Die Planung des Schonacher Haushalts 2021 ist eine Herausforderung. Aufgrund wegbrechender Einnahmen fehlen der Gemeinde nach ersten Planungen 780.000 Euro für einen ausgeglichenen Etat. Immerhin gab es in der Sitzung am Dienstag einen kleinen Lichtblick: Der Haushalt 2020 könnte dank der nun geflossenen Staatshilfen in Höhe von 561.000 Euro in etwa auf dem Planniveau liegen.

  • Schwierige Aufgabe: Bürgermeister Jörg Frey hatte schon in der vorigen Gemeinderatsitzung angekündigt, dass es für 2021 massive Streichungen, eventuell auch Steuererhöhungen geben müsse. „780.000 Euro können wir nicht einsparen“, sagte er bei der jüngsten Beratung des Gremiums. Nach Gesprächen mit dem Landratsamt sei aber mit Entgegenkommen zu rechnen: Demnach müssten mindestens 250.000 Euro im Ergebnishaushalt erwirtschaftet werden. „Schaffen wir das nicht, werden wir vom Landratsamt zwangsbewirtschaftet“, sagte Frey.
  • Kindergärten: Christian Kuner präsentierte den Antrag der Grünen, im Haushalt 25.000 Euro für einen zu gewährenden Geschwisterrabatt im Kindergarten Gipfelstürmer einzubringen. Silke Burger (CDU) mahnte, dass man auch einen Betrag zur Erweiterung im Bereich der Kindergartenplätze einstellen müsse.
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  • Wasserwerk: Kämmerer Steffen Dold stellte dem Rat dann die Zahlen vor. Der Vermögensplan im Eigenbetrieb Wasserwerk sehe Investitionen in Höhe von 247.000 Euro vor. Die Wasserleitungen Obertal (130.000 Euro) und Freiheit (45.000 Euro) sowie der Kostenanteil an der Wasserleitung Schönwald/Furtwangen (25.000 Euro) gehören dazu. Die Investitionen sollen mit den Einnahmen aus dem Wasserbetrieb und zusätzlich mit Krediten in Höhe von 50.000 Euro und Zuschüssen in Höhe von 95.000 Euro gedeckt werden. Der Erfolgsplan weist einen Überschuss in Höhe von 91.000 Euro aus. Dieser soll laut Dold zur Deckung der massiven Verlustvorträge genutzt werden.
    Hier sah der Gemeinderat keine Streichungsmöglichkeiten.
  • Kurbetrieb: Beim Eigenbetrieb Kurbetrieb sind Investitionen in Höhe von 370.000 Euro geplant. Dickster Brocken ist die Verlegung des Skilifts Winterberg mit 300.000 Euro. Insgesamt weist der erste Entwurf einen Jahresverlust von rund 948.000 Euro aus. Hier setzte der Gemeinderat massiv den Rotstift an. Die geplanten Investitionen für den Beitritt der Gemeinde zur Hochschwarzwald Tourismus GmbH wurden von 30.000 auf 20.000 Euro gekürzt. Die Planungsrate für das Haus des Gastes in Höhe von 50.000 Euro wurde komplett gestrichen, ebenso die 300.000 Euro für die Verlegung des Skilifts Winterberg. „Wenn der Winter wieder so schneearm ist, wie in den letzten Jahren, ist es nicht nachvollziehbar, dass wir hier einen neuen Skilift bauen“, sagte Herbert Rombach (CDU). Bürgermeister Jörg Frey: „Stand heute ist aufgrund der Corona-Pandemie ein Liftbetrieb sowieso nicht möglich.“ Der Gemeinderat stimmte geschlossen für die Streichungen im Bereich Kurbetrieb. Von den ursprünglich geplanten 380.000 Euro an Investitionen blieben nur noch 20.000 Euro übrig. Kämmerer Dold mahnte dennoch, die Verluste im Kurbereich seien zu hoch. Man müsse sich in Zukunft unbedingt die weitere Vorgehensweise genauestens anschauen.
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  • Schwarzwaldpokal: Katrin Kimmig (OGL) wollte wissen, ob die Kosten für den Schwarzwaldpokal, die im Plan mit 35.000 Euro kalkuliert waren, denn gerade in Hinblick auf Corona stabil bleiben würden. „Muss man hier aufgrund von Hygiene-Auflagen und eventuell keine zahlende Zuschauer nicht mit Mehrkosten rechnen?“ Frey erklärte, dass das Weltcup-Finale aktuell ohne Zuschauer geplant werde. „Die Anforderungen über ein Hygiene-Konzept können wir einfach nicht erfüllen.“ Die Zuschauer-Einnahmen fielen zwar weg, allerdings würden massiv Kosten bei Tribünen und Zelten eingespart.