Eine eher seltene Entscheidung stand in Schönwald auf der Tagesordnung: Die Gemeinde wird ihr kommunales Vorkaufsrecht bei Grundstücksverkäufen ausüben.

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In diesem Fall ist das besagte Baugrundstück mit 1277 Quadratmetern sehr groß. Es liegt inmitten des eigentlich voll belegten Baugebiets „Sonnenberg und Oberbühl“. Für dieses Baugebiet existiert ein qualifizierter Bebauungsplan.

  • Das Problem: Seit mehr als 20 Jahren sind die umliegenden Flächen im Baugebiet bebaut, einzig das Grundstück mit der Flurstücknummer 699 wurde trotz bereits erfolgten Verkaufs und voller Erschließung noch nicht bebaut. Eigentlich war es für den Bau eines Wohnhauses vorgesehen. Inzwischen habe die Gemeinde, so hieß es in der Sitzung, vom Weiterverkauf des Grundstücks zu einem Preis von 150 .000 Euro erfahren. Gründe für die fehlende Bebauung sieht die Verwaltung vor allem in der immensen Fläche und in teils deutlich überzogenen Vorstellungen vom Verkaufspreis. Durch die Größe und einen entsprechend hohen Preis sei das Baugrundstück für Bezieher mittlerer Einkommen uninteressant, hießt es.
  • Ziele der Gemeinde: Die Verwaltung schlug vor, das Vorkaufsrecht zu ziehen. Ziel sei es, damit Grundstücksspekulationen zu vermeiden und eine mögliche Bebauung des Grundstücks zu beschleunigen. Um das zu erreichen, könne die Fläche durchaus auch aufgeteilt werden, zeigte Bürgermeister Christian Wörpel eine Möglichkeit auf, die sich aus einem Kauf durch die Gemeinde Schönwald ergeben würde.
  • Pläne des Käufers: Aus Gesprächen mit dem Käufer habe sich ergeben, dass dieser nicht beabsichtige, in absehbarer Zeit zu bauen. Die Gemeinde aber stehe vor dem Dilemma, dass sie derzeit nur noch sehr wenige Baugrundstücke vorweisen könne. Das erst kürzlich erschlossene Baugebiet „Sommerberg“ sei bereits weitgehend verkauft.
  • Baulücken: „Solange es Baulücken im Innenbereich gibt, wird uns ein weiteres Neubaugebiet verweigert werden – mit Hinweis auf bestehende Möglichkeiten“, wies Hauptamtsleiter Andreas Herdner auf ein weiteres Problem hin. Durch eine Neuaufteilung des Grundstücks könne zusätzlich mindestens ein zusätzlicher Bauplatz geschaffen werden, um der weiteren Nachfrage gerecht zu werden und zugleich die Verdichtung im Innenbereich voranzutreiben.
  • Die Verwaltung schlug dem Gemeinderat vor, das Vorkaufsrechts zu einem Preis von 150.000 Euro auszuüben. Dabei handele es sich um eine außerplanmäßige Ausgabe im Haushalt, die unter Umständen im Nachgang einen Nachtragshaushalt erforderlich machen könne.
  • Johannes Göppert (FLS) sah das als richtige Entscheidung an, da ja der Käufer keine direkten Pläne mit dem Grundstück habe. Auch er denke an eine Teilung des Grundstücks.
  • Hans-Peter Schwer (SPD) sah die Notwendigkeit der Nachverdichtung. Und da mit dem Grundstück ein reeller Gegenwert zur Ausgabe vorhanden sei, signalisiere seine Fraktion ebenfalls Zustimmung.
  • Beschluss des Gremiums: Der Gemeinderat sprach sich einstimmig für den Beschlussvorschlag der Verwaltung aus, das Vorkaufsrecht auszuüben.