Was passiert in unserer Gemeinde? Was können wir tun? Können wir überhaupt etwas ausrichten? Das fragen sich viele Jugendliche. Um auch die Stimmen ihrer jungen Bürger zu hören, hat die Gemeinde Schonach ihr viertes Jugendhearing veranstaltet. 40 Kinder kamen dazu ins Kino in Triberg. Organisiert wurde das Hearing von Hauptamtsleiterin Jenny Hopf und dem Auszubildenden Dennis Trojanski.

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Zunächst gab es den Film „Angry Birds 2“ zu sehen, dann stellte Schonachs Bürgermeister Jörg Frey die aktuellen Themen des Dorfes vor. Wobei er unter anderem die Kurparkeröffnung und die Verlegung des Breitbandnetzes ansprach. Keines der Kinders soll sich in der Gemeinde vernachlässigt fühlen, sagte er. Auch der Jugendraum unter dem Pfarrzentrum wurde angesprochen, ebenso der Ausbau des Schwimmbads.

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Auch zukünftige Pläne des Gemeinderats wurden angesprochen. So zum Beispiel die Versetzung des Skilifts am Winterberg, um ihn zentraler zu legen und so für alle erreichbar zu machen. Breitbandinternet und WLAN-Hot Spots sollen weiter verbreitet werden, um den Internetzugang für die Smartphone-Benutzer einfacher zu machen.

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Auch die Kinder hatten sich im Vorfeld Gedanken gemacht. Sie stellten ihre Fragen selbstbewusst.

