Robert Walter wird am 11. August 80 Jahre alt. „Mein Großvater hatte fünf Töchter, meine Mutter Fina (eigentlich Serafina) war damals die Jüngste. Ich war der älteste von den drei Buben, die sie geboren hat“, erzählte Robert Walter, der als ältester Sohn traditionell denselben Vornamen erhielt wie der Vater.

Aufgewachsen im Schönwälder Weißenbach

Am 11. August 1940 kam er im Triberger Krankenhaus zur Welt und erlebte seine Kindheit auf einem Hof mit Gaststätte im Schönwälder Weißenbach. Dort besuchte er auch die „Hirtebuebe-Schule“. „Ich musste auch Vieh hüten, aber im Unterschied zu vielen Altersgenossen war es das eigene“, schilderte er seine Kindheit.

Erstmal warten auf die Lehrstelle bei der Post

Nach acht Jahren Volksschule bewarb er sich bei der Post. Zunächst aber wurde er abgelehnt, da es drei Bewerber für zwei Lehrstellen gab. So ging es zunächst für ein Jahr zur Überbrückung auf die höhere Handelsschule in Furtwangen. „Ich war ja schulpflichtig“, stellt er fest. Nach diesem Jahr gab es die ersehnte Lehrstelle bei der Post, bei der er zunächst den Beruf Postzusteller lernte – was ihn nicht davor bewahrte, in der Wirtschaft und Landwirtschaft der Eltern mithelfen zu müssen.

Weiterqualifiziert für höhere Aufgaben

Durch verschiedene Lehrgänge qualifizierte sich Robert Walter für den Mittleren Dienst und somit für höhere Aufgaben. Sein damaliger Chef Anno Böhlefeld fragte ihn danach, ob er für drei Wochen den Schalterdienst in Schonach übernehmen könnte – es wurden letztlich 13 Jahre daraus. Danach übernahm er die Zustellkasse in Triberg. Das bedeutete Schichtdienst.

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Beim Tanztee seine spätere Frau kennengelernt

Immer wieder lockte ihn die Fahrt ins Tal, genauer ins Elztal, weil es da im September noch richtig warm war, während es in seiner Heimat doch schon frisch wurde. Dort lernte er beim Tanztee dann mit 27 Jahren seine ­spätere Frau Marliese kennen.

Haus dank Geschwisterhilfe rechtzeitig zur Heirat fertig

Inzwischen hatte er begonnen, neben der Wirtschaft der Eltern ein Haus zu bauen. „Als ich mit fast 30 Jahren dann heiratete, war das Haus gerade fertig, weil meine ­Geschwister mich dabei echt unterstützt haben“, erinnerte er sich. Im Laufe der nächsten Jahre wurde er drei Mal ­Vater, eine Tochter und zwei Söhne brachte seine Frau auf die Welt. Einer der Söhne lebt heute mit seiner Familie mit im Haus.

Privatisierung der Post ändert vieles

Die letzten Arbeitsjahre bei der Post waren geprägt durch die damalige Umstrukturierung des einstigen Staatsunternehmens durch die Privatisierung – er wurde als einer der letzten Beamten nach Schwenningen versetzt und musste noch drei Jahre an einem für ihn falschen Arbeitsplatz verbringen, bevor man ihm die Frühpensionierung anbot – die er dann angenommen habe. So konnte er bereits 1997 in Pension gehen.

Engagiertes Skiclub-Mitglied

Noch immer treffen sich die früheren Postbeamten jedes Jahr zu einer kleinen Weihnachtsfeier, die von Anno Böhlefeld organisiert wird. In diesem Jahr werde sie wohl eines der vielen Corona-Opfer werden; und ob sie dann jemals wieder komme, wisse man nicht, meinte er im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Seit vielen Jahrzehnten engagiert sich Walter im Skiclub, für den er viele Jahre die Barkasse führte, in weiteren Vereinen ist er passives Mitglied.

Eigentliche Geburtstagsfeier fand schon statt

Seinen Geburtstag feierte er gemeinsam mit der Tochter, dem Schwiegersohn sowie den Söhnen, Schwiegertöchtern und den sechs Enkeln bereits vorher – ein Teil der Familie ging danach nämlich in Urlaub. An seinem Geburtstag gibt es heute nur noch Kaffee und Kuchen, erzählt er schmunzelnd.

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