Auf der Agenda des neuen Schönwälder Gemeinderats stand – nur eine Woche nach der konstituierenden Sitzung – auch ein Blick in die Tourismusstatistik 2018. Bürgermeister Christian Wörpel erläuterte das Zahlenwerk spezielle mit Blick auf die Gemeinde.

Von Stuttgart in den Schwarzwald

In der Sitzung anwesend war ebenfalls die Nachfolgerin von Julian Schmitz, die neue Geschäftsführerin des Ferienlandes, Lena Gerlich. Die 31-jährige Rottweilerin erzählte kurz ihren touristischen Werdegang, der sie nun von Stuttgart in den Schwarzwald geführt hat, um danach die generelle Ferienland-Statistik vorzutragen.

Lena Gerlich, neue Geschäftsführerin im Ferienland, stellt sich im Gemeinderat Schönwald vor, um die Zahlen des Ferienlands insgesamt zu präsentieren. Die Zahlen des Kurorts präsentiert Bürgermeister Christian Wörpel.
Lena Gerlich, neue Geschäftsführerin im Ferienland, stellt sich im Gemeinderat Schönwald vor, um die Zahlen des Ferienlands insgesamt zu präsentieren. Die Zahlen des Kurorts präsentiert Bürgermeister Christian Wörpel. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Auf die Nachfrage von Johannes Göppert (Freie Liste Schönwald, FLS), wie sie zur Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) stehe, wollte sie noch keine endgültige Aussage treffen. Letztlich sei die Organisation „wahnsinnig groß“, und es bestehe immer die Sorge, darin etwas unterzugehen.

Gäste bleiben länger

Geprägt sei die Saison 2018 von weniger Ankünften, dennoch aber mehr Übernachtungen: Der Gast blieb länger, auch im Vergleich zu anderen Schwarzwald-Destinationen. Dabei seien Schönwald mit einem Plus von 8,86 Prozent und St. Georgen mit mehr als 18 Prozent bei den Ankünften deutliche Gewinner geweswen.

Furtwangen und Schonach auf der Verliererseite

Furtwangen mit einem Minus von fast 24 Prozent und Schonach mit 2,74 Prozent standen dagegen auf der Verliererseite. Dort seien auch die Übernachtungszahlen zurück gegangen – in der Bergstadt wie auch in Schönwald seien die Zahlen dagegen gestiegen. „In St. Georgen sind das sicher die beiden neuen Hotels, in Schönwald schreibt der Wohnmobilstellplatz gute Zahlen“, wusste sie.

Wanderwege kritisch betrachten

Adalbert Oehler, CDU, wollte wissen, wie man den Wohnmobiltourismus sehen könne, „bleiben die nur eine Nacht oder länger?“, so seine Frage. Er wünsche sich manchmal, man würde mehr auf den Gast zugehen und ihn nach seinen Eindrücken fragen. So müsse man die Wanderwege mit der kritischen Brille betrachten. „Man kann nicht nur neu machen und den Bestand vernachlässigen“, mahnte er an.

Zahlen eher enttäuschend

Göppert sah bei einem allgemein boomenden Schwarzwald-Tourismus die Zahlen als eher ernüchternd und enttäuschend. „Man kann diese Zahlen sicher ins Plus bringen, doch dürfen wir das Ferienland nicht vergleichen mit dem Europa-Park oder dem Feldberg“, entgegnete Lena Gerlich. Hans-Peter Schwer (SPD) sah auch das manchmal fehlende Angebot bei einem stetigen Rückgang der Bettenzahlen.

Schwierig sei auch, beim Stöcklewald verlässliche Zahlen zu erhalten, da seien manchmal etliche Zelte aufgebaut und nichts werde gemeldet.

Übernachtungsangebot schrumpft deutlich

Bei den Zahlen Schönwalds fielen die deutlich fallenden Bettenzahlen im Bereich Zweitwohnungen auf. Zwar sei erfreulich, dass aus Zweitwohnungen offensichtlich fest vermietete Wohnungen würden bei steigender Einwohnerzahl. Dennoch fehlten diese für den Fremdenverkehr. Bereinigt um die Zweitwohnungen und die Freizeitheime stünden in Schönwald nur mehr 1180 Betten zur Verfügung, die allerdings nur zu 21,5 Prozent ausgelastet seien.

Israelis bleiben gerne auch länger

Von gesamt knapp 155  000 Übernachtungen seien mehr als 128  000 Gäste aus Deutschland, vornehmlich aus Baden-Württemberg. Mehr als 26 500 Besucher seien aus dem Ausland, der Löwenanteil davon stamme aus Frankreich, der Schweiz, Spanien und den Benelux-Staaten. Relativ viele Besucher seien auch aus Israel gekommen, die gerne auch länger im Schwarzwald bleiben würden. Insgesamt seien 17,1 Prozent der Touristen aus dem Ausland.

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Dazu gab es kleine Statistiken zu Bädern, Minigolf und Skiliften, die teils wenig Aussagekraft besaßen, da beim Hallenbad größere Schließzeiten wegen Reparaturen zu verzeichnen waren, Minigolf sowieso kostenfrei und das Freibad ganzjährig geschlossen war. Einzig die Lifte konnten gute Zahlen vorweisen, der Dobellift sei dank Beschneiung an 61 Tagen gelaufen. Bei geringerem Personalaufwand konnte ein deutliches Plus gegenüber den Vorjahren erzielt werden.