Einen dringlichen Appell richtete Nikolaus Dold aus dem Kreis der Zuhörer in der jüngsten Sitzung an den Schönwälder Gemeinderat: „Seht zu, dass der Breitbandausbau rasch vonstatten geht, sonst kann ich meinen Betrieb schließen“, verdeutlichte er seine Notlage – unterstützt vom Bauhofleiter Christof Hock.

Technik-Umstellung bei der Telekom

Grund dafür ist die Deutsche Telekom. Diese hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, alle bisherigen ISDN-Verträge zu kündigen zur Umstellung auf das Internet-basierte Voice-over-IP-Verfahren (VoIP). Das würde aber bei der Minimal-Übertragungsrate, über die Dold und Hock im Außenbereich verfügen, nicht wirklich Sinn machen.

Feriengäste schätzen eigene Telefonanschlüsse

Er aber brauche mehrere Telefonleitungen für seine Feriengäste, die es schätzen, in jeder Ferienwohnung ein eigenes Telefon zu haben. Die Telekom als Grundversorger ziehe sich zwar nicht ganz aus der Verantwortung, allerdings könne sie ihm nur eine einzige analoge Nummer zur Verfügung stellen.

Anschluss per Satellit nicht als gleichwertiger Ersatz

Die Kündigung des ISDN-Vertrags laufe auf den 30. November. Auf seine Intervention hin habe er vom Netzanbieter die Verbindung zu einem Satelliten-Betreiber erhalten. „Aus Erfahrung weiß man, dass diese Verbindungen mehr als schlecht sind und manchmal mehrere Stunden am Tag gar nicht funktionieren“, so Dold, und zudem recht teuer seien.

Eine schnelle Lösung ist kaum machbar

Viel Hoffnung auf eine schnelle Lösung könne er ihm nicht machen, erklärte Bürgermeister Christian Wörpel dem besorgten Bürger. Zunächst müsse Schönwald an den Backbone – die Hauptdatenleitung des Zweckverbandes Breitbandversorgung durch den Schwarzwald-Baar-Kreis – angeschlossen werden. Dann müsse der PoP für Schönwald (Point of Presence, der regionale Knotenpunkt) errichtet werden – im Prinzip eine Fertiggarage, in der die gesamte Technik zusammenläuft.

Neue Zuschussprogramme des Bundes

Erst dann könnten die einzelnen Anschlüsse getätigt werden. Dass dies sich so verzögere, habe auch mit der Bundesregierung zu tun. Seit diesem Jahr biete der Bund ein eigenes, zusätzliches Förderprogramm an, das wiederum vor allem den ländlichen Gebieten helfe. „Der Zweckverband Breitband musste sich zunächst auf die neue Fördersituation einschießen, auch die laufenden Projekte sind dadurch verzögert worden“, zeigte der Bürgermeister auf. Vor Mitte 2020 laufe da sicher nichts.

Außenbereich wird bevorzugt angeschlossen

„Warum klappt es anderswo und bei uns nicht?“ – so hakte Dold weiter nach, zumal er gehört habe, dass Triberg über Schönwald angeschlossen wird. Wörpel konnte ihm lediglich zusagen, dass der Außenbereich dann zunächst bevorzugt angeschlossen werde, da im Dorf selbst eine relativ komfortable Situation herrsche.

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