„Damit hatte ich nicht gerechnet“, gab Kienzler erfreut zu. Immerhin waren knapp 20 Personen seiner Einladung gefolgt.

Kienzler stellte den Besuchern zuerst sich und danach seine Pläne und Ziele vor. Er selbst ist seit vielen Jahren in Sachen regenerative Energien unterwegs, führt die WKS Windkraft Schonach, die seit 2015 zur RES-Gruppe gehört und ist für die RES-Gruppe Projektleiter für Wind- und Solarenergie-Projekte in Deutschland. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

Thema Ökologie treibt ihn an

„Ich wurde angesprochen, ob ich mich nicht als Kandidat aufstellen lassen wollte“, erläuterte er. Die Idee schien ihm nicht schlecht, aber wenn, dann sollte die Liste seiner Leidenschaft – den erneuerbaren Energien – offen gegenüberstehen. Da er dies aber in den traditionellen Fraktionen nicht sah, kam ihm die Idee, eine eigene Liste auf den Weg zu bringen. Doch nicht nur regenerative Energien sollte diese Liste im Augenmerk haben, auch Umwelt- und Klimaschutz, Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und die Verknüpfung von Ökologie und Ökonomie.

„Eine Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen für den Gemeinderat aufzustellen, ist leider nicht möglich, denn dafür müsste es mindestens drei Mitglieder der Grünen im Ort geben – es sind aber nur zwei“, verriet Kienzler den Besuchern. Aber das sollte auch nicht unbedingt der Anspruch sein, sondern eher grüne Politik auf die Gemeindeebene zu bringen.

Hervorragender Zeitpunkt

Kienzler ging dann auf die Regularien einer Gemeinderatswahl ein, erklärte den Besuchern, dass jetzt ein hervorragender Zeitpunkt sei, eine neue Liste zu etablieren: „Von zwölf aktuellen Gemeinderäten lassen sich gerade mal noch vier wieder aufstellen“. Er sah damit gute Chancen für eine grüne Fraktion – mit welchem Namen diese schlussendlich auftritt, gälte es noch zu klären – nicht zuletzt, weil bei den letzten Landtagswahlen die Grünen in Schonach die zweitmeisten Stimmen erhielten. Wichtig sei aber, dass man eine möglichst volle Liste stellen könne, um am Ende möglichst viele Stimmen zu erhalten. „Insgesamt glaube ich, dass für eine grüne Liste das Potenzial da ist.“

Kienzler führte aus, dass man an diesem Abend den Willen der Anwesenden zur Aufstellung und auch zur Unterstützung einer neuen Liste – denn nach Wahlrecht benötigt man für Schonach wenigstens 20 Unterstützer – abzuklopfen und erste Meinungen zu hören.

Martina Braun kommt

Für den 13. März kündigte Kienzler eine Veranstaltung mit Martina Braun, Grüne-Landtagsabgeordnete aus Furtwangen – und dem klimapolitischen Sprecher der Grünen im Landtag, Daniel Renkonen, an. „Und für den 28. März würden wir dann die Kandidaten-Nominierung vorsehen. Dazwischen gilt es werben, werben, werben, um möglichst viele Menschen für unsere Ideen zu aktivieren.“

SPD ist stark vertreten

Auch auffällig viele SPD-Mitglieder waren bei dem Treffen im „Schwanen“ da. Christian Kuner, amtierender SPD-Gemeinderat, verriet auch warum: Die SPD hat große Schwierigkeiten, ihre Liste voll zu bekommen. Aufgrund dessen regte er an, dass man doch eine gemeinsame Liste aufstellen könnte. Volker Kölsch, Vorsitzender der Schonacher SPD und Ratsmitglied, stimmte mit ein: Wichtig sei auf jeden Fall, dass es eine dritte Fraktion, als Alternative zu den konservativen Fraktionen, gäbe.

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Gerhard Kienzler stellte klar, dass er mit dem Ziel eine grüne Liste aufzustellen angetreten war. „Am Tag X müssen wir dann sehen, ob das möglich ist, falls nicht, müssen wir die beste Option ziehen.“ Sollte dies heißen, eine gemeinsame Liste mit der SPD ins Rennen zu schicken, dann laut Kienzler nur, wenn bei dieser auch die ökologischen Themen im Vordergrund stehen.

Am Ende des offiziellen Teils konnte Kienzler schon mal erste Ergebnisse vorweisen. Immerhin neun der knapp 20 Anwesenden gaben auf der von ihm ausgeteilten Liste an, sich sicher oder eventuell für eine Liste bereitzustellen. „Die Chancen, eine Liste voll zu bekommen, stehen nicht schlecht“, freute er sich. Nun gelte es den anderen zu zeigen, dass man das auch tatsächlich und in relativ kurzer Zeit hinbekäme.

Das nächste Treffen ist am Donnerstag, 7. März, ab 20 Uhr im „Berghüsli“.