Erst seit sieben Jahren wohnt Rolf Häfker in Schonach. Dort kann er heute im kleinen Familienkreis seinen 90. Geburtstag feiern. Neben seiner Frau Ingrid können ihm auch Tochter Claudia samt ihrem Ehemann Alexander Fehrenbach gratulieren sowie die beiden Enkelkinder, die noch im Grundschulalter sind.

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Geboren wurde der Jubilar am 9. April 1931 in Bremen. Im Kreis von sieben Geschwistern, fünf Mädchen und zwei Jungen, wuchs er in der Großstadt auf. Da die ehemalige Freie Hansestadt ab 1939 im Zentrum des Zweiten Weltkrieges stand und immer wieder heftig bombardiert wurde, gab es für Grundschüler eine Kinderland-Verschickung.

Flucht vor dem Bombenterror

So wurde auch der kleine Rolf mit acht Jahren von seinen Eltern und Geschwistern getrennt und kam in ein Kinderheim im Allgäu. Vier Jahre lang entkam er so dem Bombenterror in der Großstadt, er konnte im ländlichen Raum aufwachsen und die Schule besuchen. Auch sein einziger Bruder wurde eine Zeit lang im gleichen Heim untergebracht, sodass das Heimweh nicht allzu schlimm wurde.

Fasziniert von der Landschaft

Damals konnten Eltern oder größere Geschwister keine Besuche machen und auch die Kinder durften nie nach Hause. Trotzdem schwärmt Rolf Häfker heute noch von der schönen Bergwelt, und in seinem späteren Leben verbrachte er den Jahresurlaub am liebsten in den Bergen, wie er berichtet. Da die Großstadt-Kinderheime nicht für Jugendliche in Frage kamen, wurde der zwölfjährige Rolf 1943 wieder nach Hause geschickt.

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In seiner Heimatstadt Bremen besuchte er die zwei letzten Volksschulklassen, und als der Krieg zu Ende war, durfte er mit seinem Vater einige Jahre im Staatswald arbeiten. Doch dann machte der junge Mann eine Schlosserlehre und arbeitete bis zum Ruhestand im gleichen Großbetrieb, in dem er die berufliche Laufbahn begonnen hatte. Seine erste Ehefrau gebar ihm einen Sohn, der aber 2017 mit 59 Jahren an einer schweren Krankheit starb. Das war damals ein schwerer Schlag für den Jubilar.

Zweites Glück in Delmenhorst

Da die erste Ehe in die Brüche ging, heiratete Rolf Häfker mit 41 Jahren noch einmal. Seine damalige Freundin Ingrid Punke wohnte in einer Nachbarstadt von Bremen. „Ich bin aus Delmenhorst und wir sind nach der Hochzeit zu mir gezogen“, sagt Häfkers Ehefrau. Beide freuen sich schon auf das nächste Fest, denn am 22. Juni 2022 können sie ihre goldene Hochzeit feiern und das auch noch mitten in den Bergen, im Skidorf Schonach.

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Für den Umzug nach Süddeutschland gab es einen wichtigen Grund. Die einzige Tochter des Ehepaares suchte eine Stelle im Schwarzwald und konnte schließlich vor 20 Jahren in der Triberger Asklepios-Klinik mit ihrer Tätigkeit beginnen. Auf ihr Drängen hin zogen die Eltern 2014 endlich in die Nähe ihrer Tochter, denn diese hatte inzwischen mit ihrem Alexander „aus dem Schonacher Paradies“ eine Familie gegründet. Nun können sich alle gemeinsam über das heutige Fest freuen, auch wenn der Jubilar nicht mehr so gesund ist wie früher. Aber seine Frau Ingrid kümmert sich täglich liebevoll um ihn, sodass es ihm an nichts fehlt.