In der Villa Burger soll laut Markus Schrieder eine Seniorenwohngruppe für acht Bewohner entstehen. Dort können rüstige Senioren und Menschen bis zur Pflegestufe fünf unterkommen. Die Versorgung sei, so Schrieder, der eines Pflegeheimes gleichwertig. Auch die Kosten seien genau gleich wie bei Unterbringung in einem Pflegeheim. Durch die geringe Größe sei der Teiler für Betreuungsmitarbeiter wesentlich kleiner. Für Betreuung ist Tag und Nacht durch die Altenhilfe gesorgt. Dabei sorgt die Alltagspflege tagsüber für gewisse Abläufe, bring Struktur in den Tag, führt im Prinzip den Haushalt.

Enger Bezug zur Gemeinde

Zudem sollen Pflegedienste die Körper- und Krankgenpflege übernehmen. „Welcher Pflegedienst das sein wird, darüber werden die acht künftigen Bewohner selber bestimmen“, erklärte Schrieder. Besuch sei immer willkommen, betonte er, denn schließlich sollen die Senioren mit in den Alltag der Gemeinde einbezogen werden.

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Schrieder freute sich über die einmalige Gelegenheit. Solch ein Gebäude in zentraler Lage sei selten zu finden, zudem sei dem Investor sehr an einer Umsetzung gelegen. „Die Familie Burger stellt zum Beispiel die komplette Küchenausstattung zur Verfügung.“

Die Geschäftsführung der Altenhilfe St. Georgen mit Markus Schrieder und Florije Sula.
Die Geschäftsführung der Altenhilfe St. Georgen mit Markus Schrieder und Florije Sula. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Bürgermeister Jörg Frey sagte, dass das Vorhaben eine tolle Chance für Schonach sei. Eigentümer der Villa Burger bleibe nach wie vor Thomas Burger, der sei auch der Investor, erklärte Frey. Mieter sei die Altenhilfe St. Georgen, die Pflege übernehme ein Pflegedienst. „Es wäre schön, wenn sich auch Ehrenamtliche finden würden, die sich in die Betreuung einbinden würden“, sagte er. Um das Projekt ins Rollen zu bringen habe die Gemeinde beschlossen, der Altenhilfe eine Anschubfinanzierung zu gewähren, so Frey. „Und wer weiß, vielleicht ist das erst der Anfang, lassen Sie uns schauen, was daraus werden kann.“

Vorsicht bei der Weiterentwicklung

Gerhard Kienzler (OGL) sagte, dies sei ein Anfang zur Seniorenbetreuung in der Gemeinde. „Aber wir sollten das dann auch weiterentwickeln.“ Schrieder betonte, dass es sicherlich weiteren Bedarf gebe. Man solle aber mit den Planungen von größeren Projekten vorsichtig sein. „Am Ende haben Sie zwar die Räumlichkeiten, aber keine Mitarbeiter“, sah er als Hauptproblem.

  • Baugesuch: Im Gebäude Hauptstraße 17, der Villa Burger, in der Schonacher Ortsmitte, soll eine Seniorenwohngruppe entstehen. Dem Gemeinderat lag am Dienstagabend ein entsprechendes Baugesuch vor. Der Gemeinderat stimmte dem Vorhaben zu.
  • Innenumbau: Die Wohngruppe soll im Erd- und Obergeschoss entstehen. Im Innenbereich sollen einige Umbauten vorgenommen werden, um die Grundrisse an die Bedürfnisse anzupassen. In diesem Zuge werden die beiden Etagen dann auch barrierefrei gestaltet.
  • Neues Treppenhaus: An der Nordseite des Gebäudes soll ein freistehendes Treppenhaus mit Aufzug angebaut werden, das als barrierefreier Zugang und zweiter Fluchtweg dienen soll. Die bestehenden Garagen in diesem Bereich werden abgerissen.
  • Balkonabriss: Auf der Süd-Westseite werden zudem die bestehenden Balkone abgebrochen und durch eine dreistöckige Balkonkonstruktion ersetzt. Außerdem soll die mittlere Gaube im Dachgeschoß umgebaut werden, um so einen Zugang zum neuen Balkon zu erhalten.
  • Gewässerschutz: Den Abstand des neu entstehenden Aufzugsturms sieht die Verwaltung mit Bedenken. Der Abstand zum Turntalbach sei sehr gering, was eventuell zu Diskussionen mit dem Amt für Gewässer- und Bodenschutz führen könnte. Ratsmitglied Christian Kuner (OGL) fragte an, wie die Situation der Bachmauern neben der abzureißenden Garage aussehe. Bürgermeister Jörg Frey sagte, diese sei zwar nicht ganz neu, Probleme sah er aber keine. „Aber das Wasserwirtschaftsamt wird sich das auch ansehen, sollte etwas zu machen sein, werden wir es erfahren.“

Altenhilfe: Die gemeinnützige GmbH besteht seit 1964 und hat 400 Mitarbeiter. Sie ist in der ganzen Umgebung tätig und betreut auch das Lorenzhaus und das Elisabethenhaus.