Schonach – Seit neun Jahren organisiert der SPD-Ortsverein Schonach mit dem Open-Air-Kino ein kleines Sommerhighlight im Schonacher Kurpark. In diesem Jahr allerdings toppte die beliebte Veranstaltung alles bisher Vorangegangene. Über 300 Besucher kamen am Freitagabend in den Kurpark, wo Anton Retzbach von den Triberger Kronenlichtspielen im Musikpavillon die Leinwand und Technik aufgebaut hatte.

„Ich bin sprachlos, heute ist es übervoll“, freute sich Volker Kölsch, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins. „Ich glaube, wir haben den richtigen Film für Sie ausgesucht.“ Dieser war wahrlich etwas Besonderes: „Weit – die Geschichte von einem Weg um die Welt“, die erfolgreichste Filmdokumentation 2017, zeigt die außergewöhnliche Reise des jungen Freiburger Paares Gwendolin Weisser und Patrick Allgaier.

Eine weitere Besonderheit: Gwendolin Weisser ist mit Schonach familiär verbunden, denn ihr Vater stammt aus der Schwarzwaldgemeinde. Umso schöner war es für alle Anwesenden, dass die beiden Filmemacher und Hauptdarsteller bei der Open-Air-Kinonacht in Schonach dabei waren, und sich vor Filmbeginn Zeit für ein kleines Interview nahmen.

So erzählten Gwendolin Weisser und Patrick Allgaier, über die Anfänge, wie aus einer Reiseidee eine konkrete Planung wurde und schließlich ein Film daraus entstand. Der Erfolg des Filmes – 2017 wurde die Reisedokumentation deutschlandweit in über 60 Kinos gezeigt – überraschte die beiden.

„Im Vordergrund stand unsere Reiselust, wir wollten nichts inszenieren, hatten weder Drehbuch noch Konzept“, verrieten sie. „Das ist vielleicht der Charme an unserem Film.“ Dass ein Kinofilm daraus würde, war nicht geplant. Der Kameramann und die damals angehende Studentin wollten eigentlich nur einen Film für Familie und Freunde machen, um ihre 50 000 Kilometer weite und rund drei Jahre dauernde Reise um die Erde festzuhalten.

Welches der 38 Länder, die sie bereisten, am schönsten war? Bei dieser Frage wollten sich Gwendolin Weisser und Patrick Allgaier nicht auf ein Land beschränken. „Pakistan und der Iran waren kulturell am schönsten, Tadschikistan landschaftlich herausragend. Neben Georgien steht uns Mexiko am nächsten, denn dort ist unser Kind geboren.“

Angst hätten sie nur manchmal gehabt, sie sei nie dominant gewesen. „Ein bisschen Respekt hatten wir vor der Einreise nach Pakistan“, erzählt Gwendolin Weisser, und Patrick Allgaier ergänzt, dass sie glücklicherweise nie in bedrohliche Situationen kamen.

Und so nahmen sie die vielen Kinobesucher im Schonacher Kurpark mit auf eine Reise um die Welt, um Länder und vor allem die Menschen dort kennenzulernen.

„Wenn man einen Schritt auf das Fremde zu macht, ist es gar nicht mehr so fremd“, sagte Gwendolin Weisser und hatte so – vielleicht ganz unbewusst – eine wichtige Lehre für das Miteinander gezogen.