Das Brunnenkreuz an der Laubwaldkapelle steht wieder. Vor etwa fünf Jahren sah sich die Familie Oßwald gezwungen, das alte, morsche Kreuz zu entfernen. Der Plan, den Kreuzbrunnen zu ersetzen, bestand damals schon, bestätigt Herbert Oßwald.

Einige Wochenenden im Mai investiert

Aus unterschiedlichen Gründen aber dauerte es seine Zeit, bis die Familie ein neues bauen konnte. Gemeinsam mit seinen Brüdern Armin und Franz und unterstützt vom Neffen Florian investierte Herbert Oßwald einige Wochenenden im Mai, um das neue Kreuz zu bauen.

Herbert (links) und Franz Oßwald freuen sich darüber, dass der neue Brunnen gelungen ist und die Besucher an der Laubwaldkapelle im Sommer wie im Winter mit frischem Quellwasser empfängt.
Herbert (links) und Franz Oßwald freuen sich darüber, dass der neue Brunnen gelungen ist und die Besucher an der Laubwaldkapelle im Sommer wie im Winter mit frischem Quellwasser empfängt. | Bild: Rita Bolkart

Holz aus dem eigenen Wald

Mit Fichtenholz aus dem eigenen Wald fertigten sie den Hauptstamm, den nun ein Kupferblech vor dem Eindringen des Regen- und Schneewassers schützt. Nicht ganz einfach war die Installation der Wasserleitungen, die in den fünf Ausflussrohren münden, die an die fünf Wunden Jesu bei seiner Kreuzigung erinnern.

Geheilte sollen Krücken zurückgelassen haben

Original vom alten Brunnen fügte die Familie die Blechwanne wieder in eine neue Holzkonstruktion ein. So steht der Brunnen, dessen Wasser Heilwirkung nachgesagt wird, runderneuert in der gewohnten Form wieder an der Kapelle. Auf dem Dachboden, bestätigte Herbert Oßwald, fanden sich tatsächlich altertümliche Krücken, die Geheilte an der Laubwaldkapelle zurückgelassen haben sollen.

Zahlreiche Heiligenfiguren zieren den Altar der Laubwaldkapelle. Die meisten davon sind eine stille Gabe der Kapellenbesucher.
Zahlreiche Heiligenfiguren zieren den Altar der Laubwaldkapelle. Die meisten davon sind eine stille Gabe der Kapellenbesucher. | Bild: Rita Bolkart

Die Freude ist groß

Die Schonacher hatten ihren Brunnen an der Kapelle schon vermisst und die Freude ist tatsächlich groß, dass er wieder da ist. „Wir sind mit der Kapelle groß geworden“, erklärte Herbert Oßwald. Als Kinder halfen sie ihrer Mutter Maria, die Kapelle sauber und in Schuss zu halten und pflückten Wiesenblumen für den Altar. Für die Familie Oßwald gehört die Pflege der Kapelle fest zu den alltäglichen Pflichten.

Als kleine Hauskapelle erbaut

1994 entschlossen sie sich zur großen Sanierung der Außenfassade der Kapelle, deren Ursprünge bis etwa 1550 reichen. Als kleine Hauskapelle erbaut, kam sie um 1740 in den Besitz von Blasius Kienzler vom Jungbauernhof. Seit 1836 gehört die Laubwaldkapelle zum Sägelochhof.

Die Mauernischen entdeckte die Familie Oßwald bei der Innensanierung der Kapelle 1997.
Die Mauernischen entdeckte die Familie Oßwald bei der Innensanierung der Kapelle 1997. | Bild: Rita Bolkart

Bei der Innenraumsanierung 1997 entdeckten Oßwalds nicht nur die einzelnen Erweiterungsabschnitte des Kappelgebäudes, sondern auch Mauernischen, die bis dahin unterm Putz unsichtbar waren. Diese arbeiteten sie wieder sorgfältig heraus, heute stehen Heiligenfiguren in den Nischen.

Vor Jahren alle nennenswerten Kulturgüter gestohlen

Obwohl die Familie bei der Sanierung den Altarraum um einige Figuren erleichterte, die als Dankesgabe aufgestellt wurden, finden sich immer wieder neue Bildnisse in der Kapelle und auf dem Altar. Das sieht die Familie Oßwald gelassen, denn grundlos stelle niemand eine Heiligenfigur in die Kapelle. Genau das Gegenteil erlebten Oßwalds in den 1980er-Jahren, als alle nennenswerten Kulturgüter gestohlen wurden.

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Heute steht die Laubwaldkapelle das ganze Jahr über, Tag und Nacht, den Besuchern offen. „Da ist nichts Wertvolles mehr, das davongetragen wird“, kommentierte Herbert Oßwald nüchtern.