Sie wurden von ihren Familien und Paten begleitet. Nach dem feierlichen Einzug der Ministranten und Kleriker begrüßte Pfarrer Andreas Treuer den ehemaligen Erzbischof Robert Zollitsch, der von Ralf Sailer aus Freiburg begleitet wurde.

Der Zeremonienmeister hatte dafür zu sorgen, dass der Bischof für alle Amtshandlungen rechtzeitig seine Insignien, wie den Stab oder die Mitra entgegen nehmen konnte. Robert Zollitsch gelang es ohne Mühe, bei seiner Ansprache die Aufmerksamkeit der Firmbewerber zu erringen.

Er stellte die Hand in den Mittelpunkt und wies darauf hin, dass sie ein wichtiger Körperteil sei. „Ein Fingerabdruck genügt, um einen Menschen zu identifizieren und ihn von allen anderen zu unterscheiden“, sagte der Alt-Erzbischof. „Ich werde nachher beide Hände ausbreiten, um Gottes Geist auf euch herabzurufen“, versprach er. Gott rufe jeden einzelnen Menschen mit seinem Namen, dies habe der Prophet Jesaja aufgeschrieben.

In der Triberger Stadtkirche spendet der Bischof einem Jungen die Firmung, während dessen Patin vorschriftsmäßig die rechte Hand auf die Schulter ihres Schützlings legt. Der Diakon trägt den Behälter mit dem Chrisam.
In der Triberger Stadtkirche spendet der Bischof einem Jungen die Firmung, während dessen Patin vorschriftsmäßig die rechte Hand auf die Schulter ihres Schützlings legt. Der Diakon trägt den Behälter mit dem Chrisam. | Bild: Maria Kienzler

Dann zitierte der Bischof eine weitere Stelle aus dem Buch Jesaja: Fürchte dich nicht, ich habe deinen Namen in meine Hand eingraviert, damit ich dich nie vergessen kann. „So viel sind wir Gott wert, dass er uns immer vor Augen hat und er schenkt uns seinen Geist, damit wir unser Leben in die Hand nehmen und es gestalten können“, betonte Robert Zollitsch. „Es gibt allerdings nicht nur Erfolge, sondern auch Scheitern“, mahnte er und erinnerte an den vergangenen Mittwoch, als die deutsche Nationalmannschaft sang- und klanglos unterging. Doch ein erfülltes Leben in Gottes Hand sei wichtiger als Ruhm und Geld, wie er formulierte.

Nach der klassischen Erneuerung des Taufgelübdes breitete Robert Zollitsch seine Hände aus, um die sieben Gaben des Heiligen Geistes auf die Firmlinge herabzurufen. Danach traten die Mädchen und Jungen in kleinen Gruppen mit ihren Paten an die Altarstufen, um das Sakrament der Firmung zu empfangen. Doch vorher führte der Firmspender mit jedem Bewerber ein persönliches Kurzgespräch. Dann tauchte er seinen Finger in das gesegnete Öl, das Chrisam genannt wird, zeichnete dem Firmling damit ein Kreuz auf die Stirn, legte seine Hand auf den Kopf, nannte den Vornamen und sagte: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, dem Heiligen Geist.“ Ein Händedruck mit dem Friedensgruß beendete die Zeremonie.

Sechs Frauen und zwei Männer bilden den Kairos-Chor, der von einem Musik-Ensemble unterstützt wird. Mihye So spielt Klavier, Saskia Weber Klarinette, Nicole King Saxophon und Robin Schätzle Schlagzeug.
Sechs Frauen und zwei Männer bilden den Kairos-Chor, der von einem Musik-Ensemble unterstützt wird. Mihye So spielt Klavier, Saskia Weber Klarinette, Nicole King Saxophon und Robin Schätzle Schlagzeug. | Bild: Maria Kienzler

„Der Bischof ist wirklich nett, der hat mit jedem etwas anderes geredet“, hieß er nach der Feier anerkennend unter den Neugefirmten. Im Verlauf des Gottesdienstes empfingen nicht nur die Firmanden mit dem Empfang der heiligen Kommunion ein weiteres Sakrament, auch zahlreiche Gläubige stärkten sich mit dem Brot des Lebens.

In der Stadtkirche versammelten sich dann am Samstag 22 Firmbewerber aus Triberg, 13 aus Nußbach und sechs aus Gremmelsbach, um das Sakrament der Firmung zu empfangen. Musikalisch wurden beide Gottesdienste in unvergleichlicher Weise vom Kairos-Chor gestaltet, der auch ein kleines Orchester für das Fest des Glaubens gewinnen konnte. Von der schwungvollen Musik und den christlichen Gesängen zeigten sich die jungen Leute ebenso fasziniert wie die Erwachsenen und zum Abschluss gab es in beiden Kirchen begeisterten Beifall für die ehrenamtlichen Profis.