionen Euro auf der Einnahmen-Seite fehlen. Solche immensen Ausfälle könne man nur mittels Einsparungen nicht wettmachen. „Wir müssen uns also mit Steuererhöhungen befassen“, kündigte er an. Die letzte Steuererhöhung, so Frey weiter, sei übrigens 1997 erfolgt. „Bitte betrachten Sie den Haushalt kritisch, wir werden schwierige Entscheidungen treffen müssen“, mahnte Frey den Gemeinderat.
  • Positives: Der Bürgermeister wollte in der Sitzung aber nicht nur schlechte Nachrichten verbreiten. „Wir werden 2021 den Ausbau des Breitbands vor allem im Außenbereich massive vorantreiben.“ Und die Einwohnerzahl steige weiter, dank der hohen Geburtenrate. „Bis Mitte November hatten wir schon 45 Geburten“, verkündete Frey.
  • Schwerpunkte 2021: Als anstehende Aufgaben bezeichnete Frey die Kinderbetreuung, den weiteren Ausbau des Breitbands, aber auch die Schaffung von Wohnraum und Bauplätzen. Längerfristig werde auch die Generalsanierung von Haus des Gastes und Sporthalle fällig, beide Gebäude sind nun knapp 40 Jahre alt. „In Angriff können wir das aber nur mithilfe von massiven Fördermitteln“, mahnte er.
  • Doppik: Schwierigkeiten macht der Gemeinde die neue Buchführung. Nach Umstellung auf die Doppikmethode muss die Gemeinde nun auch Abschreibungen und Zinsen erwirtschaften. Neben den deutlich sinkenden Steuereinnahmen sei auch das ein Grund für das Haushaltsdefizit: Dank Doppik fehlen so 780.000 Euro für einen ausgeglichenen Haushalt, mit der alten Methodik wären es lediglich 60.000 Euro.
  • Tilgung: Im Haushalt sollten nun zumindest die Tilgung der Kredite in Höhe von 89.000 Euro erwirtschaftet werden. Das heißt aber, dass im Vergleich zum ersten Entwurf am Ende wenigstens eine Verbesserung von 230.000 Euro stehen muss, erreichbar durch Streichungen und Steuererhöhungen.

Die Haushaltsberatungen sollen am 24. November und 15. Dezember stattfinden, am 19. Januar 2021 soll der neue Haushalt dann beschlossen werden.