Schonach – Die fünf jungen Männer der Eventfabrik Schonach haben mit viel Herz und Verstand das erste Sun-Hill-Festival organisiert. Und es wurde ein Erfolg.

Rapper Robin Schwaupa (rechts) tritt stets mit immer wieder wechselnden Partnern als „Nerd“ auf.
Rapper Robin Schwaupa (rechts) tritt stets mit immer wieder wechselnden Partnern als „Nerd“ auf. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Lukas und Michael Bechtold, Christopher Straub, Florian Duffner und Florian Szymczak haben ihr Herz in die Hände genommen und sich nach der Mallorca- oder 80er-Party sowie der Organisation der Seniorenhilfe als zehnte Veranstaltung etwas „richtig Großes“ aufgeladen. Am Ende war es dann doch nicht die Nachwuchs-Punk-Band „Heile und kaputt“, sondern die Freudenstädter Rock-Formation „Die Zahnfee“, die ab 16 Uhr bei (etwas kühlem) Kaiserwetter den Auslauf der Langenwaldschanze im Skidorf Nummer eins rockte – verfolgt auch von Bürgermeister Jörg Frey, der das Festival eröffnete. Aber auch die Jungs aus dem Schwabenländle machte ihre Sache sehr gut.

Schonacher Eigengewächs: Nils Kramer sorgt für den stimmungsvollen Ausklang des ersten Sun-Hill-Festivals.
Schonacher Eigengewächs: Nils Kramer sorgt für den stimmungsvollen Ausklang des ersten Sun-Hill-Festivals. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Unterstützung erhielten die Eventmacher aus einigen Vereinen, vor allem finanzielle Rückendeckung erhielten sie von zahlreichen Firmen und Institutionen der Raumschaft und darüber hinaus. Allen voran waren es die „drei Großen“ aus dem Dorf, aber eigentlich ließ sich keine der Firmen lumpen und sie alle halfen den Jungs. Auch die Triberger Firmen sorgten mit Zuwendungen für ein gutes Gelingen des Festivals.

Die Eventfabrik hatte einige herausragende Acts in ihrem Line-Up, beispielsweise den Newcomer in der Hiphop-Szene, den Rapper Robin Schwaupa, der mit verschiedenen Partnern als „Nerd“ auftritt. Guten handgemachten Rap mit manchmal recht witzigen Texten präsentierten die Jungs – darunter auch den Hit „Jung und dumm“.

Der Schonacher DJ John Pro aka Fausto holt die Besucher mit einem kleinen Trick vor die Bühne: Er wirft mit kleinen Geschenkpäckchen.
Der Schonacher DJ John Pro aka Fausto holt die Besucher mit einem kleinen Trick vor die Bühne: Er wirft mit kleinen Geschenkpäckchen. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Doch eröffnet wurde der „Nicht-Rock-Part“ vom Schonacher DJ John Pro aka Fausto, der es zunächst schon mal schaffte, das durchweg junge Publikum vor die große Bühne am Ende des Aufsprunghügels der Schanze zu locken und gemeinsam mit ihnen zu feiern. Abgelöst wurde John Pro dann von Nerd – in dieser Phase begann sich die riesige Fläche langsam mit Publikum zu füllen, während es erst gegen 22 Uhr richtig voll wurde. Die Texte von Nerd sind Rap pur – manchmal provozierend, manchmal eher witzig, aber immer spannend.

Christian Horsters ist als „DJ der guten Laune“ bekannt, seit sein Video bei YouTube zum Dauerbrenner wurde und mit rund 15 Millionen Klicks viral ging. Mit seinen 63 Jahren sorgte er unter den jungen Festivalbesuchern tatsächlich für gute Laune, und er hatte immer wieder mal einen satten Spruch drauf.

Danach aber war er da, der lang erwartete Höhepunkt der Festivals: Der Deutschrapper „Weekend“, der diesen Job trotz großer Erfolge wirklich nur aufs Wochenende beschränkt. Er trat nicht mit seinem Nummer-eins-Album „Für immer Wochenende“ an, mit dem er immerhin einige Wochen Platz eins der Charts in Deutschland belegte. Vielmehr hatte er sein neuestes Album in der Tasche mit dem Titel „Keiner ist gestorben“. Mit Deutschrap-Klischees will „Weekend“ genauso wenig zu tun haben, wie mit allen anderen Formen organisierten Stumpfsinns – und teilt entsprechend aus. „Ich bin zurück und finde alles scheiße“, fasst er denn auch seine Gedanken zusammen.

Am Ende sind es auch viele bestens gelaunte Besucher, die das Festival zum Erfolg werden lassen.
Am Ende sind es auch viele bestens gelaunte Besucher, die das Festival zum Erfolg werden lassen. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Mit dem Gewinner des First European DJ Contest neigte sich der musikalische Festival-Abend dem Ende zu, doch StevoK war vielleicht der beste Act, um die Stimmung noch einmal hochkochen zu lassen, bevor das Schonacher Eigengewächs Nils Kramer für den Kehraus sorgte.

Bestens bedient wurden die Gäste vom Skiclub Schonach, dem FC Schonach, dem jungen Fässle-Team sowie zwei externen Dienstleistern. Für die große Bühne hatte die heimische Firma Impuls Licht & Ton ebenso gesorgt wie für die Technik.