Helmut Schuler feiert am heutigen Montag seinen 80. Geburtstag. Der Schonacher ist ein echtes Urgestein und seinem Heimatort stets treu geblieben.

Mit 14 in die Werkzeugmacherlehre

Nach der Schulzeit, die durch die Nachkriegszeit geprägt war – „wir waren rund 100 Erstklässler, es gab aber nur zwei Lehrer“ – ging er mit 14 Jahren in die Werkzeugmacherlehre bei der Firma Josef Burger Söhne. Nach der Teilung des Betriebs in das Burger Industriewerk (BIW) und die Schwarzwälder Uhrwerke-Fabrik Burger Schonach (SBS-Feintechnik), ging für Helmut Schuler das Berufsleben bei BIW weiter. Mit etwa 30 Jahren wurde er Abteilungsleiter in der dortigen Dreherei und hatte diese Stelle bis zum Eintritt ins Rentenalter inne.

Turnverein als große Passion

Seine absolute Leidenschaft gilt dem Turnverein Schonach. Mit 17 Jahren trat er in den Verein ein und engagierte sich neben den sportlichen Aktivitäten als Unterkassierer. Jahrelang kassierte er die Beiträge der Schonacher Mitglieder persönlich an der Haustüre ein. Bei etwa 300 Mitgliedern war so manch Feierabend verbucht.

Seit 1980 nimmt er das Sporabzeichen ab

Auch in der Jugendarbeit machte sich Schuler stark und trainierte 25 Jahre lang die Turnerjugend. Das Engagement des Jubilars reicht bis in die Gegenwart: So ist er Vereinsraumwart und nimmt seit 1980 das Sportabzeichen ab. „Ich mache das Sportabzeichen auch selber jedes Jahr“, erzählt Schuler.

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Ein ganz bedeutender Teil seines Turnerlebens sind die Jahre von 1973 bis 1985, in denen er mit den Trimm-dich-Veteranen in der ganzen Welt unterwegs war, um ihre beliebte humorakrobatische Nummer aufzuführen. Entstanden war diese bei einem Bunten Abend des Turnvereins. „Wir wurden mit unserer Nummer von Nachbarvereinen eingeladen, dort sprach uns dann ein Künstler an, der uns wiederum an eine Agentur verwies“, schildert Schuler die Anfänge. Und so kam es, dass die sieben Turner um Schuler mit ihrer Show landauf, landab unter Vertrag genommen wurden.

650 Auftritte in zwölf Jahren

An Wochenenden ging es etwa nach Hamburg, Köln und Bern, größere Reisen führten sie nach Rom, Wien, Rio de Janeiro, Thailand oder Santiago de Chile. 650 Auftritte hatten sie in den zwölf Jahren insgesamt, Erlebnisse, die die Gruppe bis heute verbindet.

Drei Berufe auf einmal

„Zeitweise hatte ich drei Berufe: in der Firma BIW, als Trimm-dich-Veteran, und als Bauherr während unseres Hausumbaus“, scherzt Schuler. Von seiner Frau Agnes erhielt er viel Unterstützung und Rückendeckung, wodurch alles gut unter einen Hut zu bekommen war. Scheinbar „nebenbei“, war er außerdem 20 Jahre im Deutschen Roten Kreuz aktiv und zehn Jahre als Skilehrer tätig, war Kinovorführer im „Schwanen“ und trug bis vor fünf Jahren Tageszeitungen aus.

„Wir feiern groß“

Seine Frau Agnes, ebenfalls Mitglied im Turnverein, lernte er 1972 kennen, passenderweise in der Turnhalle. Die Begeisterung für den Sport und das gesellige Miteinander, dass ein Vereinsleben mit sich bringt, teilen die beiden bis heute. So erwarten sie am heutigen Geburtstag, neben ihren drei Kindern und drei Enkelkindern, auch den einen oder anderen Gast vom Turnverein. „Wir feiern groß“, freut sich das Ehepaar auf den großen Tag des Jubilars.

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