Schonach (hjk) Tief verborgen im Wald liegt ein Kleinod des Kapellenrundwegs: Die Laubwaldkapelle, die zu Fuß aus Richtung Holz in Schonach erwandert werden kann. Mit dem Fahrzeug allerdings muss man über Vorderlauben tief hinein in den Wald, vorbei am Sägelochhof. Danach legt man die letzten hundert Meter zu Fuß zurück.

Vermutlich ist sie schon etwa um das Jahr 1550 gebaut worden. Ein dickes Aktenbündel in den Pfarrbüchern von Schonach befasst sich mit der Kapelle im Holz – und der „wunderbaren Quelle“, wie sie Dekan Karl Walter in seiner Pfarrchronik erwähnt. Genau in der Zeit von 1690 bis 1700, als die ersten größeren Pilgergruppen zu der noch kleinen Wallfahrtskirche Maria in der Tanne in Triberg strömten, kamen die ersten Wallfahrer in die Laubwaldkapelle, um sich an der Quelle zu waschen und um Heilung ihrer Krankheiten zu beten. Die Hofkapelle gehördte damals dem Bauern Blasius Kienzler. Als Anfang des 18. Jahrhunderts die ersten Heilungen im Bezirk Holz an der Quelle geschahen, war Triberg bereits als Wallfahrtsort kirchlich anerkannt, nannte eine neue große Barockkirche und ein Priesterhaus sein Eigen.

Doch zwei Frauen aus Schonach, Salome Kienzler und Sabine Schandelmayer, wurden von ihren Krankheiten geheilt, nachdem sie sich im Quellwasser neben der Holzkapelle gewaschen hatten. Aus Dankbarkeit ließ die unverheiratete Sabine Schandelmayer an der Quelle ein Kreuz errichten und einen Brunnen mit fünf Röhren bauen, die an die Wunden von Jesus Christus erinnern sollten. Als in den folgenden Jahrzehnten nicht nur die Schonacher zur Quelle pilgerten, sondern von weit her große Pilgergruppen kamen und immer wieder von Krankenheilungen die Rede war, beschwerte sich der Obervogt von Triberg beim Bischof von Konstanz über das „Treiben der ungebildeten Leute bei der geheimnisvollen Waldkapelle in Schonach“. 1745 wurde die Laubwaldkapelle verschlossen. Die Heiligenbilder wurden entfernt, der Brunnen zerstört, die Quelle verstopft.

Doch der Volksglaube setzte sich durch und nur 25 Jahre später wurde die Kapelle vergrößert und neu eingeweiht. Auch der Brunnen wurde wieder hergestellt. Bis vor wenigen Jahren plätscherte seither das Quellwasser durch fünf Röhren in das Wasserbecken hinein. Einmal im Jahr wird in der Kapelle eine heilige Messe gefeiert. Hin und wieder findet eine Taufe statt. Doch mittlerweile ist der hölzerne Brunnen verfault, ein neuer aus Stein ist in Arbeit.

Der Schonacher Rudi Haberstroh wurde auf das Kleinod aufmerksam. „Obwohl ich sehr krank bin, konnte ich die neue Auszierung der Laubwaldkapelle vorschlagen und dann durchführen lassen. Mein Bruder Max machte vor allem Fotos von der Kapelle für meine Planung“, erzählt der gläubige Katholik. „Natürlich sind unsere Gemälde keine Originale – dennoch gedruckt wie Gemälde auf Keilrahmen. Dafür zeigen sie wunderschöne, klerikale Werke großer, bekannter Meister von da Vinci über Raffael, El Greco bis Dürer in bester Qualität“, erklärt Haberstroh, der bereits durch seine Kirchengeländer an der Triberger Wallfahrtskirche und der Schonacher Kirche St. Urban auf sich aufmerksam gemacht hatte. Die mit Solarenergie betriebene Beleuchtung hat Lothar Hettich beigesteuert. Das runde Fenster bearbeitete Schreinermeister Felix Hörmann. „Doch alles wäre nicht möglich gewesen ohne die Fotos meines Bruders Max und vor allem auch nicht ohne meinen Pfleger Heiko Bernhard“, so Rudi Haberstroh.