An der Umfrage hatten sich 62 Prozent der Eltern beteiligt. Für diesen Zeitraum fehlen sieben Krippenplätze für die unter Dreijährigen und 15 Plätze für die über Dreijährigen. Hier wären Zuzüge und kurz entschlossene Eltern noch nicht berücksichtigt, ergänzte Jennifer Hopf in der jüngsten Schonacher Gemeinderatssitzung.

Noch ist für mehr als die Hälfte der Eltern die Öffnungszeiten von 7 bis 13.30 Uhr ausreichend, analysierte sie weiter, der Trend gehe aber eindeutig zur Ganztagesbetreuung.

Spätestens ab März 2019 muss eine neue, altersgemischte Gruppe mit zehn Plätzen geöffnet werden. Kindergartenleiterin Nadine Gosa hatte verschiedene Möglichkeiten vorgeschlagen. Im Gespräch war, als Alternative zur gemeindeeigenen Villa Kunterbunt, der Spielort „Baustelle“ im Kindergarten und die Einrichtung eines Waldkindergartens. Für diesen ist der Personalschlüssel enger, informierte Jennifer Hopf. Investitionen wären für beide Alternativen nötig.

Gegenwind bei der Freiluftvariante kommt von der katholischen Trägerschaft. „Ein Waldkindergarten ist organisatorisch nicht zu stemmen“, sagte Elvira Gaus, Kindergartengeschäftsführerin der Kirche.

Bürgermeister Jörg Frey versicherte, dass die Gemeinde den steigenden Bedarf sehe und es als ihre Pflicht annehme. „Diese Zahlen zeigen, dass eine altersgemischte Gruppe mittelfristig nicht reichen wird“, folgerte er. Nicht nur die ermittelten Zahlen bestätigten den Trend, sondern auch die steigende Geburtenzahl in der Gemeinde.

Gemeinderat Helmut Kienzler von den Freien Wählern befürchtete, dass nicht genügend Fachpersonal für die kommenden Erweiterungen zu finden sei und bat darum, sich frühzeitig darum zu kümmern.

Elvira Gaus berichtete von einigen Bewerbern, die ihre Bereitschaft für einen Wechsel zum Frühjahr 2019 bereits bekundet hatten. CDU-Gemeinderat Herbert Rombach erkundigte sich, ob die Einschulung der Großen nicht die Belegzahlen im Herbst entlasteten.

Das wäre in der Regel so, bestätigte Elvira Gaus, die Gruppen füllten sich im Laufe des Kindergartenjahres. Aktuell jedoch wären die Anmeldungen schon ab Mai 2018 auf den September vertröstet worden.

Volker Lehmann von den Freien Wähler hakte zum Thema Waldkindergarten nach. „Ich finde den Waldkindergarten eine tolle Lösung“, sprach er sich dafür aus, auch wenn der Personalbesatz mit drei Vollzeitstellen, gegenüber 2,6 in den Räumlichkeiten, höher wäre. Bei der Bedarfsumfrage hatten 41 Prozent für diese Option interessiert.

CDU-Gemeinderätin Silke Burger überlegte, ob eine Nachmittagsgruppe die Situation nicht entlasten könnte. Elvira Gaus bezeichnete diesen Bedarf als eher unwahrscheinlich.

Der Gemeinderat beschloss für den Bereich der Unter-Dreijährigen den akuten Mangel mit einer Halbtagesstelle aufzufangen und die altersgemischte Gruppe zum 1. März 2019 in der Villa Kunterbunt zu öffnen. „Wir werden handeln, wenn die Details geklärt sind“, versprach Frey.