Was tun, wenn Beschäftigte einen Angehörigen pflegen müssen? Zu dieser Frage haben auf Einladung des Ökumenischen Bildungswerks Schonach die Experten Oliver Moosmann und Michael Storz von der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg im Pfarrzentrum referiert.

Eine Reihe von Unterstützungsregelungen

„Neben einer Berufstätigkeit einen Angehörigen zu pflegen, kann eine echte Herausforderung sein. Es gibt aber eine Reihe von Unterstützungsregelungen, die oft nicht bekannt sind, aber Entlastung schaffen können“, so Oliver Moosmann. Wenn eine Pflegesituation, etwa nach einem Schlaganfall, akut auftritt, kann man für zehn Tage eine unbezahlte Auszeit von der Beschäftigung nehmen. Das ausgefallene Arbeitsentgelt wird durch das Pflegeunterstützungsgeld ausgeglichen.

Bis zu 24 Monate weniger arbeiten

Ist man länger in die Pflege eingebunden, kann man ähnlich wie bei einer Elternzeit, eine sechsmonatige Pflegezeit nehmen, vorausgesetzt der Betrieb hat mehr als 15 Beschäftigte. „Bei Betrieben mit mehr als 25 Beschäftigten kann man sogar eine 24-monatige Familien-Pflegezeit in Anspruch nehmen. Bei dieser Variante kann die Arbeitszeit auf bis zu 15 Stunden pro Woche reduziert werden“, sagt Moosmann.

Wichtige Kurzzeitpflege

Auf die pflegerechtlichen Aspekte ging Michael Storz ein. Es gebe Unterstützungsleistungen wie Pflegegeld, ambulante Betreuung, stationäre Pflege sowie Kombinationen davon. Für Berufstätige wichtig seien die Kurzzeitpflege oder die Verhinderungspflege. „Wenn man beispielsweise beruflich unterwegs ist, werden die Kosten für einen professionellen Pflegedienst übernommen, der bei der eigenen Abwesenheit einspringt“, erklärt der Experte den Zuhörern.

Beraten lassen

„Es gibt eine Vielzahl von Regeln und Leistungen im Bereich Pflege“, resümiert Marlies Schneider vom Bildungswerk. „Umso wichtiger ist es, dass man sich informiert und sich zu den verschiedenen Möglichkeiten beraten lässt.“