Ausgangspunkt war die biblische Erzählung vom Feigenbaum. Jesus prophezeite, dass er nie wieder Früchte tragen werde und der Baum verdorrte über Nacht.

„Ich wende das Gleichnis vom unfruchtbaren Feigenbaum auf die Kirche an“, sagte Treuer. „Sind wir eine Kirche, die sich mit Feigenblättern tarnt oder geben wir unseren Mitmenschen süße Früchte, von denen sie leben können“, fragte er.

Schon die ersten Menschen wollten vor Gott ihre Schuld geheim halten und machten aus Feigenblättern Schürzen, um ihre Blöße zu verdecken. Heute sei es ähnlich und viele Menschen üben Kritik an der Kirche, weil sie ihre Schwächen verheimlicht.

Frauen ohne Ämter

An Beispielen zeigte dies der Referent auf. „Viele sagen: Geldgierige und reiche Kirche, getarnt mit dem Feigenblatt der Caritas, oder Kirche der Mächtigen, getarnt mit dem Feigenblatt der Demut. Vor allem Frauen weisen darauf hin, dass die Männerkirche getarnt wird mit Frauen im Kirchendienst, die nur Dienste bekommen, aber keine Ämter."

Das könnte Sie auch interessieren

Auch den Missbrauchs-Skandal, der vertuscht wurde „mit dem Feigenblatt des Schweigens“, sprach der Geistliche an. Er forderte Offenheit und Änderungen, statt Feigenblätter und Mutlosigkeit. „Es ist wahr, dass wir eine Männerkirche sind, aber Frauen könnten sich ja wehren“, schlug er vor.

Pfarrer Treuer freut sich sichtlich über das süße Präsent mitten in der Fastenzeit.
Pfarrer Treuer freut sich sichtlich über das süße Präsent mitten in der Fastenzeit. | Bild: Maria Kienzler

Der Vortrag wurde von Gebeten, Fürbitten und Liedern umrahmt. Petra Pfaff vom Vorstandsteam begleitete auf der Gitarre. Sprecherin Jutta Schlimpert bedankte sich bei Treuer – nicht mit Feigen, dafür mit Schokolade, bevor die Frauen vom Küchenteam mit Kaffee und Hefezopf verwöhnt wurden.