Norbert Isele und Christiane Knauf von der Kommunalentwicklung (KE) waren im Gemeinderat Schonach zu Gast und stellten den ersten Entwurf zum Bebauungsplan Höfleberg vor.

Wunsch des Gemeinderats

Es war der Wunsch des Gemeinderats, vor einem ersten Entwurf grundlegende Dinge wie etwa Bebauungsart oder besondere Vorgaben zu diskutieren und diese als Vorgabe der KE mit auf den Weg zu geben, führte Bürgermeister Jörg Frey in das Thema ein.

Kaum hatte man in der vorigen Sitzung den Beschluss gefasst, das Baugebiet umzusetzen, so führte Frey weiter aus, hätten sich schon drei Interessenten gemeldet. „Bedarf ist da, natürlich sind aber nicht alle mit den Beschlüssen einverstanden“, so Frey. Aber als Gemeinderat müsse man schauen, dass die Mehrheit einverstanden wäre. Und, so war er sich sicher, hätte man einen anderen Standort für ein Baugebiet gewählt, hätte es sicher auch dort Widerspruch gegeben.

Verfahren nur bis Ende 2021 möglich

Norbert Isele stellte dem Gemeinderat die KE in Kürze vor. Christiane Knauf ging auf das konkrete Vorhaben ein. Schon vor zwei Jahren habe man mit dem Aufstellungsbeschluss begonnen. Der Bebauungsplan soll nach Paragraf 13 b Baugesetz ausgeführt werden, also im verkürzten Verfahren ohne Umweltprüfung. Allerdings, so mahnte sie, müsse man den Bebauungsplan dann bis Ende 2021 beschlossen haben, danach falle der Paragraf weg.

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Zwar wolle man keine Umweltprüfung durchführen, dennoch aber Naturschutzaspekte beachten. Problem sei ein Biotop, das zwischen Alt- und Neubebauung liegt. Dieses Biotop wolle man größtenteils erhalten. Ganz sei dies aber nicht möglich, da das Neubaugebiet nach dem Paragrafen 13 b eigentlich direkt an Altbebauung anschließen müsste. Die Pläne sehen nun vor, dass das Biotop zum allergrößten Teil erhalten werden und als öffentliche Grünfläche ausgewiesen werden soll.

Biotop braucht Erschließungsweg

Frey forderte den Gemeinderat auf, seine Ideen und Anforderungen für den Bebauungsplan vorzubringen. Er selbst sagte, dass man auf jeden Fall einen Wirtschaftsweg von der Erschließungsstraße in das Biotop brauche. „Der Landwirt, der sich um die Pflege dort kümmert, hat darum gebeten, das sollten wir unbedingt beachten.“

Christian Kuner (OGL) wollte wissen, inwieweit der Paragraf 13 b denn hier nun noch gelte, denn das Neubaugebiet schließe nur noch mit einem Baugrund direkt an die Altbebauung an. Knauf erklärte, dass er dann gültig wäre, wenn die Grünfläche im Geltungsbereich enthalten sei, das wäre hier der Fall.

Grundstücke besser nutzen

Silke Burger (CDU) merkte an, dass die Grundstücke doch recht groß seien, sie würde dafür plädieren, hier nicht nur Einfamilienhäuser, sondern auch Reihen- und Doppelhausbebauung möglich zu machen. Dies hielt auch Frey, vor allem im Sinne des Flächenverbrauchs, für angebracht. „Ich würde sogar Geschosswohnbau zu lassen, also Mehrfamilienhäuser.“

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Bernd Kaltenbach (FWV) fragte sich, ob man das direkt an die Altbebauung angrenzende Grundstück leer lassen könnte. „Dann wäre das Biotop überhaupt nicht betroffen.“ Das, so Knauf, sei nicht möglich, denn dann könne man wiederum nicht per Paragraf 13 b erstellen.

Petra Hettich (FWV) konnte sich eine Bebauung auch mit Doppel- und Reihenhäusern gut vorstellen. „Geschosswohnbau dagegen sehe ich jetzt eher mit Bedenken“, gab sie zur Kenntnis. Auch Herbert Rombach (CDU) sah das kritisch. Er plädierte ebenfalls eher für Einfamilien- oder Reihenhäuser.

Gerne auch Geschosswohnungsbau

Gerhard Kienzler (OGL) mahnte an, dass man die Fläche optimal nutzen solle, die aktuellen Grundstücke, so sah er es, seien doch recht groß. Deswegen würde auch er Doppel- und Reihenhäuser zulassen, auch Geschosswohnbau. „Aber dieser muss sich in die Landschaft integrieren, das sollten keine Wohnblöcke sein.“

Nachhaltig planen

Er forderte zudem dazu auf, im neuen Baugebiet zukunftsorientiert und nachhaltig zu planen, brachte hier etwa Regenwasserversickerung, Pflicht zur Montage von Solaranlagen und ähnliches ins Spiel. Er schlug auch vor, die Zugangsstraße als Spielstraße auszuweisen. Burger war gegen eine weitere Regulierung, es gäbe schließlich aktuell genügend Vorschriften, die ein Bauherr beachten müsse.

Was ist mit Parkplätzen?

Zur Größe der Grundstücke gab Christiane Knauf zu bedenken, dass man hier die Stellplatzpflicht nicht außer Acht lassen sollte. So sollten bei einer Bebauung mit einem Zwei-Familienhaus pro Einheit zwei Stellplätze zur Verfügung stehen. „Das braucht ziemlich viel Fläche.“ Bernd Kaltenbach (CDU) pflichtete ihr hier bei: „Das ist ein Aspekt! Und dass die Autos auf der Straße stehen, wollen wir ja auch nicht.“

Kienzler sprach noch die Zufahrt vom Ortskern her an. „Das wird ja nun ziemlich eng. Wir sollten uns zeitnah Gedanken machen, ob wir da nicht auch mal ausbauen und einen Gehweg anlegen.“ Frey pflichtete ihm bei, allerdings sah er ein großes Problem: „Wir sind nicht im Besitz der nötigen Grundstücke.“

Geschlossene Zustimmung

Frey brachte schließlich die Anforderungen für die Städteplaner auf den Punkt: Der Schwerpunkt der Bebauung sollte auf Einfamilienhäusern liegen, auch Doppel- und Reihenhäuser sollten zugelassen werden. Es soll die Frage nach den Autostellplätzen geregelt werden. Eine Pflicht zum Bau von Photovoltaik-Anlagen solle bedacht werden, auch die Gasversorgung. Und auch der Zugang zum Biotop mittels Wirtschaftsweg soll eingeplant werden. Diesen Vorgaben stimmte der Gemeinderat geschlossen zu.

In Bälde wird die KE nun dem Rat die ersten Entwürfe vorlegen. Frey wies darauf hin, dass die letzte Gemeinderatssitzung 2021 auf den 14. Dezember geplant sei. „Bis dahin muss alles fertig sein, damit wir beschließen können“, mahnte er.