Von den Narren sehnsüchtig erwartet, liegt es nun druckfrisch auf dem Tisch: das neue Volksblatt 2017. Eine Schonacher Fasnet ohne die närrische Zeitung ist undenkbar. Sie bietet Gelegenheit, sich über wahre Begebenheiten, die meist nur hinter vorgehaltener Hand erzählt werden, offiziell zu informieren. Im wahrsten Sinne des Wortes zeigen die Narren Größe, denn allein das Format der auf feinstem, handgeschöpften Büttenpapier gedruckten Zeitung sprengt die üblichen Dimensionen. Kein anderes Blatt der Raumschaft erreicht diese gewaltigen Ausmaße, sodass genügend Platz vorhanden ist, die Leser en détail mit vielen hochexplosiven Schmankerln zu versorgen.

Dichterfürst „DT“ Martin Schmidt und seine Mitstreiterin Monika Kuner machten sich wieder viel Mühe, denn sage und schreibe 65 Beiträge mussten auf bestens gereimte Weise im Intelligenzblatt untergebracht werden.

Sogar der oberste Chef der Geißenmeckererzunft, Ozumei Jonny Kienzler, trug mit einem Beitrag zum Gelingen des staatstragenden Blattes bei. Natürlich wurde auch im Hintergrund kräftig gewerkelt, denn ein solches Heft lässt sich ohne eine Vielzahl von Mithelfern nicht verwirklichen. Wie von ihnen erwartet, ließen die närrischen Schriftgelehrten nicht die allerkleinsten Fettnäpfchen aus; sehr zur Freude der großen Leserschaft. Und diese gibt es mit absoluter Sicherheit, denn die gedruckten 800 Exemplare werden in kürzester Zeit vergriffen sein.

Schon ein flüchtiger Blick in das überdimensionale Heft lässt erkennen, dass wieder mit sehr heißer Nadel gestrickt wurde. Natürlich wird das Thema „Kultur im neuen Kurpark“ auf allerhöchstem Niveau abgehandelt und einige spektakulären Ereignisse während des Sommerfests des Musikvereins verdienen es ebenfalls, schwarz auf weiß im närrischen Magazin für die Ewigkeit festgehalten zu werden.

Dass die EGT als Trendsetter ebenfalls einen gebührenden Platz im Heft verdient hat, versteht sich von selbst. Aber nicht nur über die großen Dinge des Lebens wurde berichtet, auch die zahlreichen alltäglichen – und sehr gerne verschwiegenen – kleinen Missgeschicke der Mitbürger werden die Leser zum Lachen, zumindest aber zum Schmunzeln, bringen. Es ist halt eine bekannte Tatsache: „Schadenfreude ist die reinste Freude.“ Mehr zum Inhalt wollten die Narren nicht verraten und so bemerkte Zunftmeister „DT“ Schmidt kurz und bündig: „Einfach überrasche losse. Aber wie jede Medaille, hat alles zwei Seiten und so gibt es doch einen kleinen Wermutstropfen. Wir mussten den Preis für unser Heft aufgrund der allgemein gestiegenen Kosten leicht anheben. Trotz einer Vielzahl von treuen Sponsoren ließ sich eine Verteuerung leider nicht umgehen. Und zwar mussten wir den Verkaufspreis um 50 Cent auf jetzt drei Euro erhöhen. „Aber wa nint koscht, isch nint“, frotzelte „DT“ Schmidt. Seit Jahren ist es guter Brauch, dass das Volksblatt erst nach dem Zunftball im Haus des Gastes, offiziell verkauft wird. Damit ist gewährleistet, dass einige Anekdoten aus dem Blatt nicht schon vorher der Öffentlichkeit zu Ohren kommen. „Andererseits ist es nicht von Nachteil, wenn man bequem zuhause im Sessel nochmals alles nachlesen kann, was am Zunftabend durch den Kakao gezogen wurde“, meinte „DT“ Schmidt.

Demnach wird die größte Narrenzeitschrift der Raumschaft erst ab Montag, ab 17 Uhr an den Haustüren verkauft. Die Blättli-Austräger klopften bis etwa 22 Uhr an die Haustüren und hoffen so, auch noch zu später Stunde eine amüsante Bettlektüre frei Haus zu liefern. Natürlich gibt es wieder zahlreiche Verkaufsstellen, so auch bei Moosis Lesecafé. Auch das große „Hilde-Burger-Kaufhaus am See“ verkauft drauflos, was das Zeugs hält und die Bäckerei Kienzler wird in ihren Ladengeschäften in Schonach und Triberg diese närrische Kost ebenfalls feilhalten.