Da die Trophy heuer auch für die Baden-Württembergische Slalom-Meisterschaft gewertet wurde, hatten sich wieder über 100 Fahrer mit ihren Boliden eingefunden. Wer näher kam, erkannte das Ausmaß dessen, was der Hotelier und Küchenchef des namensgebenden Hotels in Niederwasser organisatorisch geleistet hatte.

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Über ein halbes Jahr dauert die Vorbereitung, richtig intensiv waren laut Duffner die letzten drei bis vier Wochen. „Das beginnt schon damit, dass ich die Genehmigung für die Sperrung der K 5751 holen muss“, so der Cheforganisator. Während der Trophy selbst kommt stets nur eines der Rennfahrzeuge, das Safety-Car (gesteuert von Günther „Max“ Frommhold) oder ein Streckentaxi (für Zuschauerfahrten) auf die Piste.

Pfeilschnell zischen sie mit quietschenden Reifen und röhrenden Motoren durch den Pylonenwald (links). Seriennäher geht kaum – das Fahrzeug hat sogar noch Straßenzulassung. Das letzte Fahrzeug ist der grüne BMW M3 von Axel Duffner.
Pfeilschnell zischen sie mit quietschenden Reifen und röhrenden Motoren durch den Pylonenwald (links). Seriennäher geht kaum – das Fahrzeug hat sogar noch Straßenzulassung. Das letzte Fahrzeug ist der grüne BMW M3 von Axel Duffner. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Zum 19. Mal richtet der Rennfahrer-Freak seine Trophy aus, in der Regel sind es deutlich mehr als 100 Starter aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland. Bei herrlichem Spätsommerwetter richteten Fahrer und Teams ihre Fahrzeuge her. Start sollte ab 8.30 Uhr sein – die ersten Probeläufe begannen mit leichter Verspätung.

Hochgezüchtet

Drei Wertungsläufe waren anvisiert – so mancher schaffte nicht mal den ersten komplett. Die hochgezüchteten Motoren, die mit dem Original nicht mehr viel gemein haben, sind nicht ganz unempfindlich. 1805 Meter lang war die Strecke. Lief etwas schief, fegte Duffner los, stets gefolgt vom Safety Car. Kurz darauf folgte der Abschlepper.

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Kaum vor Ort, folgte die erste Durchsage von Wilfried Ruoff. Seit 19 Jahren kommt er als Rennleiter in den Schwarzwald. „Ohne Axel wäre das Rennen hier nicht denkbar; er hat eine wahnsinnige Erfahrung, arbeitet mit Übersicht“, schwärmte der Mann aus Heilbronn.

Überall und nirgends

Etwa 120 Helfer hat der Küchenchef und Rennfanatiker im Einsatz, er selbst ist überall und nirgends. Mittels Headset hält er mit allen Helfern Sprechverbindung. „Heute Mittag ist das Restaurant geschlossen, weil sämtliche Gäste an der Strecke sind oder selbst mitfahren“, erzählte seine Frau Michaela, die am Schanzenhäuschen für Zuschauer und Teilnehmer einen kleinen Verpflegungsstand führte.

Die Fahrzeuge sind zum Start aufgestellt.
Die Fahrzeuge sind zum Start aufgestellt. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Dann begann das Rennen. Sobald die Ampel „Grün“ anzeigte, galt es für den jeweiligen Fahrer nach Überqueren der Lichtschranke, schnellstmöglich die Strecke hinter sich zu bringen, die von Schonach nach Schönwald führt – die schnellsten Fahrer blieben dabei deutlich unter einer Minute. Da es sich um einen Slalom handelte, sollten möglichst alle Pylonen stehen bleiben, offensichtlich nicht ganz einfach bei dem rasanten Tempo. „Gestartet wird zuerst in der (relativ) seriennahen Gruppe G, mit jeder Startgruppe werden die Veränderungen stärker“, erklärte der Rennleiter. Letzter Starter war wie immer Hausherr Axel Duffner mit einem BMW M3. Los ging es direkt oberhalb der Langenwaldschanze. Nur wenige Meter weiter unten wurde geschraubt, Startnummern geklebt, Fahrzeuge transportiert, Reifenstapel und getunte und aufgemotzte Fahrzeuge standen bereit und wurden von den Motorsportfans ausgiebig bewundert.

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Wer einen echten Adrenalinkick brauchte, konnte sich gegen einen Obolus auf den Beifahrersitz eines Boliden setzen. Diese „Renntaxen“, die mit ihrer Fracht mit viel Speed die Strecke hinunter donnerten, werden vom Chef selbst gesponsert. Der Erlös kommt einer sozialen Einrichtung im Skidorf zu.