Die Corona-Pandemie bringt das Personal in den Kliniken und den Impfzentren an ihre Grenzen. Es gibt jedoch Menschen, die bereit sind, Unterstützung zu leisten – zum Beispiel Ruheständler. Zu diesen Freiwilligen gehört auch die Schönwälder Kunstschmiedemeisterin Bianca Fattler.

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Nach eigener Aussage war es für Bianca Fattler „eine Ehrensache, in der Not anderen zu helfen. Und da mir das aufgrund meines Erstberufes Krankenschwester möglich ist, helfe ich wirklich gerne“, erklärte sie. Überraschend kommt diese Bereitschaft nicht: Fattler beweist als Unternehmerin auch im Club Soroptimist immer wieder ihr soziales Engagement.

Einberufung kommt am 19. Dezember

Sie habe sich nach dem Aufruf aus dem Schwarzwald-Baar-Klinikum freiwillig gemeldet. Und so kam es, dass sie am 19. Dezember 2020 einberufen wurde, um bei der Covid-Kurzzeitpflege in Schwenningen Schichtdienst zu leisten – über Weihnachten und Neujahr. Fattler nutzte dafür die drei Ferienwochen im eigenen Betrieb.

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„Am 10. Januar hatte ich meinen letzten Frühdienst“, schildert die junge Frau die Umstände. Dort habe sie alles kennengelernt, beispielsweise die Erkrankten zu versorgen, das Essen zu reichen, zu lagern, zu waschen, Wunden zu versorgen, zu desinfizieren oder den Küchendienst zu absolvieren. Es sei alles dabei gewesen, was ein menschenwürdiges Miteinander ermögliche – bis hin zur Totenversorgung. „Eine ganz andere Welt auf engstem Raum.“

Kurz vor dem Einsatz im KIZ präsentiert sich die Schönwälderin Bianca Fattler im Arbeits-Outfit.
Kurz vor dem Einsatz im KIZ präsentiert sich die Schönwälderin Bianca Fattler im Arbeits-Outfit. | Bild: privat

Nur kurz danach, am 11. Januar, kam dann die Nachricht mit der Bitte, sich auch im Kreisimpfzentrum Villingen-Schwenningen ab dem 22. Januar zur Verfügung zu stellen. Bis zum 30. Juni kann sie dort tätig bleiben, mit allen Möglichkeiten. Zuvor folgten dann entsprechende Schulungen – zur Impfstoffzubereitung, zur intramuskulären Injektion, Ortsbegehungen.

„Wir alle glauben an das, was wir tun“

„Aufgrund des derzeit noch herrschenden Impfstoffmangels arbeite ich im Moment jeden Freitag und Samstag, wenn das Kreisimpfzentrum (KIZ) in Schwenningen auch geöffnet hat, als Impferin vor Ort, freitags von 12 bis 18 und samstags von 9 bis 15 Uhr, später soll auch der Sonntag dazu kommen. Die Leute, mit denen ich bisher zusammen gearbeitet habe, sowohl im Krankenhaus als auch im KIZ, sind alles ganz tolle und wunderbare Menschen. Wir alle glauben an das, was wir tun – und daran, dass es ein Stück dazu beitragen könnte, die Welt wieder normaler werden zu lassen“, schwärmt die Schönwälderin.

Aufgabe ist Neuland für alle

Auch die Organisatoren seien sehr motiviert. Sie hätten ihre Helfer abgeholt und das, obwohl die Aufgabe ja Neuland für alle sei – also für Ärzte, medizinisches Fachpersonal, Ordnungsdienst, Dokumentationskräfte oder Impfstoffzubereiter. „So unterschiedlich die Einsätze auch waren, dieser im KIZ ist der, der zumindest die Chance auf ein Stück Normalität im Alltag bietet. Die Anfrage nach Mithilfe und Entlastung Anderer war da, ich durfte und konnte aufgrund meiner Erstausbildung helfen und diese Hilfe habe ich gerne zugesagt – trotz bewältigtem und bevorstehendem Arbeitsjahr. Und wenn es hart kommt, wenn genug Impfstoff und Impfwillige da sind, werde ich Freitag, Samstag, Sonntag, Montag und Dienstag im KIZ sein, die halben Tage davon sowie Mittwoch und Donnerstag bin ich hier im Betrieb“, fasste die Schönwälderin ihre kommenden Aufgaben zusammen.

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Aber auch die Helferin ist auf Hilfe angewiesen: „Ohne Unterstützung meines Mannes, meiner Eltern und meinen beiden Jungs, könnte ich diese 200-Prozent-Leistung gar nicht erbringen.“