120 ehrenamtliche Helfer, 1,5 Tonnen Pommes, 500 Kilogramm Bratkartoffeln, 850 Schweinshaxen und 3500 Würste. Das ist das Schonacher Volksfest in Zahlen. Doch das ist nicht alles.

Hinter der weit über die Grenzen der Raumschaft hinaus bekannten Großveranstaltung steckt weitaus mehr, wie Festwirt Uwe Kammerer und der Vorsitzende des veranstaltenden Fördervereins der Feuerwehr, Christof Schwer herausstellen. Denn nach zwei Wochen intensiver Vorbereitungen und einem dreitägigen Festmarathon begannen viele Helfer nach dem letzten Festhöhepunkt am Montagabend noch in derselben Nacht mit dem Abbau. „Am Dienstag um sieben Uhr kam die Brauerei, um ihre Biergarnituren abzuholen“, schildert Kammerer. Dann müsse das Zelt leer sein.

Sichtlich Spaß haben diese jungen Volksfestbesucherinnen beim Heißer-Draht-Spiel.
Sichtlich Spaß haben diese jungen Volksfestbesucherinnen beim Heißer-Draht-Spiel. | Bild: Lukas Nagel

Der Dank des Festwirtes ging daher an alle Helfer: „Manche beginnen am Montag um 10 Uhr und arbeiten bis Dienstag durch“, sagt Kammerer. Nur 43 Feuerwehrmänner seien eigentlich in der Wehr aktiv. Doch beim Volksfest übersteigt die Anzahl der Helfer diese bei Weitem.

„Ich ziehe wirklich den Hut“, lobte er. Zufrieden sind die Veranstalter auch mit dem Festverlauf und ihrem Umsatz. „Abgerechnet wird am Schluss. Doch es ist klar: So ein Fest macht man, um Geld zu verdienen“, gab sich der Festwirt mit Zahlen zurückhaltend. Man müsse jedoch auch bedenken, wie enorm der Unkostenapparat sei, der für den Verein jedes Jahr bei den Festvorbereitungen anfalle.

Als wollten die Besucher den Verein in seiner Arbeit bestärken, kamen sie über das ganze Wochenende in Scharen. „Trotz des mittelmäßigen Wetters am Samstag und Sonntag hatten wir von Beginn an ein großartiges Publikum“, sind sich Kammerer und Schwer einig. Das Zelt war am Samstagabend zum Teil so gefüllt, dass kaum mehr ein Durchkommen war. Bis 5 Uhr morgens hätten es einige Gäste in Feierlaune ausgehalten.

Die Band Hautnah sorgt zum Abschluss des Volksfestes für Stimmung beim Publikum.
Die Band Hautnah sorgt zum Abschluss des Volksfestes für Stimmung beim Publikum. | Bild: Lukas Nagel

Dennoch verlief der Betrieb friedlich. Das bestätigte auch Jürgen Scherer von der beauftragten Securityfirma auf Anfrage, der am Samstag und Sonntag zum wiederholten Mal vor Ort war.

Am Samstag hätten fünf seiner Mitarbeiter den Festbetrieb vor allem im Zelt aufmerksam verfolgt. Hier nannte Scherer vor allem die Überwachung des Kinder- und Jugendschutzes sowie den Bühnenschutz als Hauptaufgabenfelder für den Sicherheitsdienstleister. Nur zwei Auseinandersetzungen konnte Scherer verzeichnen. „Beide Streitigkeiten haben wir im Kern erstickt und eine Schlägerei verhindert“, so Scherer.

Ursache für solche Auseinandersetzungen im Rahmen großer Feste sei immer Alkohol, wie der erfahrene Schonacher weiter zu berichten wusste. Zu den unangenehmen Aufgaben gehöre jedoch das Räumen der Bar. Sonntags übernahm sein Unternehmen dann den Objektschutz. Weitere Zwischenfälle wurden weder von Scherer am Dienstag noch von den Veranstaltern am Montag genannt.

Premiere mit vegetarischem Essen

Zum ersten Mal gab hingegen in diesem Jahr ein vegetarisches Gericht auf der breit aufgestellten Speisekarte. Aber auch auf den Weinstand legten die Veranstalter mehr Augenmerk, sodass der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr dort um ein Drittel gestiegen sei. Am Montagmittag war dafür der Bierkonsum ein wenig geringer als bei den letzten Festen, wie Kammerer und Schwer erklärten.

Was beim Jubiläumsfest 2019 auf die Besucher wartet, wollten beide noch nicht verraten. Nur eines ist sicher: „Ein paar Highlights“ wird es sicher geben bei der 50. Auflage des Schonacher Volksfestes.