Wie eine Vielzahl von Kommunen steht auch Schönwald vor großen Herausforderungen. Der Wettbewerb um Einzelhandelskunden, Touristen, Arbeitskräfte und Einwohner erfordert neue Strategien und Maßnahmen für den Strukturerhalt und die nachhaltige Weiterentwicklung des Standorts. Bereits seit Ende 2019 arbeitet die Gemeinde Schönwald mit der Imakomm- Akademie aus Aalen zusammen (wir berichteten). Analysen, Befragungen und Expertengespräche fanden statt, erste Ideen und Ansätze zur besseren Ausschöpfung des vorhandenen Potenzials und zur Einleitung konkreter Maßnahmen wurden in Form eines Strategiepapiers zusammengefasst.

Zukunfts-Camp

Gemeinsam mit Leistungspartnern aus Schönwald sowie Vertretern örtlicher Organisationen und interessierten Bürgern wurden Mitte September dieses Jahres im Rahmen eines Zukunft-Camps drei Maßnahmen entwickelt und erst vor wenigen Tagen final eingeleitet. Zunächst gibt es die erste Schönwälder Stiefel-Rallye: Einzelhandel und Gastronomie füllen dabei in der Adventszeit Kinderstiefel mit Überraschungen. Vom 1. bis 4. Dezember, jeweils von 9 bis 12 Uhr, und zusätzlich am 2. Dezember von 16 bis 18 Uhr, können maximal 300 saubere Stiefel (Winter- oder Gummistiefel) im Rathaus abgegeben werden. Die Stiefel (einer je Kind) gehen dann auf die Reise durch die Geschäfte des Dorfes. Vom 12. bis zum 19. Dezember geht es für die Kinder auf Stiefelsuche in den teilnehmenden Betrieben. Bunt gefüllt stehen die Stiefel dann in den Schaufenstern oder Auslagen der Geschäfte und können während der jeweiligen Öffnungszeiten abgeholt werden. Teilnehmen können alle Schönwälder Kinder im Alter von einem Jahr bis zehn Jahre.

15 Geschäfte mit im Boot

„Ich denke, das ist eine witzige Idee – und die Eltern können in Ruhe auch die Geschäfte mal näher in Augenschein nehmen“, freut sich Bürgermeister Christian Wörpel über diese Aktion. Die teilnehmenden Geschäfte, 15 an der Zahl, sind im Flyer aufgeführt, bei Abgabe der Stiefel erhalten die Eltern einen Abholschein mit Nummer als Nachweis des Eigentums. Wenn diese Idee sich als gut herausstellt, könne er sich das auch als Dauerläufer für die Adventszeit vorstellen, so Wörpel. „Man geht bei der Suche nach dem Stiefel viel bewusster an den Läden vorbei“, ist er sich sicher.

Freude und Genuss verschenken

Besonders stolz ist der Bürgermeister auf den „Schönwald-Gutschein“, der bisher in der Stückelung fünf, zehn und 20 Euro erhältlich und der als lokales Geschenk ein richtiges Highlight sei und zugleich die Kaufkraft innerhalb des Dorfes halte. Gemeinsam mit den Mitwirkenden der „Zukunftsoffensive Schönwald“ wurde der Gutschein ins Leben gerufen. Pünktlich zu Weihnachten lässt sich damit „Schönwälder Einkaufsfreude“ und „Genuss“ verschenken, so der Bürgermeister.

Umworbene Studenten

Ab dem 1. Dezember können sowohl in der Postagentur als auch im Bürgerbüro im Rathaus die Gutscheine in den genannten Werten erworben werden. Diese können dann in insgesamt 17 teilnehmenden Geschäften und gastronomischen Betrieben Schönwalds eingelöst werden. „Wir können uns das auch als Teil des Begrüßungsgeldes für Studenten vorstellen“, zeigte sich der Bürgermeister überzeugt.

Projekt ist noch in Arbeit

Noch in Arbeit ist der Einkaufs- und Erlebnisführer, der die Vielfalt der Schönwälder Betriebe darstellen und Kunden auf die Geschäfte aufmerksam machen soll. Die offene Runde aus Einzelhandel, Dienstleistung, Gastronomie und weiteren Organisationen will sich künftig ein- bis zweimal jährlich treffen, um sich auszutauschen und weitere Maßnahmen zu entwickeln, so Sarah Herrmann als Koordinatorin.