Fußball-Bundestrainer Jogi Löw hat eine in den Farben schwarz-rot-gold, Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist ein Fan davon und Bundeskanzlerin Angela Merkel schenkte dem russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin eine mit einem Bundesadler: eine Kuckucksuhr. Nicht irgendeine, sondern eine aus der Kuckucksuhrenmanufaktur Rombach & Haas in Schonach. Dort werden seit 125 Jahren Kuckucksuhren hergestellt.

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  • Auszeichnung: Die Inhaber Ingolf und Conny Haas haben eine Auszeichnung von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg erhalten. „Sie sind ein Aushängeschild für unsere IHK-Mitglieder und -Betriebe“, sagte Philipp Hilsenbek, Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik, der die Urkunde gemeinsam mit Daniela Oklmann, Ansprechpartnerin für den Bereich Tourismus bei der IHK, überreichte. Innovative Unternehmer wie Ingolf und Conny Haas seien nun mal typisch für diese Wirtschaftsregion. „Wir sind dankbar für Ihre Leistung. Sie beweisen, wie modern der Schwarzwald-Baar-Kreis ist.“
  • Firmengründer: Innovativ war auch schon der Firmengründer Gregor Rombach, der die Uhrenfabrik 1894 in einem umgebauten Bauernhof gründete. Da man damals von der Uhrmacherei und dem Verkauf der Uhren allein nicht leben konnte, war an die Uhrmacherwerkstatt ein Lebensmitteladen angeschlossen. Später, als der Uhrenverkauf gut lief, holte er sich mit Christian Haas einen versierten Kaufmann ins Boot, der den Verkauf ankurbelte. Und dem er zunächst die Hälfte des Unternehmens anbot.
  • Übernahme: Einige Jahre später übernahm Christian Haas die Firma komplett. Seiner Voraussicht ist es zu verdanken, dass nach dem Zweiten Weltkrieg sehr schnell wieder Uhren produziert werden konnten. „Mein Großvater hat Uhrenteile und Werkzeug in einem Zwischenboden versteckt“, schmunzelt Ingolf Haas, der die Firma mit seiner Frau seit 1996 führt.
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  • Produktion: Optisch hat sich seit der Gründung vor 125 Jahren in der Produktionsstätte in Schonach nicht viel verändert. In den Schubkästen, wo damals Mehl und Zucker lagerten, sind heute die Uhrengewichte in der typischen Tannenzapfenform, Zahnräder und andere Uhrenteile verstaut. In der Werkstatt wird an denselben Werkbänken wie 1894 gearbeitet. „Wir arbeiten in einem Museum“, scherzt Ingolf Haas, der großen Wert darauf legt, dass der Ur-Zustand nicht wesentlich verändert wird.
  • Modernes Design: Bleibt die Frage, wer sich in Zeiten von Smart Watch am Handgelenk noch eine Kuckucksuhr an die Wand hängt? Die Antwort: jeder, der etwas auf sich hält. Die Kuckucksuhr ist mehr denn je ein zeitgemäßer Wandschmuck. Dass selbst Stars wie David Hasselhoff auf diese Schwarzwälder Zeitmesser abfahren, ist laut IHK der Verdienst von Ingolf und Conny Haas. Um den bis dahin stagnierenden Absatz von Kuckucksuhren anzukurbeln, haben sie im Jahr 2005 begonnen, der herkömmlichen Kuckucksuhr ein modernes Design zu verpassen. Nicht ahnend, was sie damit auslösen. Denn unbewusst haben sie nicht nur der Kuckucksuhr mit bunten Farben und extravaganten Formen zu neuem Aus- und Ansehen, sondern dem gesamten Schwarzwald zu einem neuen Image verholfen, teilt die IHK in ihrer Pressemitteilung mit.
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  • Aufschrei und Anerkennung: Von dem Erfolg sind die beiden bis heute überrascht. „In den vergangenen 14 Jahren wurde mehr als 100-mal im Fernsehen über uns berichtet, von Fernsehsendern in der ganzen Welt“, sagt Ingolf Haas. Die Menschen, die es wagten, einem Traditionsprodukt zu neuem Aussehen zu verhelfen, erregte internationale Aufmerksamkeit. Und, nach einem ersten Aufschrei der Entrüstung, letztlich hohe Anerkennung. Die Folge sind weltweite Anfragen. Selbst in der britischen Königsfamilie bei William und Kate ruft der Schonacher Kuckuck die vollen Stunden aus.
  • Personalisierbar: Zwar werden bei Rombach & Haas nach wie vor auch traditionelle Schwarzwald- und Kuckucksuhren gefertigt. „Aber 80 Prozent der Kunden bestellen eine moderne Uhr“, sagt Conny Haas, die die Uhrenschilder in kunstvoller Handarbeit bemalt. Ein Großteil der Produkte, die in etlichen Ausführungen und in gewissem Maße nach Kundenwünschen personalisierbar erhältlich sind, bleibt in der Heimatregion. Neueste Idee der Uhrenmanufaktur Rombach & Haas sind Uhren mit einem jahrhundertealten Holzbalken eines Bauernhauses.
  • Nachfolge geregelt: Was Geschäftsbereichsleiter Philipp Hilsenbek und Daniela Oklmann bei der Urkundenübergabe gerne hörten: die Nachfolge ist bereits geregelt. Tochter Selina und ihr Mann Andreas Kreyer werden den Betrieb eines Tages übernehmen und das Unternehmen Rombach & Haas in der fünften Generation führen.