Erschreckende Szenarien in Sachen Wasserversorgung hörte man in den vergangenen Jahren der heißen und trockenen Sommer immer wieder. Speziell Wasser-Selbstversorger in der Landwirtschaft waren in vielen Orten des Schwarzwalds, auch in Schonach, sind auf Wasserlieferungen der Feuerwehren angewiesen. „Geht unserem Wald das Wasser aus?“ Mit dieser provokanten Frage beschäftigten sich die Mitglieder des Ortsverbands Schonach von Bündnis 90/Die Grünen bei einem Abend im Haus des Gastes vor rund 50 Besuchern. Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf die Wald- und Wassersituation rund um Schonach?

Geladen waren dazu der Geschäftsführer der Firma Aquavilla, Michael Dold, die mittlerweile auch in Schonach für die Versorgung mit Trinkwasser zuständig ist, und Johannes von Stemm, der die Seite des Forstes vertrat.

Bild: Hans-Jürgen Kommert

Die Aquavilla ist ein interkommunaler Zusammenschluss im Bereich der Wasserversorgung, zuständig für die Daseinsfürsorge sei aber nach wie vor jede Gemeinde selbst. Zwar habe der diesjährige Sommer dazu geführt, dass sich die Grundwassersituation deutlich verbessert habe, betonte Dold in seinem Vortrag, man sei jedoch längst nicht auf der sicheren Seite. In sieben Kommunen und 20 Ortsteilen sei die Aquavilla beauftragt, die Wasserversorgung zu gewährleisten. Ddazu kämen derzeit etwa 400 Eigenversorger, 2,1 Millionen Kubikmeter Wasser betrage dabei die jährliche Wasserabgabe.

In den vergangenen Jahren sei die Versorgungssituation in etlichen Gemeinden an die Kapazitätsgrenze gekommen, direkt betroffen waren unter anderem Schönwald und Schonach, aber auch Vöhrenbach. 2017 habe man eine interkommunale Wasserversorgung mit Furtwangen in die Wege geleitet, die gerade rechtzeitig fertig geworden sei. „Die Jahre von 2018 bis 2020 wären in Schönwald und Schonach sonst kritisch geworden“, betonte Dold.

Dabei speisen 30 eigene Quellen das Wassernetz des Dorfs, die 205  000 Kubikmeter geschüttet hätten, davon seien rund 149  000 Kubikmeter verkauft worden. Der Verbrauch liege deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Dramatisch sei gerade in Schonach der Netzverlust, der auch nach eingehenden Reparaturen noch immer bei knapp 25 (2019 lag der Wert jenseits der 45) Prozent liege – mithin gingen auch 2020 rund ein Viertel der geförderten Trinkwassermengen „den Bach runter“.

Ob denn Furtwangen mit seinen beiden Tiefbrunnen es sich leisten könne, die drei genannten Gemeinden mit zu versorgen, lautete eine der Fragen an Dold. Dahingehend habe er keine Sorge, so Dold, Untersuchungen namhafter Institute hätten beiden Tiefbrunnen enorme Leistung bescheinigt.

Johannes von Stemm zeigte auf, dass der Wald um Schonach vor rund 250 Jahren nur etwa 38 Prozent der damaligen Fläche beansprucht habe, heute liege der Anteil bei etwa 66 Prozent. Die dabei zugrunde liegende Waldstruktur mit einem enormen Anteil an Fichte sehe nicht nur er eher kritisch. Die Fichte werde wohl in den nächsten Jahren immer stärker abnehmen. Zwar seien fast alle Baumarten von Trockenstress ebenfalls betroffen, viele jedoch deutlich weniger.

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