Die Ärzte- und Notfallversorgung waren weitere Themen in der jüngsten Einwohnerversammlung. Die Schonacher interessierten sich auch für den Breitbandausbau am Rohrhardsberg, die Schneeräumung auf Gehwegen und die Sporthallensanierung.

  • Medizinische Versorgung: Gerhard Dold fragte nach dem Stand im Dorf, da es ja nur noch einen Allgemeinmediziner vor Ort gebe. Es sei verdammt schwierig, einen Arzt hierher zu bekommen, lautete die Antwort. Ein in der Region aufgewachsener 39-jähriger Oberarzt aus dem Schwarzwald-Baar-Klinikum sei bereit gewesen, die Nachfolge von Allgemeinmediziner Wolfgang Mezger anzutreten. Er habe sich jedoch, quasi in letzter Minute, aufgrund der langen Anfahrt für eine Stelle in Mönchweiler entschieden. Nun sei man gemeinsam mit weiteren Gemeinden und niedergelassenen Ärzten bemüht, ein Ärztehaus in der Region zu realisieren, um die Versorgung sicherzustellen. Anfang Februar stünden die nächsten Gespräche an. Aktuell gebe es jedoch noch keine Lösung, räumte Bürgermister Jörg Frey offen ein. „Es tut mir leid“.
Der Hubschrauber Christoph 11 ist besonders gefragt – einen speziellen Landeplatz für Nachteinsätze gibt es in Schonach nicht.
Der Hubschrauber Christoph 11 ist besonders gefragt – einen speziellen Landeplatz für Nachteinsätze gibt es in Schonach nicht. | Bild: Maike Glöckner
  • Nächtlicher Rettungseinsatz: Den seit einem halben Jahr in Villingen-Schwenningen zur Verfügung stehenden nachtflugtauglichen Rettungshubschrauber sprach Karl Hummel an. Er wollte von der Gemeindeverwaltung wissen, ob Schonach für die notärztliche Versorgung in der Nacht gerüstet ist. „Im Außenbereich ja, im Ortskern nur bedingt“, antwortete Bürgermeister Frey. Im Zuge der Kurparkumgestaltung habe es Überlegungen gegeben, auf der Wiese vier Strahler anzubringen, damit der Rettungshubschrauber dort nachts landen kann. Die Piloten hätten jedoch in Gesprächen darauf aufmerksam gemacht, dass die Bodenlampen im Winter zuschneien und Strahler auf Masten nachts eine Gefahr für den Hubschrauber darstellen würden. Zudem lande der Rettungshubschrauber möglichst in der Nähe des Unglücksorts beziehungsweise der Notfallstelle. Daher werde im Ernstfall die Feuerwehr alarmiert, um mit zwei oder drei Fahrzeugen einen geeigneten Landeplatz auszuleuchten.
  • Schnelles Internet: Den Breitbandausbau in Schonach sprach Thomas Hettich an. „Wir am Rohrhardsberg wohnen etwas abgeschieden und fühlen uns ein bisschen abgehängt“, klagte der Familienvater und Nebenerwerbslandwirt. Er müsse zum Beispiel seine Anträge übers Internet stellen, sei von einer guten Verbindung abhängig. Es könne nicht sein, dass er dafür auf Dauer Nachbarn behelligen müsse. Dass das Problem bekannt sei, räumte Frey ein. Der Rohrhardsberg habe nun allerdings eine neue Perspektive durch die Wasserversorgung bis zum Korallenhäusle, informierte der Bürgermeister. Hierbei seien auch Stromleitungen verlegt und Vorkehrungen für die Breitbandversorgung getroffen worden, die bis zur „Rohrhardsberger City“ beziehungsweise zum „Ramsel“- und „Schänzle“-Hof erfolgen könnte.
Schnelles Internet wünschen sich die Bewohner am Rohrhardsberg. Bis zu ihnen reichen die Breitbandkabel noch nicht.
Schnelles Internet wünschen sich die Bewohner am Rohrhardsberg. Bis zu ihnen reichen die Breitbandkabel noch nicht. | Bild: Christian Lünig
  • Mobilfunk: Hettichs äußerte den Einwand, er sehe eine Chance über den zukünftigen Mobilfunkstandard 5G. Jedoch nutze ihm der Standort Langenwaldsprungschanze, wo es bereits Funkmasten gebe, wenig. Darauf erwiderte der Bürgermeister: „Wir haben leider keinen Einfluss auf den Standort der Firmen.“ Wie Frey auf Nachfrage dieser Zeitung versicherte, hoffe man auf die neuen Aussagen der Landes- und Bundesregierung, laut derer ab dem Jahr 2025 jeder Bürger den Anspruch auf einen Breitband-Anschluss und somit schnelles Internet haben soll.
  • Raser in Untertalstraße: Manfred Dold machte noch auf Raserei in der Untertalstraße aufmerksam. Obwohl dort nur 30 Kilometer pro Stunde gefahren werden dürfe, werde gerast. „Wir kennen das Problem“, antwortete Frey. In der Regel seinen es jedoch Einheimische. Alle Appelle würden leider nichts nutzen. Langsamer gefahren werde erst, „wenn geblitzt wird“.
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  • Schneeräumung: Wer für die Gehwegräumung vom Untertal bis ins Dorf hoch zuständig ist, wollte Regina Hilser wissen. In den vergangenen Tagen seien diese, vor allem für ältere Bürger, sehr schlecht begehbar gewesen. Grundsätzlich seien die Anlieger verpflichtet, den Schnee auf Gehwegen vor ihrem Anwesen zu räumen. Allerdings räume an der angesprochenen Steigung die Gemeinde. „Wir haben aber nur einen kleinen Traktor für Gehwege, kein Spezialgerät, daher ist das Ergebnis nicht immer so gut“, gab der Bürgermeister offen zu. Er versprach jedoch, Abhilfe zu schaffen. „Wir werden schauen, dass wir es ändern können.“
  • Sporthallensanierung: Wie es mit der Sanierung der Sporthalle aussieht, wollte dann noch Dirk Schneider wissen. Die Kosten für die Arbeiten werden sich auf insgesamt ungefähr drei Millionen Euro belaufen, informierte der Schonacher Bürgermeister. „Das ist eine gewaltige Summe, aber die Halle wird täglich genutzt, von den Vereinen und der Schule und ist mittlerweile fast 40 Jahre alt.“ Jörg Frey versicherte, der Gemeinderat habe das Thema auf der Tagesordnung.
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