  1. Straßenverkehr: Die Geschwindigkeitsbegrenzung macht einem Jungen Sorgen. Die, vor seinem Hof im Obertal gelegene Straße, auf der 100 Kilometer pro Stunde erlaubt sind, empfindet der Schüler als gefährlich. Dieser Meinung schlossen sich andere Kinder an, als immer wieder Fragen zu Rasern und Geschwindigkeiten gestellt wurden. Auch ein Blitzer wurde angesprochen – laut Zahlen des Bürgermeisters jedoch eine nicht umsetzbare Möglichkeit.
  2. Halfpipe: Die alte Halfpipe, die früher neben dem Fußballplatz gestanden hatte, wurde gleich zwei Mal angesprochen. Frey wirkte verwundert über diese Bitte. „Bis jetzt hatten wir keine Nachfragen, um die Skater-Rampe wieder aufzustellen“, sagte er. Er würde sich aber Gedanken machen, wenn der Wunsch wirklich bestehe.
  3. Schulturnhalle: Auch der Zustand der Turnhalle bei der Dom-Clemente- Schule wurde angesprochen. Risse in der Wand und der spröde Boden wurden von den Schülern bemängelt, ebenso die Temperatureinflüsse von außen. Dass die Sporthalle überholt werden müsse, sei dem Gemeinderat bewusst und man würde sich darum kümmern. Von den angesprochenen Löchern in der Wand wisse man zwar nichts, aber wenn das wirklich der Fall wäre, dann sollte dem Hausmeister Bescheid gegeben werden.
  4. Motorradärger: Die Kinder wurden ermutigt sich an Autoritätspersonen zu wenden. Einem Jugendlichen, der einen Motoradfahrer ansprach, der mit dem Fahren auf einem Reifen den Verkehr störte, riet Frey, sich nicht zu scheuen und die Polizei zu rufen. Diese Maßnahme erschien den jungen Leuten etwas drastisch, was auch zu einigen kleinen privaten Diskussionen führte. Doch das wichtige sei, so Frey, dass die Schüler ermutigt werden für das einzustehen, von dem sie überzeugt sind, was sie für richtig und für falsch empfinden.
  5. Trimm-dich-Pfad: Sportliche Freizeitaktivitäten sind das dritte Thema, das den Schülern am Herzen liegt. So stand die Frage nach einer Wiederbelebung des „Trimm-dich-Pfads“, der in den 1980er-Jahren gebaut wurde, im Raum. Durch die geringe Benutzung durch Touristen, sowie Anwohner verkümmerte der Pfad mit der Zeit. Bei großer Nachfrage würde der Gemeinderat darüber nachdenken.
  6. Minigolfplatz: Auch der Minigolfplatz wurde angesprochen. Neue Bahnen und interessantere Strecken, das sind die Dinge, die die Jugendlichen wollen. Reparaturen an den Minigolfbahnen seien schon geplant und seien für Herbst oder Frühjahr angesetzt. Auch mit der Pächterin sei man im Gespräch, um den Platz am Wochenende früher zu öffnen.
  7. Fußballfeld: „Wenn man auf den Sportplatz hinfliegt, tut man sich wirklich weh“, erklärt ein Junge. Man könnte doch zwei Tore im Kurpark auf der Wiese aufstellen, war sein einfacher alternativer Vorschlag. Frey, der hierüber zwar verwundert, aber auch nicht abgeneigt war, musste den Vorschlag abschlagen. „Die Wiese im Kurgarten muss für Rettungshubschrauber freigehalten werden“, erklärt er.
  8. Kurpark-Spielplatz: Der Kurpark ist ein zentraler Punkt für alle Jugendlichen. Das merkt man, das sich viele der Fragen und Anregungen um diesen Ort drehen. So wurde nach einer Vergrößerung des Spielplatzes gefragt, was die Gemeinde in eine Zwickmühle bringt. Der Spielplatz sollte kleinkindgerecht sein, so wie aber auch für ältere Kinder etwas zu bieten haben. Ein weiterer Ausbau des Kurgartens stehe nicht zur Debatte. Nur Sand würde man weiter ausbringen, wie von den Jugendlichen und auch vom Bürgermeister angesprochen wurde. Das Wasser schwemmt den Sand weg, sodass in diesem Jahr schon zwei Lastwagen-Ladungen notwendig gewesen waren und weitere sich nicht vermeiden ließen.
  9. Fütterung: Hundestationen waren ein kleines Thema, das nicht ausdiskutiert wurde. Die süße Idee sei allerdings nicht umsetzbar. Fütterung der Tiere sei Sache der Besitzer und als Trinkgelegenheit sei der Weiher vollkommen in Ordnung.
  10. Ballfang: Das Netz am Sportplatz neben der Schule sei lose, so die Jugendlichen. Der Ball würde in den Bach fliegen und so das Spiel längere Zeit unterbrechen. Die Idee eines Zauns, anstelle des Netzes wurde angesprochen.
  11. Gelbe Säcke: Auch die Umwelt liegt den Kindern am Herzen und spiegelt aktuelle Themen wider, die jeder Schüler mitbekommt. Plastikmüll, im Besonderen gelbe Säcke, würden von Füchsen aufgerissen und auf den Grundstücken der Anwohner verteilt werden. Diesem Problem ist sich die Gemeinde schon länger bewusst und legt ihren Bürgern ans Herz, die Säcke erst am Morgen der Abholung an die Straße zu stellen. „Es gibt immer Menschen, die sich nicht an die Regeln halten“, erklärte Frey den jungen Bürgern. Das Mädchen, das das Thema angesprochen hatte, stellte die Idee einer Hütte in den Raum, in der man seine gelben Säcke unterbringen könnte, auch über Nacht, und wo sie vor den Füchsen und anderen Tieren geschützt seien.
  12. Imbiss: „Döner“, rief jemand aus dem Publikum und ließ so einen Laut der Zustimmung durch die Menge gehen. Auch der Bürgermeister schien von dieser Idee nicht ganz abgeneigt zu sein. Dinge wie diese lägen allerdings nicht in seinem Zuständigkeitsbereich und könnten nur von der Marktwirtschaft geregelt werden. So bleibt der Wunsch der Kinder, dass sich jemand mit seinem Fast Food-Geschäft im Dorf niederlässt.