Viel Geld wird in den nächsten Monaten in die Infrastruktur der kleinen Kurgemeinde fließen, wie der Gemeinderat Schönwalds in jüngster Sitzung beschloss. Die gute Nachricht: Ein bedeutender Anteil wird aus dem Städte-Sanierungsprogramm des Landes finanziert.

Drei Angebote eingegangen

2019 hatte der Gemeinderat die Ausweitung des Sanierungsgebiets bis hinauf zum Friedhof beschlossen. Dabei lag der Blick auf einem Teil der Friedhofstraße sowie vor allem dem Parkplatz. Die Kosten für die Sanierung wurden 2020 in den Aufstockungsantrag für die Fördermittel des Landessanierungsprogramms aufgenommen und im Frühjahr bewilligt. Nach einer beschränkten Ausschreibung, bei der sechs Firmen zu Angebotsabgabe aufgefordert wurden, drei Angebote lagen zum Submissionstermin vor.

Im Zuge der Ortskernsanierung von Schönwald wird auch die Friedhofstraße mit Parkplatz saniert.
Im Zuge der Ortskernsanierung von Schönwald wird auch die Friedhofstraße mit Parkplatz saniert. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Sehr gute Nachrichten beim Blick auf die Preise

Und die erneut sehr positive Nachricht: Ganz offensichtlich scheinen sich im Tiefbau die Preise wieder zu einem Normalmaß zurückzuentwickeln. Denn das günstigste Angebot, das von der Furtwanger Firma Hermann mit brutto 175 791 Euro abgegeben wurde, liegt fast 14 Prozent unter der Kostenschätzung des Ingenieurbüros, die beiden weiteren Angebote lagen deutlich höher. Von dieser Summe gehen noch zwei kleinere Beträge ab – da über den Eigenbetrieb Nahwärme 8327 Euro sowie über den Zweckverband Breitbandausbau 1897 Euro abgerechnet werden. „Macht das Hermann selbst oder kommt da irgendein Subunternehmer?“, wollte dazu Hans-Peter Schwer (SPD) wissen. Das mache die Firma selbst, versicherte Hauptamtsleiter Andreas Herdner.

Stark subventioniert durch Sanierungsprogramm

Ebenso selbst wird Hermann wohl das nachgeschobene Los mit der Ludwig-van-Beethoven- und der Johann-Sebastian-Bach-Straße sowie des unteren Parkplatzes der Uhrmacher-Ketterer-Halle machen. Auch diese Arbeiten erfolgen stark subventioniert über das Sanierungsprogramm, die Kosten für die Sanierung wurden ebenfalls im Rahmen des Aufstockungsantrags bereits genehmigt.

Baupreise wieder gesunken

Ebenfalls beschränkt ausgeschrieben lagen zur Submission vier Angebote vor. Auch hier kam das günstigste Angebot von der Furtwanger Firma, das mit 722  395 Euro mehr als 15 Prozent unter der Kostenschätzung von 853  376 Euro liegt – hier lag selbst das höchste Angebot noch unter der Kostenschätzung. Beide Lose wurden einstimmig an die Firma Hermann vergeben.

In den Rahmen der Ortskernsanierung fiel ebenso der nächste Tagesordnungs-Unterpunkt. Erneut erweitert wird dabei das Sanierungsgebiet. Zwar gibt es über das Programm in Schönwald keine direkten Zuschüsse an private Sanierer, doch im Rahmen der Maßnahme werden sanierungswilligen Bürgern, die bauliche oder energetische Modernisierungen anstreben, steuerliche Anreize gegeben.

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Die Investitionskosten für solche Maßnahmen können innerhalb des Sanierungsgebiets steuerlich abgesetzt werden, wenn es eine Modernisierungsvereinbarung zwischen Gemeinde und Eigentümer gibt.

Ortsbild deutlich aufwerten

Am Rande des bisher festgelegten Sanierungsgebiets liegen die Gebäude Rhönstraße 2 und Ludwig-Uhland-Straße 5 – dort stehen umfassende bauliche und energetische Modernisierungsmaßnahmen an. Eine Modernisierung würde laut Verwaltung das Ortsbild deutlich aufwerten und den Sanierungszielen zugute kommen.

Steuerliche Anreize

Mit der Aufnahme in das Sanierungsgebiet soll nun den Eigentümern die Möglichkeit gegeben werden, ihre Investitionskosten steuerlich geltend zu machen. Die Einbeziehung der beiden Gebäude sei durchaus sinnvoll, da sie unmittelbar an das Sanierungsgebiet „Ortsmitte“ angrenzten.

Möglichst viele sollten mitmachen

„Ist eigentlich eine spätere Erweiterung immer möglich oder ist das jetzt die letzte Möglichkeit?“, wollte Johannes Göppert (FLS) wissen. „Nein“, beschied ihm Hauptamtsleiter Herdner, wobei Bürgermeister Christian Wörpel nachschob, dass Erweiterungen in solchen Dingen nur im Zusammenhang mit größeren Maßnahmen Sinn machten. Möglichst viele Eigentümer sollten dazu ermutigt werden, setzte Göppert nach.

Nicht ewig Zeit zum überlegen

„Irgendwann läuft das aber aus“, war sich Adalbert Oehler (CDU) sicher – dazu wusste Kämmerer Harald Hafner einen Termin: Zum Ende des Jahres 2024 müssten die Maßnahmen abgerechnet sein. Allerdings, so der Bürgermeister, könne man unter Umständen eine Verlängerung um ein bis zwei Jahre erwirken. „Jedes Gebäude, das saniert wird, macht für uns Sinn“, verdeutlichte er. Interessierte könnten sich direkt an Andreas Herdner wenden.

Einstimmig erfolgte der Beschluss des Gemeinderats, dem Ansinnen der Verwaltung zu entsprechen und diese Gebäude ins Sanierungsgebiet aufzunehmen.