Groß ist stets die Spannung am Fasnetdienstag in Schonach – wer wird wohl den begehrten Batzenwecken-Orden der Narrenzunft erhalten? Ganz besonders groß muss die Neugier in diesem Jahr gewesen sein, die alte Schwanen-Wirtschaft platze aus allen Nähten.

Doch von vorne. Die Narrenräte, Musikverein und viele Batzenwecken-Ordensträger aus den Vorjahren trafen sich um 10 Uhr im „Rebstock“. Von dort aus ging es zu Gerdas Laden, hier wurden die Baztenwecken abgeholt. Das alles dauerte seine Zeit und so kam man erst nach 11 Uhr im „Schwanen“ an.

Dort nahm gleich Martin Schmidt, DT, das Zepter in die Hand – obwohl er eigentlich gar nichts mehr zu sagen hat, wie er selbst zugab. Denn die Verleihung obliegt dem ersten Zunftmeister und dieses Amt hat er im vergangenen Jahr an Hartmut Burger abgegeben. Schmidt wollte sich aber persönlich verabschieden, was er in Gedichtform tat und zum Schluss feststellte „’s bliebt alles wie es war, mir gen nochher uf’s Bärt, isch doch klar!“ Hartmut Burger übernahm das Mikro. Bevor er die Gäste begrüßte, sprach er Martin Schmidt noch einmal den ausdrücklichen Dank der Narrenzunft für die Arbeit in den vergangenen Jahren aus.

Dann ging’s ans Begrüßen, und da hatte Burger einiges vor sich. Neben Bürgermeister Jörg Frey, einer Abordnung der Narrengemeinde Oberstadt und des Schonacher Männergesangsvereins waren wieder zahlreiche Ordensträger aus den Vorjahren da, sogar die ersten Ordensträger aus den Jahren 1978 und 1979, Rudi Seitenberg und Berthold King. Auch Gallus Strobel, Tribergs Bürgermeister und außerordentlicher Ordensträger aus dem Vorjahr, war gekommen.

Dann ging es an die Verleihung des aktuellen Ordens. „Einfach war die Auswahl nicht“, verriet Burger. Schließlich sei die Liste der Anwärter lang und jeden nehme man nicht. Schlussendlich fiel die Wahl auf Patrick Hettich. Der Nußbacher sei prädestiniert für den Orden, schließlich sei er mit einer Schonacherin verheiratet und seit Jahrzehnten am Schmutzigen Donnerstag in Schonach anzutreffen. „Er ist nicht nur ein geborenes Hansele und großer Fan der Fastnacht, er engagiert sich auch in der Feuerwehr Nußbach und ist seit Jahren Vorsitzender des Nußbacher Geflügelzuchtvereins“, wusste Burger. „Halte den Orden in Ehren“, sagte er zum neuen Ordensträger.

Der Geehrte freute sich, dass er nun in diesen erlauchten Kreis aufgenommen wurde. „Das ist eine Riesenehre für mich“, beteuerte er. Er hatte auch etwas mitgebracht, einen Orden für alle Besucher an der Verleihung. „Leider habe ich nur 69 Orden dabei – ich glaube das reicht aber gar nicht“, so Hettich schmunzelnd. Die Herstellung der Orden im familieneigenen Emaille-Werk war schwierig, wie er verriet. Denn alles musste ja unter strengster Geheimhaltung ablaufen.

Begleitet von deftigen Witzen, Wortgefechten, Schwartenmagen-Salat und Bier dauerte die Sitzung weit über die Verleihung hinaus. Danach machte sich die Versammlung auf den Weg auf’s Bärt, wo man weiterfeierte.