Wie duftet Rosmarin? Wie Lavendel, wie Minze und wie Liebstöckel? Was macht man eigentlich damit? Und was ist überhaupt notwendig, damit aus einem Kräuterbeet etwas Vernünftiges geerntet werden kann? Fragen wie diesen können nun Schüler der Dom-Clemente-Schule ganz praktisch auf den Grund gehen.

Seit einiger Zeit gibt es auf ihrem Schulhof in Schonach nämlich ein großes Beet, in dem die von den Schülern selbst angepflanzten Kräuter munter vor sich hin gedeihen. Möglich machte das Ganze der Rotary Club Furtwangen-Triberg.

Im vergangenen Jahr hatte die damalige amtierende Präsidentin Sandra Sieber für ihre Amtszeit das Motto „Heimat und Genuss“ ausgegeben. Wie es bei der Service-Organisation üblich ist, entschied sie sich neben anderen Hilfsprojekten auch für eines, bei dem sie und ihre rotarischen Freunde selbst Hand anlegen konnten, um damit etwas Gutes zu erreichen.

Heimat und Genuss – diese beiden Elemente ließen sich perfekt im Kräutergartenprojekt verbinden, berichtet Sandra Sieber in der Rückschau. Die Dom-Clemente-Schule, die ja auch Naturparkschule und solchen Themen ohnehin aufgeschlossen ist, sollte das Fundament für einen solchen Garten bekommen. Den sollten die Schüler weiter anlegen und pflegen.

Gesagt – getan: Bei zwei Arbeitseinsätzen vor Ort packten die Rotarier an, hoben das Erdreich aus, setzten die Fundamente und schließlich die Palisadenbefestigung rundrum. Dann waren die Schüler dran und füllten das Ganze eifrig mit Erde auf.

Biologie- und Chemielehrerin Anja Schuler ist von Anfang an für das Projekt verantwortlich. Sie und Schulleiterin Sabine Emde freuen sich über die neue Anlage besonders, in der es mittlerweile schon richtig grünt und blüht. Die Kräuter bekam die Schule gespendet, denn zum einen macht sie beim Projekt „Wir tun was für Bienen“ mit und zum andern gab es auch Spenden aus dem Schonacher Kurpark, die über den Winter eingelagert worden waren.

Bei den Biologieschülern der sechsten und siebten Klassen ist im Lehrplan verankert, in die Lebensräume zu gehen. „Welchen besseren könnten wir bieten, als den direkt um unsere Schule herum“, findet Biolehrerin Anja Schuler und greift zur Gießkanne, die sie einer Schülerin in die Hand drückt.

Die marschiert munter drauf los und gießt das Beet ohne große Aufforderung. „Die Pflege gehört einfach dazu“, sagt die Lehrerin und berichtet, dass die Schüler das durchaus überwiegend gerne machen. Und auch noch andere positive Effekte hat das Ganze: Eventuell vorhandene Ängste vor Insekten aller Art wurden abgebaut, weil beim Arbeiten im Freien schnell klar wird, dass die Tierchen eigentlich nur recht harmlos herumflattern oder -kriechen und obendrein noch fürs ökologische Gleichgewicht sorgen.

Kinder bauen Getreide an

Für die Pflege und den Anbau des Beets sorgen noch vor den großen Sommerferien in der Hauptsache die Ganztageskinder, die im Übrigen auch noch Kunstwerke für den Schulgarten erstellen oder an einer anderen Stelle sogar Getreide und Kartoffeln anbauen. „Das gefällt den Schülern einfach“, weiß Schulleiterin Sabine Emde.

Und Lehrerin Anja Schuler ergänzt: „Gartenarbeit erdet total. Das holt viele Kinder runter. Früher gab es viel Streit, heute haben wir das so gut wie gar nicht mehr.“ Stattdessen hätten die Schüler gemerkt, dass es viel mehr bringt, sich gegenseitig zu helfen – sehr zur Freude der Rotarier, denn das ist selbstverständlich ganz in ihrem Sinne.