Für Aufregung und Diskussionen sorgte ein Gefahrgutunfall, der sich am späten Freitagabend in einem Betrieb in Schönwald ereignete. Nähere Auskünfte dazu erteilte das Polizeipräsidium Konstanz erst auf Nachfrage unserer Zeitung.

300 Liter Öl-Emulsion laufen aus

Am späten Freitagabend war in einem Gewerbebetrieb in der Triberger Straße in Schönwald ein Behälter umgekippt, aus dem rund 300 Liter einer Öl-Emulsion ausflossen. Zu dem Unfall auf dem Betriebsgelände war es laut Jörg Kluge, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Konstanz, beim Transport des Behälters mit einem Gabelstapler gekommen. Ein 39-jähriger Gabelstaplerfahrer habe ein 1000-Liter-Gebinde mit einer Öl-Emulsion transportiert, das ihm in einer Kurve von der Staplergabel rutschte. Beim Aufprall öffnete sich das verschlossene Fass.

Feuerwehr rückt mit Großaufgebot aus

Bei der auslaufenden Flüssigkeit handelte es sich um ein Öl-Wassergemisch, mit der Bohrer gekühlt werden. Da es über die Kanalisation beziehungsweise den Regenwasserkanal in die Gutach und den benachbarten Stausee Adelheid gelangte, sei es zu einer Gewässergefährdung gekommen, wie Kluge erläuterte. Nicht zuletzt aufgrund der großen Menge an ausgelaufener Flüssigkeit sei die Feuerwehr mit einem Großaufgebot ausgerückt. Die Alarmierung erfolgte gegen 21 Uhr. Neben der Schönwälder Feuerwehr waren auch die Feuerwehren aus Schonach, Triberg, Donaueschingen, Villingen und Blumberg mit über einem Dutzend Fahrzeugen mehrere Stunden im Einsatz.

Fachberater vor Ort

Die Rufbereitschaft des Amts für Umwelt, Wasser- und Bodenschutz des Landratsamts Schwarzwald-Baar-Kreis war ebenfalls über den Unfall in Schönwald informiert worden, wie Heike Frank von der Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit des Landratsamts auf Anfrage mitteilte. Ein Mitarbeiter sei vor Ort gewesen sowie die bereits erwähnte Feuerwehr und der Fachberater Chemie. „Aufgrund des niedrigen Wasserstands war die Fließgeschwindigkeit gering und es konnte im Bereich Adelheid mittels Schwimmschlangen die Flüssigkeit abgefangen und abgesaugt werden. Der Kanal wurde noch in der Nacht gespült“, wie Frank weiter mitteilte.

Bislang kein Fischsterben beobachtet

„Der ausgetretene Stoff ist wassergefährdend und darf deshalb grundsätzlich nicht in die Kanalisation oder in ein Gewässer eingeleitet werden. Durch die ergriffenen Maßnahmen konnte die ausgetretene Flüssigkeit nahezu vollständig aufgenommen und entfernt werden.“ Ein Fischsterben wurde bisher nicht festgestellt und ist nicht mehr zu erwarten, wie Frank abschließend bescheinigte.

Laut Kluge laufen nun die polizeilichen Ermittlungen weiter wegen des Verdachts auf fahrlässige Gewässerverunreinigung.