Christian Wörpel erinnerte in seiner Antrittsrede daran, dass die Einführung damals mit einem großen Fest begangen wurde, bei der mehrere Gastredner Grußworte sprachen, der Musikverein aufspielte und es am Ende einen Stehempfang gab. Angesichts der herrschenden Corona-Krise war das dieses Jahr nicht möglich. Doch immerhin war Landrat Sven Hinterseh in Vertretung für andere Redner anwesend – man habe sich dahingehend abgesprochen, erklärte der Landrat. Als Gast wohnte auch Ehrenbürger Hans Göppert der Zeremonie bei.

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Wie schon vor acht Jahren, war es dem ersten Bürgermeisterstellvertreter Adalbert Oehler vorbehalten, die Amtseinführung und Vereidigung vorzunehmen. In einer durchdachten Ansprache nahm er sich den „Bürgermeister von Schönwald“ vor – für jeden einzelnen Buchstaben hatte er sich ein passendes Attribut ausgesucht, das die Tätigkeit eines Bürgermeisters auszeichnen sollte. Von „B“ wie Berufung bis hin zu „D“ wie Durchhaltevermögen zeigen wusste er viele Eigenschaften aufzuzählen.

Rätsel um die Amtskette

Nach der feierlichen Vereidigung und der Übergabe der Amtskette – von der keiner mehr so ganz sicher weiß, wer die angefertigt hat – überbrachte der Landrat die Glückwünsche des Landkreises und die von Wörpels Bürgermeister- und Oberbürgermeisterkollegen sowie die der bisher einzigen Kollegin. Alle wären wohl froh, wenn diese verrückten Zeiten vorbei seien und sie sich wieder normal begegnen können. „Wir würden uns sicher eine andere Amtseinführung wünschen. Doch es ist ein Gebot der Stunde, Kontakte so weit als möglich zu meiden“, sagte Landrat Sven Hinterseh.

Amt der eierlegenden Wollmilchsau

Das Wahlergebnis gebe dem Amtsinhaber die Kraft für die zweite Amtszeit, die ein Bürgermeister auch brauche. Auf sehr sympathische Weise habe Oehler rübergebracht, was alles von einem Bürgermeister erwartet werde – er sei eine Art „eierlegende Wollmilchsau“. Was wohl einer der Gründe sei, warum es nicht immer einfach sei, überhaupt Bürgermeister zu finden für die 1101 Gemeinden in Land. Hans-Georg Schmidt habe viel getan für den Kurort, Wörpel habe da in seiner ersten Amtszeit nahtlos angeknüpft, wenn auch auf völlig andere Art und Weise. „Sie waren aber gut beraten, ihren Vorgänger nicht kopieren zu wollen“, betonte Hinterseh.

Gemeinde mit Zukunft

An das Amt sei Anspruchsvolles geknüpft, denn es gelte, Stillstand zu vermeiden. Viele Bürger fühlen sich in ihrer Heimatgemeinde wohl und ihr verbunden, doch wenn es keine Veränderungen gebe, sei diese irgendwann abgehängt, was es zu vermeiden gelte. Da Schönwald in nur wenigen Jahren beinahe zehn Prozent Bevölkerungszuwachs hatte, sehe er positive Zeichen für eine zukunftsfähige Gemeinde. Doch sei das alles nicht immer leicht, denn „Demokratie ist eine aufwendige Sache“, sagte Landrat Sven Hinterseh.

Die Frau hält ihm den Rücken frei

„Ich erinnere mich gerne an die großartige Amtseinführung vor acht Jahren, kann aber auch mit dieser Form gut leben“, räumte Christian Wörpel bei seiner Einführungsrede ein. Er wolle auch in Zukunft mit ganzer Kraft für das Dorf tätig werden. „Viele Herausforderungen warten auf Bürgermeister, Gemeinderat und eine sehr engagierte Verwaltung. Ich blicke positiv nach vorn, denn Schönwald hat Zukunft“, so Wörpel. Seine Frau Cathrin halte ihm immer den Rücken frei, sein ganzer Stolz seien seine Kinder. Und die Familie war bei der Amtseinführung auch mit dabei.