Der heimische Bäckermeister Karl Koch dreht schon seit seinem 30. Lebensjahr Filme. Diesem Hobby frönt er auch im Ruhestand immer noch leidenschaftlich. Beim jüngsten Senioren-Nachmittag zog er mit seiner Filmvorführung fast 70 Besucher an. 

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Nicht nur die Stühle wurden knapp, im großen Saal des Pfarrzentrums St. Urban wurde es sogar so eng, dass alle schon beim Kaffeetrinken zusammenrückten. Waltraud Schurt, die Leiterin der Senioren-Treffen, begrüßte den Filmemacher. Und dann begann schon der spannende Kino-Nachmittag, der alle Gäste faszinierte.

Die Senioren freuen sich über den Kino-Nachmittag des Filmemachers Karl Koch.
Die Senioren freuen sich über den Kino-Nachmittag des Filmemachers Karl Koch. | Bild: Maria Kienzler

Zunächst zeigte der Hobbyfilmer einen romantischen Film, in dem die Natur und die Kultur des Schwarzwalddorfs Schonach im Mittelpunkt standen. „Der Name Schwarzwald kommt von den dunklen Wäldern“, wusste Koch und ließ traumhaft schöne Bilder von Tannen, Fichten und Kiefern über die Leinwand flimmern. Immer wieder bahnten sich kleine Bäche zwischen den dunklen Bäumen ihren Weg hinab in die Täler und auch die höchsten Wasserfälle Deutschlands, die sich in der Nachbarstadt ins Tal stürzen, fehlten in dem Naturfilm nicht.

600 Jahre

Vor 600 Jahren erst wurde der Urwald gerodet und der größte Vogel sei heute noch der Auerhahn, wie die aufmerksamen Zuhörer erfuhren. Zahlreiche Vögel zwitscherten in den Zweigen, während Rehe, Füchse und Schlangen durch den Wald streiften. Auch sonnige Bergwiesen mit seltenen Pflanzen, angefangen von Orchideen und Knabenkraut über Fingerhüte und Biberklee bis hin zu Schachtelhalmen und den fleischfressenden Sonnentau-Blüten konnten bewundert werden.

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Der Blindensee wurde als Relikt der Eiszeit bezeichnet und ebenfalls in traumhaft schönen Bildern mit vielen Wasservögeln präsentiert. Nach märchenhaften Winterlandschaften ging der Erlebnisfilm auf den jährlichen Weltcup in Schonach ein und zeigte Skiläufer und Skispringer beim Schwarzwald-Pokal in der Nordischen Kombination. Er präsentierte die heimischen Olympia-Sieger, vor allem Georg Hettich und Hans-Peter Pohl.

Groß und traditionell und wild

Nach dem sportlichen Großereignis kam die Geschichte der Kuckucksuhren an die Reihe. „Unser Heimatdorf kann stolz darauf sein, dass bei uns zum ersten Mal die größte Kuckucksuhr der Welt gebaut wurde“, freute sich Koch. Zum Abschluss wurde im Film nicht nur die Tracht des Dorfes vorgeführt, sondern auch die wilde Alemannische Fasnet mitten im Schneetreiben.

Waltraud Schurt bedankt sich bei Karl Koch mit einem Präsent.
Waltraud Schurt bedankt sich bei Karl Koch mit einem Präsent. | Bild: Maria Kienzler

Als der Beifall der Senioren verhallt war, gab es noch eine große Überraschung. Karl Koch kündigte einen Film an von dem Fest „Schonach spielt verrückt“, das 2003 rund um den Mühlenweiher gefeiert wurde. Mit viel Gelächter und Applaus kommentierten die Senioren die verrückte Veranstaltung, bei der nicht nur die Kurkapelle beim Spielen rückwärts marschierte, sondern auch die Festbesucher. Um die Wette stürzten sich viele Bewerber um einen Preis in die Fluten des Mühlenweihers, was jedes Mal Begeisterung hervorrief.

Bisher nur privat

„Ich habe diesen Film bisher nur privat und im kleinen Kreis gezeigt“, sagte der Hobbyfilmer. Die aus dem Publikum, die vor 17 Jahren bei dem verrückten Fest dabei waren, staunten nicht schlecht über diese Aussage, aber alle freuten sich, dass der Film ausgerechnet am Senioren-Nachmittag erstmals öffentlich präsentiert wurde.