Donnernde Motoren und quietschende Reifen hörte man schon von weitem, doch erst als man an der Rennstrecke für die Slalom Trophy Schöne Aussicht ankam, wurde das Ausmaß dessen erkannt, was Axel Duffner, Hotelier des namensgebenden Hotels in Niederwasser, organisatorisch geleistet hatte.

Küchenmeister als Organisator

Seit einem halben Jahr war der Küchenmeister zugange. Richtig intensiv waren dabei die vergangenen drei bis vier Wochen. „Das beginnt schon damit, dass man sich für die Sperrung der Kreisstraße K 5751 die Genehmigung holen muss“, so der Mann mit Benzin im Blut. Während der Trophy selbst kommt nur ein Rennfahrzeug oder ein Streckentaxi (falls es Probleme gibt) auf die Piste.

Axel Duffner (links) als Initiator, hier mit Rennleiter Wilfried Ruoff, ist scheinbar überall zugleich anzutreffen.
Axel Duffner (links) als Initiator, hier mit Rennleiter Wilfried Ruoff, ist scheinbar überall zugleich anzutreffen. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Zum 18. Mal richtet der bekennende Slalom-Freak Axel Duffner am Samstag seine Trophy aus. In der Regel sind es deutlich mehr als 100 Starter, die aus ganz Deutschland und dem direkt benachbarten Ausland kommen. 118 sind es heuer, gemeldet hatten 120.

Bei ordentlichen Wetterverhältnissen hatten Fahrer und Teams alle Hände voll zu tun, um die Fahrzeuge rechtzeitig herzurichten. Start sollte ab 8.30 Uhr sein – die ersten Probeläufe begannen kurz vor neun Uhr.

Hochgezüchtete Autos machen schlapp

Drei Wertungsläufe waren anvisiert – so mancher schaffte den ersten nicht mal komplett. Die hochgezüchteten Motoren, die mit dem Original kaum noch etwas zu tun haben, sind nicht ganz unempfindlich. 1800 Meter lang war die Strecke – für einen der ersten Starter zu lang, der Motor machte nicht mehr mit. Sofort fegte Duffner los, dicht gefolgt von Günther Frommhold im Safety-Car. Kurz darauf folgte der Abschlepper.

Rennleiter war Wilfried Ruoff. Seit genau 18 Jahren kommt er als Rennleiter in den Schwarzwald. „Ohne Axel wäre das Rennen hier nicht denkbar; er hat eine unglaubliche Erfahrung, viel Übersicht, total die Ruhe weg und dazu echt gute Leute“, schwärmte der Mann aus Heilbronn im Gespräch mit unserer Zeitung.

Ein eingespieltes Team: Claudia Kühnen und Michael Klink als Streckenposten
Ein eingespieltes Team: Claudia Kühnen und Michael Klink als Streckenposten | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Rund 120 Helfer hat Axel Duffner im Einsatz, er selbst ist überall und zugleich nirgends. Mit seinem Headset hat er jederzeit mit allen Helfern Sprechverbindung. „Heute Mittag ist das Restaurant geschlossen, weil sämtliche Gäste an der Strecke sind oder selbst mitfahren. Und für heute Abend haben wir tatsächlich einen Koch gefunden – für die Helfer gibt es sowieso Büffett“, erzählte Duffners Frau Michaela, die am Schanzenhäuschen für Zuschauer und Teilnehmer einen kleinen Verpflegungsstand führte.

Einen gänzlich anderen Job hatten die Fahrer. Sobald die Ampel für den jeweiligen Starter Grün anzeigte, galt es für sie nach Überqueren der Lichtschranke, so schnell als irgend möglich die Strecke hinter sich zu bringen, die auf der Kreisstraße von Schonach nach Schönwald führt.

Geradezu unheimlicher Sound

Da es sich um einen Slalom handelte, mussten möglichst alle Pylonen stehen bleiben – was sich nicht immer ganz einfach darstellte. Gestartet wird hier zuerst in der seriennahen Gruppe G; mit jeder Startgruppe werden die Veränderungen stärker. Letzter Starter war beinahe schon traditionell Axel Duffner mit einem BMW M3, der schon vom Sound her geradezu unheimlich war.

Gestartet wurde direkt in Höhe der Langenwaldsprungschanze, wo ein professionelles Startgelände aufgebaut worden ist. Nur wenige Meter weiter wurde herumgeschraubt, wurden Startnummern geklebt, Fahrzeuge transportiert, aber es wurde auch gefachsimpelt. Reifenstapel und aufgemotzte Fahrzeuge standen bereit und wurden von den Motorsportfans ausgiebig begutachtet und bewundert.

Adrenalinstoß für 15 Euro erhältlich

Wer wollte, konnte sich gegen einen Obolus ab 15 Euro selbst einen Adrenalinstoß verpassen: Der eine oder andere Zuschauer wagte sich dafür auf den Beifahrersitz eines erfahrenen Piloten.

Diese Renntaxen, die mit ihrer Fracht mit viel Tempo die Strecke hinunter donnerten, wurden von Axel Duffner selbst gesponsert. Der Erlös geht wieder einer sozialen Einrichtung in der Gemeinde Schonach zu.