Er habe noch nie erlebt, dass er mehr als drei Jahre an einem Projekt arbeite, sagte Bolg. Nach zunächst zähem Beginn mit Auswechslung des Rohbauunternehmens schien alles richtig gut zu laufen, die Handwerker aus der Region hätten alles gegeben. Dann sei im Frühjahr der komplette Lockdown erfolgt.

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„In Deutschland gibt es praktisch keine Firmen mehr, die Anhydritestrich herstellen. Der wäre eigentlich aus Italien gekommen – ausgeschlossen im Lockdown. Wir haben dann noch eine Firma aus Stuttgart gefunden, die allerdings mit dem Mischer direkt kam, sodass das Material nicht mehr ganz frisch war und daher mehrfach abgeschliffen werden musste“, sagte Bolg. Der geplanten Eröffnung im Herbst habe er zunächst noch ruhig entgegen gesehen.

Ulrich Bolg
Ulrich Bolg | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Er sei sich sicher gewesen, die fast zwei Monate verlorener Zeit einigermaßen reinholen zu können. „Dann kam die Mehrwertsteuersenkung – und da haben viele Privatleute Projekte vorgezogen, die eigentlich erst für 2021 geplant waren. In der Folge haben wir fast keine Handwerker mehr bekommen. Und wenn, haben die nicht mit großer Mannschaft gearbeitet, sondern mit kleineren Teams – was natürlich gedauert hat. Zudem gab es ein weiteres Problem: Die Handwerker hatten Lieferverzögerungen, weil ja jeder gekauft hat – wegen der geringeren Mehrwertsteuer“, führte Bolg aus.

Garantien gibt er keine

In Absprache mit Markus Schrieder von der Evangelischen Altenhilfe St. Georgen schrecke er davor zurück, noch im Dezember zu eröffnen. „Einen alten Baum verpflanzt man nicht zur Weihnachtszeit“, sinnierte er. Er gehe von einer Eröffnung zum 1. März 2021 aus. „Garantie gebe ich nach den Erfahrungen der letzten Monate aber keine ab. Ich bete jeden Tag, dass es nicht schneit.“ Derzeit werden die Außenanlagen gemacht. Ab Dezember seien die Wohnungen bezugsbereit, von den 15 seien drei noch nicht verkauft.

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Markus Aydt, dessen Sozialstation St. Marien aus Triberg die Tagespflege übernehmen wird, sprach von Ärger mit dem Planungsbüro für Senioreneinrichtungen, das sehr unbeweglich sei. Dennoch sei er optimistisch, dass seine Einrichtung gut besucht werde, wenn es denn endlich beginne – die Anfragen seien da und mittlerweile auch ein Großteil des Personals. Er sehe nur manchmal das Problem, dass die Gerüchteküche in der Umgebung brodle.

Nachfrage ist vorhanden

Das sei nicht bis St. Georgen durchgedrungen, stellte Florije Sula fest, Geschäftsführerin der Evangelischen Altenhilfe der Bergstadt. Um die Belegung des Pflegebereichs mache sie sich wenig Sorgen, die Nachfrage sei da – auch aus Schönwald. Allerdings wolle sie diese Station nicht sofort sondern nach und nach vollmachen. Vor Ort werde dann Christine Fiedler die Pflegedienstleitung übernehmen, kurzfristig könne sie aus dem EU-Ausland zwölf ausgebildete Kräfte holen, eine schnelle Aufnahme der Patienten sei so gewährleistet.

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Schönwalds Bürgermeister Christian Wörpel fand es sehr interessant, dass die Evangelische Altenhilfe und die Caritas-Einrichtung der Sozialstation so gut zusammenarbeiten – was auch Ulrich Bolg so empfand. Das kenne er durchaus auch anders. Alle fiebern nun dem Zeitpunkt entgegen, in dem das Haus mit Leben erfüllt wird.

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