In aller Stille feierte am Wochenende aufgrund der Corona-Krise ein in Schönwald allseits bekanntes Ehepaar seine goldene Hochzeit: Alexander und Hannelore Ganter. Am 5. Juni 1970 heiratete Alexander Rudolf Ganter einst seine damalige Verlobte Hannelore Weber, am 8. Juni folgte die kirchliche Heirat in der katholischen Kirche auf dem Sulgen. In ganz Schönwald sind die beiden als Alex und Hanni bekannt, führten sie doch jahrzehntelang die Bäckerei Ganter.

Nur kleine Feier wegen Corona

Am vergangenen Sonntag segnete Pfarrer Andreas Treuer das Jubelpaar nach dem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Urban in Schonach – wegen der Krise waren nur maximal 100 Gottesdienstbesucher zugelassen. Ebenfalls abgesagt wurde die große Feier – im engsten Familienkreis fand diese nach der Messe statt.

Vater nie kennengelernt

Alex Ganter wurde im Juli 1945 in seinem Elternhaus in der Hauptstraße geboren, seinen Vater hatte er nie kennengelernt – nur kurz sei er 1944 aus dem Frankreich-Feldzug dagewesen, bald wurde er dann nach Polen versetzt, seither fehlte jede Spur von ihm.

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Bäckermeister mit 21 Jahren

Er besuchte die Volksschule in Schönwald, die damals noch dort stand, wo sich heute das Rathaus befindet. Schon als Kind half er der Mutter in der Bäckerei. So war es fast logisch, dass er nach der Schule das Bäckerhandwerk lernte. Bereits mit 21 Jahren legte er im Januar 1967 in Weinheim seine Meisterprüfung ab.

Erste Begegnung beim Friseur

Seine Hanni wurde 1950 als die jüngere von zwei Schwestern in Dunningen geboren, wo sie auch bis 1964 die Volksschule besuchte. Anschließend machte sie eine Friseurlehre in Schramberg. Im Anschluss begann sie in Triberg beim damaligen Friseurgeschäft Müller – wo auch Alex sich die Haare schneiden ließ.

Schon damals ein Auto besessen

Die damalige Auszubildende machte sie darauf aufmerksam, dass der Alex ja schon ein Auto hatte – die beiden jungen Frauen ließen sich gerne von ihm herumkutschieren. Mit seiner Hilfe machte sie dann den Umzug nach Tennenbronn. Dort habe er auch gemerkt, dass er jetzt wohl etwas dazutun müsse, „sonst ist sie weg“.

Die Schwiegermutter schlief im Zimmer dazwischen

Zunächst „gingen sie miteinander“, wie man das damals nannte, bevor sie sich 1968 offiziell verlobten. Im Januar 1970 zog Hanni im Hause Ganter ein – mit strikt getrennten Zimmern, dazwischen das Schlafzimmer der Schwiegermutter.

Enthusiastische Fastnachter

Im Juni 1970 folgte die Hochzeit, doch schon zuvor galt sie im Dorf als die junge „Ganter-Beckin“. Zwei Töchter wurden ihnen geschenkt. Bis 2014 führte das Paar, das man kaum einzeln sieht, die Bäckerei, dann wurde diese verpachtet. Mit sehr viel Enthusiasmus waren beide jahrzehntelang in der Narrenzunft Hirtebue aktiv, beide wurden bereits geehrt für 44 Jahre Treue, Alex Ganter ist Träger des „Hoogestecke“.

Aktiv als Mitglied im Gemeinderat

Hanni war viele Jahre aktives Mitglied der örtlichen CDU, 15 Jahre lang war sie Mitglied im Gemeinderat.

Nun wollen beide kürzer treten und sich auch wohnungsmäßig verkleinern. Ein guter Teil der Einrichtung sei bereits verschenkt, erzählen sie. In wenigen Wochen soll der Umzug in eine deutlich kleinere Wohnung erfolgen.

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