Schönwald/Bremen – Die jüngere Garde im Skiclub Schönwald war schon immer für kleine Überraschungen gut. So stammt beispielsweise die Idee für den Waterslide Contest an der Adlerschanze genauso aus dieser Ecke wie der Uphill Run.

Und auch sonst sind Andreas Hirt und Dirk Fehrenbach nie um Ideen verlegen – mit wechselnder Begleitung. So kamen sie erstmals 2013 mit einem österreichischen Power-Brause-Hersteller in Kontakt, damals ging es um das Thema Seifenkisten-Rennen.

Nun aber haben sie was die Herausforderung anbelangt deutlich zugelegt. Denn mit einem selbstgebauten Fluggerät wollen sie beim Red Bull Flugtag am Sonntag, 1. Juli, in Bremen teilnehmen. Dort wollen sich die mutigen Hobbypiloten den Traum vom Fliegen erfüllen, beziehungsweise zumindest dies versuchen. Zunächst werden kreative Fluggeräte gebaut und dann wird der Sprung ins Ungewisse gewagt.

Wie es für die Überflieger tatsächlich endet, ist allgemein bekannt und natürlich beliebter Teil der Show. Denn egal ob Taco, Snoopy oder Dudelsack, wie die Fluggeräte alle heißen, sie alle tauchen am Ende mehr oder weniger elegant in das kühle Nass ein. „Welche aerodynamischen Wunderwerke werden wohl im Europahafen abheben?“, fragen die Macher des Flugtages.

Dabei gibt es eine dreigeteilte Bewertung. Da ist zunächst das Flugzeug selbst, das benotet wird. Dann hat das Team vor dem Flug 30 Sekunden Zeit, in einer kleinen Show sich selbst und sein Fluggerät vorzustellen. Und letztlich ist es auch die Weite, die das Flugzeug erzielt, die gewertet wird.

Die vier von Balu und seiner tollkühnen Crew sind sich sicher, dass sie gute Chancen haben mit ihrer Seegans. Denn so haben sie ihre Eigenkonstruktion getauft. „Wir sind damals mit der Seegans und Balu und seiner tollkühnen Crew aufgewachsen – in den 1990er-Jahren war das eine beliebte Zeichentrick-Serie“, nannte Andreas Hirt die Hintergründe.

Gemeinsam mit Mitstreiter Dirk Fehrenbach sowie Steven Barthel und dem Piloten Max Bennewitz, einem Kollegen von Fehrenbach, arbeiten sie seit etlichen Wochen an einer Replika des Fliegers, das im Original eine Conwing L-16 ist, also ein Amphibienflugzeug, mancher nennt es auch Wasserflugzeug, das in der Luft genauso zuhause ist wie auf dem Wasser.

„Für uns ist es damit das Beste, was man zu diesem Thema bauen kann“, schmunzelten die vier jungen Männer im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Der Flieger ist fünf Meter lang, hat eine Spannweite von neun Metern, ist drei Meter hoch und etwa drei Zentner schwer.

„Wir müssen uns da bei Sebastian Schwer bedanken, der uns seine Halle zur Verfügung gestellt hat. Die Firma Holzbau Göppert hat uns mit passendem Holz geholfen. Und der Freiburger Dienstleister für Safety Service, Schadstoffsanierung, Brandschutz und Baustellenkoordination Atempo hat sich ebenso wie das Mönchweiler Unternehmen Tepro mit finanzieller Unterstützung beteiligt“, so das Quartett.

Ein Problem besteht indes noch immer: Zwar lässt sich die Seegans ähnlich einer Weihnachtsgans zerlegen, dennoch gestalte sich der Transport nicht gerade einfach, so die Ansicht der vier Luftsportler. Doch auch dieses Problem wurde letztendlich gelöst.