Ernüchterung im Gemeinderat Schönwald: Hans-Peter Weis von der Tourist-Info hat in jüngster Sitzung die Zahlen des Jahres 2017 vorgelegt. Inklusive der Zweitwohnungen habe es bei knapp 26 000 Ankünften 152 266 Übernachtungen gegeben, so Weis.

Gerade die wenigen Zweitwohnungen, die als Ferienapartments ausgeschrieben seien, stellten das größte Problem dar, so seine Meinung. Diese Wohnungen würden nur wenigen Verwandten zugestanden. Sie setzten zwar die Zahl der Betten auf ein hohes Niveau, zugleich seien sie aber kaum frequentiert. Getrübt werde die Statistik auch durch den Wegfall des Küferhäusles, das 50 Betten gehabt habe und recht ordentlich frequentiert gewesen sei. Zwar sei das Küferhäusle derzeit wieder zeitweise geöffnet, jedoch nicht mehr in derselben Form.

Mehr Ankünfte (24 672 gegenüber 23 288 im Vorjahr) und erneut ein Rückgang von 1443 Übernachtungen ohne Zweitwohnungen bedeute eine Aufenthaltsdauer von durchschnittlich 3,58 Tagen (2016: 3,85 Tage). Kleiner Trost vom Fachmann: „Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im gesamten Schwarzwald liegt bei 2,6 Tagen.“

Ratsmitglied Adalbert Oehler (CDU) hatte gelesen, dass im Schwarzwald eine generell zunehmende Besucherfrequenz zu verzeichnen sei. „Woran liegt’s, dass Schönwald schlechter da steht als der Rest des Schwarzwalds?“, fragte er daher. Er könne sich lediglich vorstellen, dass bei diesen Zahlen ausschließlich die Ankünfte berücksichtigt würden, räumte Weis ein.

In Schönwald seien im vergangenen Jahr durch Eigenbedarf einige sehr gut frequentierte Ferienwohnungen weggefallen, dazu fehlten etliche Übernachtungen im Küferhäusle, urteilte Weis. Man müsse sich darüber im Klaren sein, dass der Schwarzwald nicht mehr die Haupturlaubsregion darstelle, hier verbringe man eher seinen Dritt- oder Vierturlaub für ein paar Tage. Nach wie vor sei der am häufigsten gesehene Gast derjenige aus dem Ländle selbst.

Messen habe man kaum noch besucht, außer der CMT in Stuttgart und dem Maimarkt in Mannheim habe man aus Kostengründen auf keinen weiteren Messen ausgestellt. Gut kämen die geführten Wanderungen an, die mittlerweile bis auf ganz wenige Ausnahmen allerdings Geld kosteten. „Was gedenkt man zu tun, um die schlechter werdenden Übernachtungszahlen wieder zu verbessern?“, hakte Oehler nach. Schließlich biete man ganz viel für den Gast. Darauf wisse er im Moment noch keine Antwort, gestand Weis ein.