Hühner gackern auf dem Mist, Glocken läuten den Abend ein, in der Wirtschaft sitzt man zusammen am Stammtisch: So träumt sich mancher heimlich seinen Urlaub auf dem Land. Aber so etwas gibt es auch im Schwarzwald nicht so häufig. Doch es gibt noch Dörfer oder Ortsteile mit vielen Privatvermietern, die sich persönlich um ihre Gäste kümmern, und dörfliche Strukturen, die es zu stärken gilt. Dazu gehören die Ferienland-Gemeinden Schonach und Schönwald.

Beide Orte sind durch die Ferienland im Schwarzwald GmbH für das Projekt „NaDU – Natürlicher Dorfurlaub“ der Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) vorgeschlagen und vom Projektbeirat bestätigt worden. „NaDU“ soll dazu beitragen, dass Dörfer und Ortsteile im ländlichen Raum als attraktive Lebensräume erhalten sowie soziale, kulturelle und wirtschaftliche Aspekte vor Ort mobilisiert werden.

Gefördert wird das Projekt durch eine Sonderzuwendung des für Tourismus zuständigen Ministeriums der Justiz und für Europa Baden-Württemberg. Tourismusminister Guido Wolf würdigte das Schwarzwälder Projekt als „beispielgebenden Ansatz für eine nachhaltige Tourismus- und Regionalentwicklung“.

Für Schonach und Schönwald bringt die Teilnahme an NaDU zunächst eine Vor-Ort-Beratung durch die Futour Tourismus- und Regionalberatung, eine moderierte Auftaktveranstaltung sowie Beratungs- und Informationsveranstaltungen für Kleinvermieter. Erst in der konkreten Umsetzung 2019/2020 kommen moderate Kosten auf die beiden Kommunen zu: 1000 Euro pro Jahr und Gemeinde für Folgeberatung und Vermarktung durch die STG. Die Vermieter zahlen für die Einzelberatung in der Umsetzungsphase jeweils 100 Euro.

STG-Geschäftsführer Hansjörg Mair: „Mit NaDU wollen wir Gemeinden, tourismusrelevante Betriebe sowie Kleinvermieter in die Lage versetzen, ein regionaltypisches Angebot hochwertig und marktgerecht weiter zu entwickeln. Davon profitieren sowohl die Gäste als auch die Einwohner.“

In der Presseerklärung zur Vorstellung der 21 teilnehmenden Projektorte betonte Minister Wolf: „Das Projekt ist hervorragend geeignet, weitere Arbeitsplätze in der Region zu schaffen und regionale Strukturen zu sichern.“

Das Tourismusreferat im Justizministerium Baden-Württemberg und die Landtagsfraktion der CDU seien von der Idee überzeugt und fördern das Projekt zunächst für drei Jahre mit 160 000 Euro für Konzeption, Beratung und Marketing, heißt es weiter.