Auf Einladung des CDU-Landtagsabgeordneten Karl Rombach besuchte Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatsekretärin des Ministeriums ländlicher Raum und Verbraucherschutz, den Klausenbauernhof in Schonach.

Gemeinsam mit Landrat Sven Hinterseh, Bürgermeister Jörg Frey, Grünen-Landtagsabgeordneter Martina Braun und BLHV-Vizepräsident Bernhard Bolkart erläuterten sie Themen rund um die Landwirtschaft und den ländlichen Raum.

„Wir waren eine Notstandsgemeinde“, bekräftigte Bürgermeister Jörg Frey hinsichtlich der Internetqualität. Er und Landrat Sven Hinterseh erläuterten Friedlinde Gurr-Hirsch nicht nur den Weg zum Zweckverband Breitband in Kreis- und Gemeindeverwaltung, sie wiesen sie auch auf die Glasfasererschließung der Höfe im Außenbereich hin.

„Da wurde nicht nur geschwätzt, sondern angepackt“, beschrieb Bürgermeister Frey die Grabarbeiten der Landwirte und Anlieger im vergangenen halben Jahr. Bei der Gemeinschaft auf dem Rensberg wären so rund fünf Kilometer in Eigenleistung verlegt worden.

Frey rechnet damit, dass die Nahtstellen in der Glasfaserversorgung im letzten Vierteljahr des Jahres geschlossen werden können. Nach der Erschließung auf dem Rensberg und im Holz plant die Gemeindeverwaltung das Gewann Paradies als nächstes Projekt.

Landrat Sven Hinterseh erklärte, dass die 25 Millionen Landeszuschuss für das Kreisprojekt Breitbandausbau gut angelegt wären, zumal die Gemeinde Schonach in den grundlegenden Arbeiten erst einmal selbst ans Glasfaser angeschlossen werden musste. Der Zweckverband konnte das schnelle Internet für die Gemeinde 2016 in Betrieb nehmen. Hinterseh bezeichnete eine stabile und leistungsfähige Internetverbindung als Grundlage für die Zukunft im ländlichen Raum. Gleichzeitig betonte er die gute Zusammenarbeit des Kreises mit den Kommunen. CDU-Landtagsabgeordneter Karl Rombach dankte stellvertretend dem Landratsamt und der Gemeindeverwaltung für das Engagement und lobte die Leistungen, die vor Ort erbracht wurden.

Friedlinde Gurr-Hirsch bezeichnete den Schwarzwald-Baar-Kreis als Beispiel, wie man kreisweit erfolgreich sein kann. „Ihr gebt anderen die Geschwindigkeit vor“, fügte sie hinzu. Bürgermeister Jörg Frey wünschte sich, dass das Antragsverfahren für weitere Breitbandausbauprojekte entschlackt werde. Außerdem wies er Friedlinde Gurr-Hirsch auf den Sanierungsbedarf der Hofzufahrten hin. Da werde auf die Gemeinden in den nächsten fünf bis zehn Jahren einiges zukommen.

Friedlinde Gurr-Hirsch, die Grünen-Abgeordnete Martina Braun als auch Karl Rombach machten auf einen Fördertopf von fünf Millionen Euro aufmerksam, der in den Koalitionsverhandlungen vereinbart wurde und der beim nächsten Doppelhaushalt wieder mit der gleichen Summe ausgestattet werden soll. Dennoch mahnte Jörg Frey, dass eine 20-prozentige Förderung nicht ausreichen werde.

Nachdem der Bundesgerichtshof in Sachen Holzkartellstreit das Urteil des Oberlandesgerichtes Düsseldorf aufgehoben hat, wäre die Zeit, nachzuarbeiten, so BLHV-Vizepräsident Bernhard Bolkart. Er nannte den Umgang mit Kalamitäten, die Beförsterung für den Privatwald, die Stützpunktdiskussion, eine schlagkräftige Vermarktung und den Ausbildungsauftrag als Themen.

Das Modell der Fünfjahresaufträge für die Dienstleistungen des Forstes lehnte Bolkart ab. Das bringe nur mehr Bürokratie und weniger Flexibilität. Außerdem erinnerte er daran, dass das freie Betretungsrecht des Waldes den Eigentümern als Gegenleistung für eine flächendeckende Beförsterung vom damaligen Landwirtschaftsminister Gerhard Weiser „abgekauft“ worden war.

Auch Landrat Sven Hinterseh bezeichnete das Betretungsrecht als hohes, aber nicht selbstverständliches Gut. Martina Braun und Karl Rombach wollen sich dafür einsetzen, dass der staatliche Forststützpunkt nach Furtwangen kommt. Friedlinde Gurr-Hirsch sprach sich dafür aus, dass nachhaltige Bewirtschaftung soweit als möglich erhalten bleibe.