Aus den Fenstern drang bereits weithin sichtbar starker Qualm, als das erste Einsatzfahrzeug in der Schonacher Hauptstraße eintraf. Es handelte sich um keinen gewöhnlichen Einsatz, sondern um die Hauptprobe der Feuerwehr – mit vielen Zuschauern.

Treppenhausbrand als Übungsszenario

Ursache für die starke Rauchentwicklung war der Übungsannahme von Kommandant Dirk Schuler zufolge ein sich Richtung Dachgeschoss ausbreitender Brand im Treppenhaus des Gebäudes, das der Firma Wiha gehört. „Dieses unbewohnte Haus bietet sich optimal an für unsere Probe“, war sich der Kommandant sicher. Denn das Treppenhaus sei unübersichtlich und der Zugang von allen Seiten her gut möglich.

Sie haben die Lage im Griff: Die Schonacher Feuerwehr probt in der Hauptstraße den Ernstfall. Auch wenn sie bereits in die Jahre gekommen ist, ermöglicht die alte Drehleiter noch immer eine Personenrettung.
Sie haben die Lage im Griff: Die Schonacher Feuerwehr probt in der Hauptstraße den Ernstfall. Auch wenn sie bereits in die Jahre gekommen ist, ermöglicht die alte Drehleiter noch immer eine Personenrettung. | Bild: Lukas Nagel

Auf dem Balkon des Hauses befand sich zum Zeitpunkt des Eintreffens der ersten Einsatzkräfte eine Frau, die den Einsatzleiter und stellvertretenden Kommandanten Matthias Fehrenbach darüber informierte, dass sich insgesamt fünf Personen in dem brennenden Gebäude aufhielten. Zwei Kinder befanden sich im Dachgeschoss, ein Mann im Treppenhaus, eine weitere Person im ehemaligen Ladenbereich.

DRK mit Notärztin und zwei Fahrzeugen vor Ort

Mit sechs Fahrzeugen rückten die 42 Schonacher Aktiven der Feuerwehr an und erhielten zusätzlich Unterstützung von den Einsatzkräften des DRK-Ortsvereins Triberg-Schonach, der unter Daniel Forwig mit zwei Fahrzeugen den Rettungsdienst und eine Notärztin unterstützte.

Klare Aufgabenteilung nötig

Dabei fiel jeder Fahrzeugbesatzung ihre eigene Aufgabe zu. Während die einen über eine Steckleiter ein festsitzendes Kind aus dem Dachgeschoss befreiten, drangen Atemschutzträger durch die Tür in das Hausinnere ein und suchten nach weiteren vermissten Personen.

Drehleiter schon 40 Jahre alt

Draußen wurde derweil die Drehleiter einsatzbereit gemacht. Vielen Zuschauern, darunter auch Bürgermeister Jörg Frey, war klar: Ein kompliziertes Unterfangen, ist das Fahrzeug doch bereits 40 Jahre alt. „Die Drehleiter ist noch immer im Einsatz, wir hoffen aber, dass sie zwei Jahren ersetzt werden kann“, erklärte Dirk Schuler auf Nachfrage.

Die Mitglieder des DRK-Ortsvereins und des Rettungsdienstes übernehmen einen Verletzten (Bild oben). Der Obertalbach wird bei der Jahreshauptprobe der Schonacher Feuerwehr zur Wasserentnahmestelle. Möglich macht dies das neues Watergate (Bild links).
Die Mitglieder des DRK-Ortsvereins und des Rettungsdienstes übernehmen einen Verletzten (Bild oben). Der Obertalbach wird bei der Jahreshauptprobe der Schonacher Feuerwehr zur Wasserentnahmestelle. Möglich macht dies das neues Watergate (Bild links). | Bild: Lukas Nagel

Zeitgleich zur Menschenrettung liefen die Vorbereitungen für die Löscharbeiten an. Dazu wurde unter anderem der Obertalbach hinter dem Gebäude mit Hilfe eines von der Burger Gruppe gesponserten mobilen Watergates zur Wasserentnahmestelle umfunktioniert. Auch wenn gleich mehrfach an verschiedenen Stellen Wasser aus den Schläuchen austrat, konnte der Löschangriff doch recht zügig beginnen.

„Wehr gut aufgestellt“

Nach knapp 40 Minuten war der fiktive Einsatz beendet, das Haus konnte gelüftet und die Ausrüstung wieder in die Fahrzeuge eingeräumt werden.

„Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden mit dem Verlauf und sehe die Wehr gut aufgestellt für den Ernstfall“, lautete das Resümee des Kommandanten, der den Zuschauern während der gesamten Probe das Einsatzgeschehen erläuterte.

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